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Vater und Sohn gemeinsam verurteilt

17.09.2012 | 17:17 Uhr
Vater und Sohn gemeinsam verurteilt
Foto: Ulrich von Born

Essen. Mit provozierten Verkehrsunfällen verdienten Vater und Sohn Geld und kassierten am Montag vor dem Landgericht Essen ihre Strafe. Sechs Monate Haft gab es für den 46 Jahre alten Vater, zwei Jahre für den 27-jährigen Sohn, beide aus Brauck. Mit geringen Auflagen setzte das Gericht die Strafen zur Bewährung aus.

Zwei Kfz-Gutachter, einer aus Essen, der andere aus Mülheim, saßen zunächst mit auf der Anklagebank. Sie sollen in die betrügerische Absicht der Gladbecker eingeweiht gewesen sein, behauptet die Anklage. Ihr Verfahren wurde aber abgetrennt.

Die insgesamt zehn Unfälle, für die die beiden Gladbecker verurteilt wurden, sollen nur ein kleiner Ausschnitt aus einem Verfahren gegen „Autobumser“, so der Juristenjargon, sein, das vor dem Landgericht demnächst aufgerollt werden soll. Darin verwickelt sollen nicht nur die eigentlichen Unfallfahrer sein, sondern auch Rechtsanwälte und eben Kfz-Gutachter, mit deren Hilfe der finanzielle Schaden bei den Versicherungen geltend gemacht wurde. Vater und Sohn flogen auf, als die Polizei während des Ermittlungsverfahrens bei den Gutachtern durchsuchte und dabei feststellte, dass die Gladbecker mit zahlreichen Unfallfahrzeugen zur Begutachtung zu ihnen gefahren waren.

Vor allem 2009 kam es zu Kollisionen in kurzen Abständen. 2007, das war der Beginn des Anklagezeitraums, war es zu Verkehrsunfällen am damaligen Wohnort in Coesfeld gekommen. Der Sohn steuerte den VW Golf des Vaters,, nutzte die Unaufmerksamkeit von anderen Fahrern beim Fahrspurwechsel aus. Nach dem Umzug nach Brauck stieg in Gladbeck die Unfallzahl. Der Fahrspurwechsel zählte zu den günstigen Gelegenheiten, aber auch durch abruptes Bremsen provozierte Auffahrunfälle. Am 29. Mai 2009 drehte der 27-Jährige an der Postallee sogar mehrere Runden im Kreisverkehr, bis er ein Opfer fand. Tatsächlich kam es zu keiner Kollision, der 27-Jährige spiegelte sie seinem Gegner aber erfolgreich vor, weil sein Auto Kratzer aus einem früheren Unfall aufwies. Am 21. November kollidierte er mit einem 82-Jährigen. Bei einem Unfall in Essen steuerte auch der Vater den VW Golf.

Nach einem Rechtsgespräch der Juristen einigten diese sich auf Geständnisse und die jeweilige Strafhöhe. Richterin Luise Nünning warnte die Angeklagten eindringlich vor dem „Autobumsen“. Denn dies sei eine erhebliche Straftat: „Das muss Ihnen ganz deutlich werden: Damit gefährden Sie Menschenleben.“

Stefan Wette



Kommentare
19.09.2012
14:38
Vater und Sohn gemeinsam verurteilt
von MichaP | #2

Beide sind wohl nicht fähig ein Fahrzeug zu führen, solche Leute dürften nie wieder in den Straßenverkehr gelassen werden.

18.09.2012
00:29
Vater und Sohn gemeinsam verurteilt
von joergel | #1

"Mit geringen Auflagen setzte das Gericht die Strafen zur Bewährung aus."

Also eigentlich ein Freispruch mit der Aufforderung weiterzumachen. Es geht ja nur um das Geld der geschädigten Bürger. Aber wehe den beiden, sie hätten den Staat geschädigt, z.B. durch Steuerhinterziehung. Dann hätte sie aber die volle Härte der Justiz getroffen...

9 Antworten
Vater und Sohn gemeinsam verurteilt
von ichliebekoenigsblau | #1-1


einen "Vorteil" haben die Geschädigten : Rechtsanspruch an Schädiger;

wie immer der auch ausgehen kann u. wird ? ! ( über die Versicherung z.B: )

Meinung
von Erbeck1 | #1-2

#1 - das sehe ich ebenso wie Sie !!

Die Richterin stellte nochmals die Tatschwere fest und gab deswegen Bewährung - das passt ja wieder wie Faust aufs Auge .

Vater und Sohn gemeinsam verurteilt
von digedag999 | #1-3

Dass eine zur Bewährung ausgesetzte Haftstrafe eine Art Freispruch sein soll, ist ein weitverbreiteter Irrtum. Tatsächlich sind die Beiden zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Wenn die sich in der Bewährungszeit, laut Gesetz 2-5 Jahre, etwas zu Schulden kommen lassen, droht denen jederzeit der Widerruf der Bewährung und dann müssen die die Strafe absitzen.

Vater und Sohn gemeinsam verurteilt
von digedag999 | #1-4

Leute in´s Gefängnis zu stecken, ist immer sowas von sozialschädlich, dass es halt als "allerletztes Mittel" angesehen wird. Die Beiden waren offensichtlich vorher unbescholten, wie das so schön heisst. Aus dem Knast kommen Amateure in der Regel als vollendete Verbrecher wieder heraus. Und das weiss und berücksichtigt man bei der Justiz.

Vater und Sohn gemeinsam verurteilt
von joergel | #1-5

Wenn sie mal mit dem Gericht zu tun haben und sehen, wie solche Leute noch zum dritten oder vierten Mal wegen ähnlicher Delikte auf Bewährung nach Hause gehen, denken sie wahrscheinlich anders darüber. Und wenn sie dies dann häufiger erleben, werden sie denken wie ich...

Komisch nur, dass dies nicht passiert wenn der Staat geschädigt wird. Da ist der Hang der Justiz zu Bewährungsstrafen bei weitem nicht so ausgeprägt. Und das sind häufig wirklich arme Schweine, die die volle Härte des Gesetzes trifft...

Vater und Sohn gemeinsam verurteilt
von digedag999 | #1-6

Wie ich sagte: Knast ist seltenst eine Besserungsanstalt. Deshalb sind die Gerichte mit Haftstrafen ohne Bewährung sehr zurückhaltend, jedenfalls in der Regel.

Vater und Sohn gemeinsam verurteilt
von joergel | #1-7

Wie ich sagte, dabei wird mit zweierlei Maß gemessen...

Vater und Sohn gemeinsam verurteilt
von digedag999 | #1-8

es gibt natürlich Ausnahmen: wer z.B. eine Bank oder auch nur einen Kiosk überfällt und dabei auch nur eine Spielzeugpistole einsetzt, bewegt sich im Bereich von 3 Jahren aufwärts, selbst wenn die Beute 50 Euro beträgt.

Vater und Sohn gemeinsam verurteilt
von joergel | #1-9

Bewährung gibt es auch nur bei Strafen bis zu 2 Jahren. Bei mehr als 2 Jahren Strafmaß muß der Täter in jedem Fall hinter Gitter...

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