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Haushaltssicherung

Vogelinsel muss mächtig Federn lassen

15.11.2010 | 07:22 Uhr
Vogelinsel muss mächtig Federn lassen
Bunte Bewohner auf der Vogelinsel. Foto: Ulla Michels, Archiv

Gladbeck. Eine spannende Finanz-Debatte steht dem Gladbecker Betriebsausschuss bevor: Sie diskutieren die Sparmöglichkeiten bei der Vogelinsel von Schloss Wittringen: 50.000 Euro sollen bei dem beliebten Familien-Ziel gekürzt werden.

Pro
Gladbeck

Die Vogelinsel gehört zu Gladbeck wie St. Lamberti zur Horster Straße. Hier drastisch zu sparen, wäre geradezu widersinnig - denn die bunte Tierwelt in Wittringen schafft familiäre Lebensqualität in Gladbecks guter Stube am Wasserschloss.

Und zudem werden gerade wichtige Bereiche von Wittringen aufgewertet und neu gestaltet. Der Weg rund um den Teich ist neu asphaltiert, der beleuchtete Schlossweg verbindet das Schloss mit der Gildenstraße und dem grünen Jovyplatz-Ensemble. Da wäre es geradezu kontraproduktiv, direkt daneben attraktive Areale wie die Vogelinsel zu beseitigen. Hinzu kommt: Nicht jede Familie kann sich den teuren Besuch etwa in der Zoom-Erlebniswelt leisten. Der tierisch gute Kontakt auf der Vogelinsel (oder auch im Streichelzoo am Spielplatz) ist aber gerade für die Kinder ein Top-Erlebnispunkt vor der Haustür.

Eine äußerst sensible Finanz-Diskussion erfährt am Montag eine Neu-Auflage: Um 16 Uhr besichtigen die Mitglieder des Betriebsausschusses die Vogelinsel von Schloss Wittringen. Es geht dabei keineswegs um einen entspannten naturkundlichen Spaziergang, sondern um ein knallhartes Sparziel: 50 000 Euro soll der Zentrale Betriebshof Gladbeck (ZBG) bekanntlich im Zuge des Haushaltssicherungskonzepts bei der „Zoologischen Anlage Wittringen“ einsparen.

Schon im Frühjahr stand das Thema per Verwaltungsvorlage auf der Tagesordnung, wurde damals aber nicht abschließend behandelt. Nach der Besichtigung diskutieren die Ausschuss-Mitglieder am späten Nachmittag im nicht-öffentlichen (!) Ausschuss-Teil im Einzelnen über die Einspar-Möglichkeiten bei Vogelinsel, Warmhaus, Streichelzoo und Außengehege in Wittringen. Denn das alles gehört ja letztlich zu den besagten zoologischen Anlagen, die vom ZBG unterhalten und fortlaufend fachkundig gepflegt werden.

Ja, die zoologischen Anlagen Wittringen bestehen aus mehreren Bausteinen, die zum Teil ineinander greifen. Im Winterhalbjahr etwa kommen die Tiere der Vogelinsel in das Warmhaus (in Nähe des großen Spielplatzes am Schlossteich); ohne Warmhaus ist also auch eine sommerliche Tierpräsentation auf der beliebten Vogelinsel kaum weiterhin möglich. Zudem könnten die teils geschützten Tiere nicht so einfach kurzfristig abgegeben oder verkauft werden, wenn dies etwa im Zuge der Haushaltssicherung so beschlossen würde.

Markenzeichen der Freizeitlandschaft Wittringen

Contra
Gladbeck

Braucht eine Stadt ein exotisches Vogelparadies, für dessen Erhalt im Winter ein kostenträchtiges Warmhaus nötig ist? Muss man das haben in Zeiten, in denen das Minus im städtischen Budget von Jahr zu Jahr steigt und es bei den Sparkonzepten allmählich ans Eingemachte geht?

