Vater und Sohn gemeinsam verurteilt

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Essen. Mit provozierten Verkehrsunfällen verdienten Vater und Sohn Geld und kassierten am Montag vor dem Landgericht Essen ihre Strafe. Sechs Monate Haft gab es für den 46 Jahre alten Vater, zwei Jahre für den 27-jährigen Sohn, beide aus Brauck. Mit geringen Auflagen setzte das Gericht die Strafen zur Bewährung aus.

Zwei Kfz-Gutachter, einer aus Essen, der andere aus Mülheim, saßen zunächst mit auf der Anklagebank. Sie sollen in die betrügerische Absicht der Gladbecker eingeweiht gewesen sein, behauptet die Anklage. Ihr Verfahren wurde aber abgetrennt.

Die insgesamt zehn Unfälle, für die die beiden Gladbecker verurteilt wurden, sollen nur ein kleiner Ausschnitt aus einem Verfahren gegen „Autobumser“, so der Juristenjargon, sein, das vor dem Landgericht demnächst aufgerollt werden soll. Darin verwickelt sollen nicht nur die eigentlichen Unfallfahrer sein, sondern auch Rechtsanwälte und eben Kfz-Gutachter, mit deren Hilfe der finanzielle Schaden bei den Versicherungen geltend gemacht wurde. Vater und Sohn flogen auf, als die Polizei während des Ermittlungsverfahrens bei den Gutachtern durchsuchte und dabei feststellte, dass die Gladbecker mit zahlreichen Unfallfahrzeugen zur Begutachtung zu ihnen gefahren waren.

Vor allem 2009 kam es zu Kollisionen in kurzen Abständen. 2007, das war der Beginn des Anklagezeitraums, war es zu Verkehrsunfällen am damaligen Wohnort in Coesfeld gekommen. Der Sohn steuerte den VW Golf des Vaters,, nutzte die Unaufmerksamkeit von anderen Fahrern beim Fahrspurwechsel aus. Nach dem Umzug nach Brauck stieg in Gladbeck die Unfallzahl. Der Fahrspurwechsel zählte zu den günstigen Gelegenheiten, aber auch durch abruptes Bremsen provozierte Auffahrunfälle. Am 29. Mai 2009 drehte der 27-Jährige an der Postallee sogar mehrere Runden im Kreisverkehr, bis er ein Opfer fand. Tatsächlich kam es zu keiner Kollision, der 27-Jährige spiegelte sie seinem Gegner aber erfolgreich vor, weil sein Auto Kratzer aus einem früheren Unfall aufwies. Am 21. November kollidierte er mit einem 82-Jährigen. Bei einem Unfall in Essen steuerte auch der Vater den VW Golf.

Nach einem Rechtsgespräch der Juristen einigten diese sich auf Geständnisse und die jeweilige Strafhöhe. Richterin Luise Nünning warnte die Angeklagten eindringlich vor dem „Autobumsen“. Denn dies sei eine erhebliche Straftat: „Das muss Ihnen ganz deutlich werden: Damit gefährden Sie Menschenleben.“