Vier Akkordeons bieten furioses Finale

Foto: Funke Foto Services

Vier junge Akkordeon-Virtuosen der Essener Folkwang Universität hatte Heinz Ilaender, der künstlerische Leiter der Reihe „Forum deutscher Musikhochschulen, zum Finale der 27. Saison geladen, und knapp 200 Gäste waren begeistert.

Eva Maria Mitter, Stanislav Jusufovic, Roman Yusipey und Filip Eravkovic stellten sich zunächst als Solisten vor. Mitter startete mit einer Bearbeitung für Akkordeon zweier Stücke aus J. S. Bachs „Wohltemperiertes Klavier Teil II“. Erstaunlich, wie schnell die Finger auch vertikal huschen können. Das unvergleichbare Timbre des Akkordeons verlieh der tänzelnden Barockmelodie eine perfekte eigene Note.

Mit Ernst Kreneks „Acco-Music, op.225“ zeigte Mitter die surrealen Klangmöglichkeiten dieses Instruments. Abgerissene Töne, eingeworfene Akkorde – über allem thronte der kecke Gesichtsausdruck der Musikerin aus Österreich. Jusufovic präsentierte ebenfalls zuerst eine barocke Überarbeitung. Spielerischer und wärmer als das Cembalo-Original klangen die Sonaten von Domenico Scarlatti. Roman Yusipey verlieh einer Chaconne für Solo-Violine die melancholischen Klänge des Akkordeons. Große Gefühle, glänzend imitierte Vibrati, eine Darbietung mit geradezu sinfonischem Ausmaß.

Ebenso raumfüllend die Interpretation dreier Sätze aus „Bilder einer Ausstellung“ von Mussorgski durch Filip Erakovic. Die Dramatik der Crescendi in „Katakomben“ lebte auch von der Dramatik der großen Geste des Auseinanderziehens des Resonanzkörpers. Stampfrhythmen und barbarische Zerrklänge der „Baba Jaga“ standen dem Handzuginstrument ebenfalls gut zu Gesicht.

Nach der Pause präsentierten sich die jungen Musiker als Duo, Trio und Quartett. Mit Griegs „Suite im alten Stil“, im Original für Klavier, gab es ein galoppierendes Präludium, Wendungen sakraler Choräle und hüpfende Tänze. Zwei Höhepunkte dann Kompositionen für Akkordeon. Grandiose fünf Minuten bescherte Jukka Tiensuus Trio. Hämmernde Akkorde, erst flirrend hohe Töne, dann dunkle langgezogene, dazwischen Einwürfe wie von einem Glockenspiel. Zum Schluss das Quartett des unbestrittenen Meisters Astor Piazzolla. Als weltberühmter Akkordeon- und Bandoneonspieler verband er Elemente des südamerikanischen Tangos mit dem Jazz.

Ein begeistertes Publikum, ein würdiger Abschluss dieser Saison.