Viel Lob und Ehr’ für engagierte Bürger

Zehn Menschen, die sich um Gladbeck verdient gemacht haben, sind gestern im Ratssaal mit der Ehrenplakette der Stadt geehrt worden. Im feierlichen Rahmen überreichte ihnen Bürgermeister Ulrich Roland die hohe Auszeichnung. Für den musikalischen Rahmen sorgten die elfjährige Mevize Candan mit der Mandoline, die im März den ersten Preis beim Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ errang, und Aprilia Grabowski mit der Gitarre. Ein Jahr nach dem 50-jährigen Bestehen der Partnerschaft zwischen Marcq-en-Baroeul und Gladbeck gab es im Ratssaal auch einen Tisch mit französischen Flaggen: Bürgermeister Roland konnte eine Delegation aus der Partnerstadt begrüßen.

Wurzeln im Bergbau unverkennbar

Gladbeck sei eine lebens- und liebenswerte Stadt, betonte Roland. Das liege nicht nur an der hervorragenden Infrastruktur und an weichen Standortfaktoren. Es liege vor allem an den Menschen: „Bis heute ist unverkennbar, dass wir unsere Wurzeln im Bergbau haben. Werte wie Offenheit, Gemeinschaftsgefühl, Solidarität wirken immer noch nach. Die Gladbecker sind offen, herzlich, freundlich – wenn auch manchmal ein bisschen knorrig –, gradlinig und ehrlich. Sie helfen einander, stehen für einander ein. Und das, ohne eine Gegenleistung zu erwarten, einfach, weil gerade eine helfende Hand gebraucht wird.“

Damit schlug der Bürgermeister die Brücke zu den Menschen, die in diesem Jahr mit der Ehrenplakette ausgezeichnet wurden. Bürgerschaftliches Engagement sei in Gladbeck außergewöhnlich ausgeprägt. Unzählige Bürger engagierten sich in Sportvereinen oder sozialen Einrichtungen, in Selbsthilfegruppen oder im Seniorenbeirat, in Gewerkschaften oder Parteien, in Wirtschaft, Kultur oder Religion, setzten sich aktiv für die Stadtgesellschaft ein. Roland: „Sie wissen: Der Staat, die Behörden und Institutionen können nicht alle Aufgaben übernehmen. Sie wissen auch: Vieles kann im Kleinen vor Ort, unbürokratisch, viel besser erledigt werden. Sie sind ganz nah dran, kennen ihre Stadt, ihren Stadtteil, ihre Mitmenschen, wissen, wo der Schuh drückt.“ Sie zeichne alles aus, was zwingend zum Ehrenamt gehöre: Mitgefühl, Hilfsbereitschaft, Freunde am Helfen und Menschenfreundlichkeit.

Oft höre er von den Menschen, die mit der höchsten Auszeichnung der Stadt geehrt werden sollen: „Warum denn gerade ich? Andere sind doch mindestens genauso aktiv, wenn nicht sogar aktiver als ich.“ Das sei nicht untypisch für Ehrenamtler. Für sie sei ihr Engagement ganz selbstverständlich, ihr Wirken oft von besonderer Bescheidenheit gekennzeichnet. Roland betonte: „Ich kann Ihnen allen versichern: Wir haben die heutigen Ehrenplakettenempfänger mit Bedacht ausgewählt. Sie alle haben es wirklich verdient. Ohne Sie würde vieles in unserer Stadt nicht oder zumindest nicht so gut funktionieren. Ohne Sie wäre unsere Stadt sicherlich weniger liebenswert. Ohne Sie wäre unsere Stadt weniger menschlich.“