„Up to Dance“-Festival lässt Tänzerherzen höher schlagen

„Up to dance“- so hieß es am Wochenende wieder in Gladbeck und in der Stadthalle.
„Up to dance“- so hieß es am Wochenende wieder in Gladbeck und in der Stadthalle.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Seit über einem Vierteljahrhundert setzt das Gladbecker „Up to Dance“-Festival tänzerische Maßstäbe. Jetzt war es wieder so weit. Atemberaubende Show.

Gladbeck.. „Up to Dance“ in Top-Form: Bei der Abendgala in der Mathias-Jakobs-Stadthalle erwartete die Gäste eine atemberaubende Bühnenshow einiger lokaler Tanzgruppen. Aber auch Tanzsternchen aus Belgien fanden ihren Weg in die Stadthalle. Zuvor hatten interessierte Gäste schon die Möglichkeit, an zahlreichen Tanzworkshops in der Anne-Frank-Sporthalle teilzunehmen.

Es war Mal wieder ein spektakuläres Wochenende zu dem das Tanznetzwerk „Up to Dance“ Tanzbegeisterte aus Gladbeck und Umgebung einlud: In vielen Workshops wie „Hip Hop mit Willie“ oder „Jazzdance mit Alina Köppen“ konnten sich die Teilnehmer ausprobieren und am Ende eine passende neue Choreographie lernen.

Einer dieser insgesamt neun Workshops war „Show Dance mit Melanie C. Day“, der nicht nur aufgrund seines Namens neugierig machte: „Die Leute wissen meist gar nicht worum es sich beim Show Dance handelt“, erklärt die Tanzlehrerin, während sie nach einem Müsliriegel in ihrer schwarzen Strandtasche mit dem Aufdruck „Greece“ greift. Genüsslich beißt sie in ihren Pausensnack, bevor sie dann weiter spricht: „Show Dance ist nichts anderes als übertriebenes Tanzen.“ Und genau dazu animierte die energiegeladene Choreographin ihre Teilnehmerinnen immerzu während des Workshops: „Stellt euch vor, ihr steht zu Hause alleine vorm Spiegel und müsst euch nicht schämen.“

Choreographie in 90 Minuten gelernt

Bei diesen realitätsnahen Situationsbeschreibungen war es wohl kaum ein Wunder, dass Days Worte schnell bei den Damen fruchteten: Nach nur 90 Minuten hatten die insgesamt 14 Teilnehmerinnen eine komplette Choreographie drauf. Leicht verschwitzt, aber dennoch stolz auf ihre Leistung erklärte Claudia Skerra (49), eine der Tänzerinnen, was das Besondere an diesem Workshop war: „Mir hat es super gut gefallen. Die Aufwärmphase war zwar intensiv, aber dafür geht man am Ende auch mit einer fertigen Choreographie nach Hause.“

Dass die Teilnehmer zum Schluss viele neue Tanzschritte lernen, sei zwar das Sahnehäubchen oben drauf, aber nicht Days vorrangiges Ziel: Für die gebürtige Hessin ist Tanzen vor allem eines: Eine Leidenschaft, die sie gern mit anderen teilt. Wenn sie sieht, dass die Teilnehmer mit Freude dabei sind, macht sie das glücklich. „Ich habe lieber einen Anfänger, der vielleicht nicht so gut ist, aber Spaß an der Sache hat, als einen Profi, der gelangweilt vor mir steht“, erklärt die ausgebildete Tänzerin lächelnd.

Ob wirklich jeder tanzen lernen kann? Bei dieser Frage scheiden sich die Geister. Laut neuester Studien sollen die Deutschen im weltweiten Vergleich zu den schlechtesten Tänzern gehören. Doch davon lässt sich das kesse Energiebündel Melanie C. nicht beeindrucken: „Tanzen macht immer Sinn. Es trainiert ja auch den Kopf.“

Gala-Darbietung mit vielen Höhepunkten

Bei der großen Gala-Show am Sonntagabend in der Mathias-Jakobs-Stadthalle präsentierten die Workshop Teilneherm dann das Erlernte. Den aufwendigen Choreographien nach zu urteilen, müssen die Köpfe der Tänzerinnen und Tänzer zuvor förmlich gequalmt haben: Von Modern Dance über Jazz über Show Dance hatten die Tanzgruppen einiges im Repertoire und heizten den Saal mit ihren Stücken ein.

Neu dabei war in diesem Jahr ein Team aus Belgien, das einen Stepptanz vorführte, bei dem sogar der Choreograph persönlich mit tanzte. Der Applaus war gigantisch. Jutta Altmayr, regelmäßige Besucherin dieser Veranstaltungsreihe weiß auch warum: „Ich finde es toll, wenn so junge Menschen etwas so großes auf die Beine stellen.“ Für ein gelungenes Kontrastprogramm sorgten acht vermeintlich untote Tänzerinnen: Mit schaurig geschminkten schwarzen Rändern unter den Augen bewegten sie sich zombieartig zu dem Lied „This is Halloween“ aus dem Musicalfilm „A Nightmare Before Christmas“.

Der anschließende Applaus der Zuschauer muss die Mädchen wohl wieder zum Leben erweckt haben, denn danach lächelten alle hochzufrieden und wirkten wieder äußerst lebendig.