Verzögerter Windradbau in Rentfort - neuer Antrag liegt vor

Der Windradbau in Rentfort verzögert sich.
Der Windradbau in Rentfort verzögert sich.
Foto: WAZ FotoPool
Eigentlich sollten sich in Rentfort schon die Rotorblätter des neuen Windrads drehen. Doch jetzt kommt es zu weiteren Verzögerungen bei dem Projekt.

Gladbeck..  Eigentlich sollte nach den Ursprungsplanungen das Projekt eines neuen Windrads zwischen Holtkampstraße und Innovationszentrum Wiesenbusch in Rentfort bereits verwirklicht sein - doch nun gibt es erhebliche Verzögerungen bei dem viel beachteten Vorhaben.

Die SL Windenergie hat jetzt ein Windrad anderen Typs für den Standort im Nordwesten Gladbecks beantragt, um die Genehmigung für den Nachtbetrieb auf jeden Fall zu erhalten - statt eines Windrads vom Typ Enercon E 92 soll nun eventuell ein Windrad des Typs Enercon E 82 E 2 realisiert werden.

„Dafür muss das gesamte Genehmigungsverfahren neu durchlaufen werden“, sagte Sprecher Jochem Manz vom Kreis Recklinghausen am Montag im Gespräch mit der WAZ. Die Untere Immissionsschutzbehörde des Kreises Recklinghausen ist die federführende Genehmigungsbehörde für das Projekt in Rentfort.

Die Gesamthöhe des nun vorgesehenen Windrad-Typs unterscheidet sich mit 149,38 Metern nur unwesentlich vom Vorgänger-Typ mit 149,9 Metern; dafür sind aber die Rotorblätter um fünf Meter kürzer. Beim zunächst geplanten Typ sind die Blätter 46 Meter lang, jetzt fällt diese Länge um fünf Meter geringer aus (41 Meter). Entsprechend erhöht sich allerdings die Nabenhöhe in der neuen Planung von 103,9 Meter auf 108,38 Meter.

„Ohne Nachtbetrieb macht die Anlage wirtschaftlich keinen Sinn“

Viele dieser Details fanden sich am Montag auch in einer Amtlichen Bekanntmachung des Kreises Recklinghausen, die im Anzeigenteil der WAZ Gladbeck abgedruckt war und die vor dem Hintergrund des intensiv diskutierten Windradbaus gerade in Rentfort viel Beachtung fand.

Vor einigen Wochen hatte Investor Klaus Schulze-Langenhorst gegenüber der WAZ unterstrichen, dass die neue Anlage ohne Nachtbetrieb wirtschaftlich keinen Sinn machen würde. Schon damals gab es die Überlegung, einen anderen Windrad-Typ zu verwirklichen, um die Genehmigung für den Nachtbetrieb auf jeden Fall zu erzielen.

Diesen Sachverhalt bestätigte der Firmen-Chef am Montag nochmals gegenüber der WAZ. Deshalb habe man nun zusätzlich die Anlage vom Typ E 82 E 2 beantragt, um auf jeden Fall auf der sicheren Seite zu sein. Sollten die entsprechenden Messdaten für den Nachtbetrieb des Typs E 92 rechtzeitig seitens des Herstellers vorliegen, werde SL Windenergie auch diese Anlage für den Nachtbetrieb beantragen und im Falle einer Genehmigung des Kreises die E-92-Anlage verwirklichen. Andernfalls könne man nun bei vorliegender Genehmigung immer noch auf den Typ E 82 E 2 zurückgreifen.

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