Volmering auf der A52-Überholspur, Pirat im Angriff

Die zurückliegende Woche hat im Schachspiel um die A 52 eine bemerkenswerte Trendwende geliefert: Erstmals seit Anfang 2012 befanden sich die A-52-Gegner in der öffentlichen Wahrnehmung in der Defensive.


Und diese Trendwende ist vor allem auf den Einsatz des jungen CDU-Bundestagsabgeordneten Sven Volmering zurückzuführen, der - ähnlich wie schon im Herbst des vorigen Jahres - seine Kontakte zu Verkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann (CDU) in Berlin intensiv nutzte und der mit seiner geschickten Öffentlichkeitsarbeit der Möglichkeit eines A52-Komplettausbaus mit Tunnel zu einer überraschenden Renaissance verhalf.

Sven Volmering, der im September 2013 über die CDU-Landesliste in den Bundestag einzog, kann die zurückliegenden Tage für sich als klaren politischen Punktsieg verbuchen; wie auch immer man zum Ausbau steht - Volmering hat sich als Gesprächspartner für Gladbecker Belange in der Hauptstadt endgültig etabliert. Bei seinem SPD-Kontrahenten Michael Gerdes, der im Herbst 2013 das Direktmandat eroberte und der aus Bottrop stammt, herrscht weitgehend Funkstille zur A52-Debatte. Umso öffentlichkeitswirksamer fällt das Engagement von Volmering auf.

Was diese Woche auch zeigte: Einer einzelnen Gruppierung (in diesem Fall die Autobahngegner) ist es letztlich doch nicht möglich, Diskussion und Berichterstattung zu einem bestimmten Thema allein zu dominieren. Dafür sind in der Debatte um den Autobahnausbau zu viele Akteure mit eigener Meinung am Start. Das ist Pluralismus. Und das ist gut so.

Für den Dienstagabend haben das Bürgerforum und seine Partner bereits eine Demo vor dem Luther Forum angekündigt - sie wollen NRW-Verkehrsminister Michael Groschek dort einen heißen Empfang bereiten, wenn er zur A52-Diskussion anreist. Auch das ist Pluralismus. Groschek wird sich zu wehren wissen. Schließlich gilt er als Sozialdemokrat alter Schule.

Dass Roland nun einen Stopp der Planfeststellung fordert, ist eine folgerichtige Reaktion. Wie eine daraus resultierende Neuverhandlung des A52-Ausbaus vom politischen Gegner gewertet und genutzt werden kann, zeigte sogleich ein Twitter-Eintrag von Pirat Thomas Weijers: „Bürgerentscheid starten, das Ergebnis öffentlich akzeptieren und dann doch untergraben. Demokratie kaputt machen können wir in Gladbeck.“ Das ist nicht gerade fair formuliert, bedenkt man die komplexe A52-Lage - aber auch das ist Politik.