Da geht es einer Stadt doch nicht anders als jedem Bürger, der in seinem Privathaushalt bei knapper Kasse die Dinge streichen muss, die am ehesten verzichtbar sind. Also stellt sich bei den anstehenden Haushaltsberatungen die Frage, worauf Gladbeck am ehesten verzichten kann. Auf Jugendfreizeiteinrichtungen? Auf Zuschüsse für Jugendfreizeiten? Auf Spiel- , Sport- und Bolzplätze? Auf die Musikschule? Wenn ernsthaft Prioritäten gesetzt werden, dann kommt die Vogelinsel auf der Hitliste der notwendigen Einrichtungen auf den allerletzten Platz.

Und so formuliert denn auch ZBG-Chef Harald Hofmann auf Anfrage der WAZ: „Wir haben Einsparmöglichkeiten in unterschiedlicher Höhe seitens des ZBG bereits dargelegt, aber eine Summe von 50 000 Euro ist nach Einschätzung des ZBG nicht möglich.“ Mit anderen Worten: Entweder man beschränkt sich auf kleinere Mittel-Streichungen oder aber man wählt die ganz große Sparlösung - dann sind aber Warmhaus und Vogelinsel komplett futsch.

Insgesamt verursacht der zoologische Bereich in Wittringen direkte Kosten pro Jahr in Höhe von rund 160 000 Euro. Zu diesem Bereich gehören auch zwei Tierpfleger, die sich um die Wittringer Tiere kontinuierlich kümmern.

Ja, der Brücken-Spaziergang am preußischen Stein-Adler vorbei hinüber zur Vogelinsel gehört vor allem für viele junge Familien mit kleinen Kindern zu einer Wittringen-Visite einfach dazu. Auch vor diesem Hintergrund darf mit einer spannenden Diskussion zu diesem Thema gerechnet werden, denn ein Sparbeschluss, der die Vogelinsel untergehen ließe, träfe geradezu ein Markenzeichen der Freizeitlandschaft Wittringen.

Michael Bresgott

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Kommentare
16.11.2010
15:42
Reif für die (Vogel-)Insel
von Konkret ist nicht jedem sein Ding | #32

@erkannt
Ihr Kommentar ist so pauSCHAL wie die Politik, die sie da beweihräuchern.
Werden Sie doch mal konkret?!

oder wollen einfach nur ein wenig herumschleimen?

16.11.2010
15:29
Vogelinsel muss mächtig Federn lassen
von erkannt | #31

Wie immer,tolle Leistung Herr Hübner :-)

16.11.2010
14:35
Reif für die (Vogel-)Insel
von Pappnasenimrathaus | #30

Sehr geehrter Herr Hübner,

mannomann, da haben Sie sich mit Ihrer Pressemitteilung ja binnen weniger als 24 Stunden selbst Lügen gestraft.

Natürlich machen Sie die Vogelinsel dicht, oder was sollen winterharte Arten denn sein? Spatzen oder was?

Und nochmal:
Wenn Rot/Grün so viel Geld für die Handvoll Jogger , die unbedingt im Dunkeln laufen müssen, übrig hat, statt das in eine Freizeiteinrichtung für alle zu stecken, der darf sich zumindest nicht mehr als handelnd für den Bürger/die Bürgerin bezeichnen. Seien Sie doch wewnigstens so ehrlich, dass es Ihnen um Vorzeigeprojekte und nicht um Gladbeck geht. Ich kann besser mit Leuten leben, die ihren Wählerauftrag ehrlich ignorieren als mit Menschen, die auch noch so tun, als ob ihre Wähler was von dem hätten, was da verzapft wird...

16.11.2010
13:15
Vogelinsel muss mächtig Federn lassen
von uliulfkotte | #29

Besser eine Vogelinsel mit Warmhaus, als eine Beleuchtung mitten durch den Wittringer Wald.
Herzlichst UU

16.11.2010
11:57
Vogelinsel muss mächtig Federn lassen
von nichts verstanden | #28

#27
???häähh???

