Verletzte Katze: Jäger hält einen Schuss für ausgeschlossen

Gerd Tersluisen appelliert an Katzenbesitzer, die Tiere im Haus zu halten.
Gerd Tersluisen appelliert an Katzenbesitzer, die Tiere im Haus zu halten.
Foto: Wolfram Martin
Was wir bereits wissen
„Die Verletzung von Kater Flecki kann nicht von einem Luftgewehr stammen.“ Gerd Tersluisen vom Hegering ist sicher, dass es ein Verkehrsunfall war.

Gladbeck..  Der Artikel über die Katze Flecki, auf die nach Ansicht der Familie Weichert geschossen wurde (WAZ vom 11. Juli), hat Gerd Tersluisen, den Obmann für Öffentlichkeitsarbeit des Hegerings Gladbeck, auf den Plan gerufen. „Es ist sehr bedauerlich, dass es auch in unserer Stadt Menschen geben soll, die Katzen mit einem Luftgewehr beschießen und ihnen dadurch Leid und Qualen zufügen“, schreibt er. Allerdings: Eine handtellergroße Fehlstelle im Fell der Katze sei nicht auf den Beschuss mit einem Luftgewehr zurückzuführen: „In 52 Jahren aktiven jagdlichen Einsatzes ist mir nicht einmal bei beschossenem Stück Wild solch eine Verletzung begegnet. Und dieses Wild wurde mit Jagdwaffen und nicht mit Luftgewehren erlegt.“

Nach Tersluisens Einschätzung kann nur ein Verkehrsunfall für die Verletzung in Frage kommen: „Leider ist es so, dass viele frei herumlaufende Katzen unter die Räder oder unter den Auspuff eines fahrenden Pkw geraten. Alle Tiere, die nicht vom Reifen zermalmt werden, springen unter einem sie überrollenden Fahrzeug instinktiv in die Höhe und erhalten so einen Schlag von der Abgasanlage. Das führt in vielen Fällen zum sofortigen Tod, mit Sicherheit aber zu schweren Verletzungen.“

Gerd Tersluisen empfiehlt, Katzen nicht „auf Tour“ gehen zu lassen: „Dass das Streunen der Katzen unterbunden werden kann, zeigt die Tatsache, dass nur die gemeine Hauskatze in Freiheit angetroffen wird, nicht jedoch die teure Edelkatze.“

Tersluisen geht auch noch einmal auf das neuen Landesjagdgesetz ein: „Auch ohne dieses neue Gesetz wurden im Bereich aller Großstädte keine Katzen erlegt, und das zum deutlichen Nachteil aller freilebenden Wildtiere. (. . .) Eine Katze, in der Nähe eines Spaziergängers erlegt, führte auch damals schon zum Entzug des Jagdscheines und damit zur Verpflichtung, die eigenen Jagdwaffen innerhalb eines Jahres abzugeben. Das allein waren schon gewichtige Gründe genug, auf den Tierschutz im Revier zu verzichten und die Natur den freilaufenden Katzen zu überlassen.“ (. . .)

Wenn Umweltminister Remmel sagt, die Regulierung der Katzenpopulation sei nicht Aufgabe der Jäger, habe er völlig Recht, schreibt Gerd Tersluisen. Allerdings müsse er dann diese Aufgabe anderen übertragen. „Die Vorschläge dazu haben die Jäger ja gemacht. Wir sind offensichtlich die einzigen Treuhänder der Natur und werden zu ihrem Schutz jetzt mit allen gebotenen Mitteln kämpfen“, kündigt Tersluisen an.

Seine Stellungnahme schließt er mit einem Appell an alle Katzenbesitzer: „Halten Sie Ihre Kätzchen im Hause. So betreiben Sie aktiven Naturschutz, so retten Sie millionenfaches Leben, so erfahren Ihre Tiere keine Qual durch Unfälle oder schießwütige Vogelfreunde. Für Flecki hoffen wir, dass er sich bald wieder erholt.“