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Vieles spricht für die ELE

25.05.2012 | 18:41 Uhr
Vieles spricht für die ELE

Gladbeck. Bei der Frage der künftigen Stromversorgung, also wer den Gladbeckern den Strom ins Haus liefert, deutet sich an, dass es weiter die ELE sein könnte. Zumindest genießt die Lösung ELE (Emscher-Lippe Energie GmbH) mit dem Partner RWE erste Priorität bei den Verhandlungen der Stadt.

Allerdings müssten sich die Bedingungen für die Stadt deutlich zum Besseren ändern, heißt es. Also: Mehr „Bares“ als bisher müsste für die klamme städtische Kasse übrig bleiben. „Alternativ zur RWE AG stehen wir auch mit anderen Partnern in Verhandlungen“, erläuterte Beigeordneter Dr. Thomas Wilk, der Verhandlungsführer der Stadt, im Gespräch mit der WAZ. Auch die Alternative eigener Stadtwerke sei noch eine Überlegung.

Hintergrund ist die Neuvergabe der Konzession für die Stromversorgung durch die Stadt zum 1. Januar 2015, also die Erlaubnis, gegen Entgelt städtische Straßen und Wege zum Betreiben des entsprechenden Leitungsnetzes zu benutzen. Seit 1999 tut dies die ELE, nicht nur in Gladbeck, sondern auch in Gelsenkirchen und in Bottrop. Das wurde damals auf 15 Jahre vereinbart: Ende 2014 endet demnach der Vertrag. Zwei Jahre zuvor, also Ende dieses Jahres, muss die Neuvergabe geregelt sein.

Gladbeck ist sich mit den beiden anderen Städten einig, dass die kommunalen Interessen bei der ELE, wenn es mit ihr weitergehen soll, gestärkt werden müssen. Sie halten derzeit je 7 Prozent. Die RWE AG besitzt dagegen satte 79 Prozent. Gefordert wird, so erfuhr die WAZ, dass der kommunale Anteil der drei Städte auf mindestens je 16,6 % (zusammen also mit 49,8 % knapp unter 50 %) erhöht wird, was mit einer größeren Beteiligung an den Gewinnen der ELE einher geht. „Wir würden auch gern mehr Anteile nehmen und zusammen über die 50 % gehen“, so Dezernent Wilk.

Angesichts der historisch niedrigen Zinsen sehen die verschuldeten Städte auch keine Probleme bei der Finanzierung der höheren Geschäftsanteile, zumal die Verträge mit der ELE eine deutliche über die Zinsen liegende Rendite sichern sollen, wie es heißt.

RWE habe bereits signalisiert, sich nicht quer zu stellen und Anteile abzugeben. Die Frage ist: Wie viele Anteile ist RWE bereit abzugeben, und zu welchem Preis?Darum wird es nun bei den Verhandlungen im Kern gehen.

Dass die Stadt die ELE favorisiert bei den Verhandlungen hat auch damit zu tun, dass man ohne Übergang ein eingespieltes Versorgungsteam weiter arbeiten lassen kann. Nicht zuletzt bietet die ELE in den drei Städten 900 Arbeitsplätze. Und: Die ELE ist auch ein nicht zu unterschätzender Zahler von Gewerbesteuern in allen drei Städten. Wilk: „Wir haben ein Interesse, die Zusammenarbeit mit der ELE fortzusetzen, aber wir machen keinen Abschluss, nur um die ELE zu halten.“ Angesichts der niedrigen Zinsen strebt die Stadt einen langfristigen Vertrag über 20 Jahre an.

Ein Lenkungsausschuss mit Vertretern aller Ratsfraktionen bekräftige am Freitag einmütig die Verwaltung, mit der Priorität ELE in die enge Phase der Verhandlung zu gehen.Noch vor der Sommerpaus kommt der Thema im Juni in den nächsten Haupt- und Finanzausschuss.

Georg Meinert

Kommentare
25.05.2012
22:28
Vieles spricht für die ELE - für die Verbraucher aber nicht !!!!!
von Ruhri72 | #2

Leider sind die Interessen der Bürgerinnen und Bürger nur zweitrangig. Alle Deals die RWE mit den Städten vereinbaren wird, müssen über höhere...
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2012-05-25 18:41
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