16.11.2010
10:56
Reif für die (Vogel-)Insel
von Uli Ulfkotte | #27

Danke Michael Hübner,
die Idee mit den Patenschaften ist zwar schon alt, aber auch WICHTIG-es wäre dumm gewesen die Vogelinsel/Warmhaus zu schliessen, bei täglich in den Sommermonaten bis zu hunderten Besuchern aus ganz Deutschland und Europa, auch Dank Van der Valk (Hotelübernachtungen) wie wäre es mit Solarstrom ? zb.Dachfläche Warmhaus. Sponsoren gibt es in Gladbeck bestimmt !
Herzlichst Vogelfreund UU

15.11.2010
20:31
Reif für die (Vogel-)Insel
von Vogelinsel und Beleuchtung sind nicht das Problem | #26

#21@Betonsilo
vollkommend treffend.
Was diskutieren wir heute noch über Wittringen? Die Sport- und Freizeitstätte Wittringen, einschließlich Schloss werden mit dem Bau des gigantischen Autobahnkreuzes A 52/ A2 endgültig Geschichte werden. Schaut euch mal die Pläne an, dann wisst ihr, dass lärmtechnisch und auch schadstoffbedingt der Wittringer Wald vollkommen unberücksichtigt bleibt. Was nützt uns ein LED beleuchteter Autobahn-Wald indem es vor lauter Stickoxide lebensgefährlich wird Sport zu treiben??? Was nützen uns die tollen exotischen Singvögel, wenn sie vor lauter Verkehrslärm eingeschüchtert schweigen oder man sie vor lauter Verkehrslärm nicht mehr hören kann??? Wir reden hier nicht von der derzeitigen B 244, die einfach nur mal ein bisschen ausgebaut wird oder ein bisschen mehr Verkehr haben wird. Wir reden hier von einer Hochleistungs-Transit-Route mit bis zu 100.000 Fahrzeugen (pro 24h) und einem Autobahnkreuz, welches größer als Duisburg Kaiserberg sein wird und über den Baumwipfel von Wittringen thront um den Schall von hoch droben über den ganzen Wald bis zur Gildenstraße zu transportieren.
...und ihr weint um die Vogelinsel ?!? Haben wir wirklich nicht ernstere Probleme anzugehen, die langfristiger gedacht sind?
Was wollen wir nach dem geplanten Ausbau der A 52 noch mit einer Vogelinsel, was wollen wir dann noch in Wittringen? Erholung sieht anders aus, ach ja, wir können dann ja über die neue Autobahn zu Erholungsgebieten weit außerhalb von Gladbeck fahren. Welch eine tolle Logik der Autobahnplaner. Es lebe die Mineralölsteuer.
Den Tunnel gibt es jedenfalls nicht, das hat ja die kleine Anfrage der SPD im Bundestag mehr als bestätigt.
Wir können ja weiter an das Gute glauben, es geht ja nicht weniger als um die Existenz unserer Heimatstadt.

15.11.2010
17:24
Blockierter Kommentar.
von welch Arroganz, welch Sports- Geist spricht da ? | #25

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

15.11.2010
17:07
Reif für die (Vogel-)Insel
von endlich gibts einer wenigstens zu ; alles unser FUN | #24

dieser Aggression
lebst Du wohl beim Laufen im Wald aus
und rennst andere Spaziergänger gerne um

ist ja Deine Laufbahn Du stiftest ja !
aha ,
dann sind ja die 900.000 € in Hundert Jahren bezahlt
nur von Dir ;
Klasse wie sich so ein Funner heißt eigentlich Spass ;
outet !
voll die Aggression ;

15.11.2010
16:59
Reif für die (Vogel-)Insel
von gladbeckfreund | #23

Ich finde das einfach nur schade, denn Wittringen ist für mich noch immer eine schöne Freizeitanlage und die Vogelinsel und auch das Freigehege nebst Abenteuerspielplatz gehört eben seit Jahrzehnten dazu, aber nun wird es halt ernst mit dem Sparen und es heißt Prioritäten setzen....und gespart wird wieder bei den Kleinen. Echt Traurig

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