Das aktuelle Wetter Gladbeck 14°C
A 52

Unterschriften gegen den Ausbau auf der Trasse der B 224 übergeben

10.12.2009 | 05:30 Uhr
Unterschriften gegen den Ausbau auf der Trasse der B 224 übergeben

Gladbeck. Über eine Stunde lang diskutierten Vertreter des Bürgerforums A 52 im Empfangssaal des Rathauses mit Bürgermeister Ulrich Roland.

3250 Namen enthält der weiße Aktenordner. Auf weißem Papier notiert, sorgfältig abgeheftet zwischen den Aktendeckeln. 3250 Menschen aus Gladbeck, die mit ihrer Unterschrift ein deutliches Signal setzen: „Wir wollen keine Autobahn, die mitten durch Gladbeck verläuft.”

Die Unterschriften-Sammlung übergaben Mitglieder des Bürgerforums A 52 gestern im Empfangsraum des Rathauses an Bürgermeister Ulrich Roland. Es war das erste offizielle Zusammentreffen der Initiative mit der Stadtspitze. Bei Keksen, Kaffee und Tee saß man über eine Stunde lang zusammen. Inhaltlich zusammen kam man dabei allerdings nicht.

Für Helmuth Deka, Klaus Axnich, Karl-Heinz Ochlast, Karin Jäger und Annette Tadday bleibt der Bau der Autobahn auf der Trasse der B 224 auch weiterhin ein Vorhaben, das der Stadt und den Menschen, die hier leben, nur schaden kann. „Umgehungen”, erklärte Helmuth Deka für die Bürgerinitiative, „gibt es doch in ganz Europa. Nur in Gladbeck wird das Gegenteil ausgeführt.” Dabei könne man mit einer anderen Lösung deutlich Geld einsparen. Und die Umgehung, die müsse ja auch gar nicht zwingend durch die Heege führen, gab Deka zu bedenken. Dringend bat er Bürgermeister Roland darum, Schaden von der Stadt abzuwenden, bezeichnete den geplanten Tunnelbau als „Jahrhundertbauwerk”, unter dem die Stadt nur leiden könne.

Karl-Heinz Ochlast befürchtete gar einen „Niedergang der Wohngebiete” entlang der Trasse. Schon zu diesem Zeitpunkt, erklärte er, dächten einige Anwohner über den Verkauf ihrer Häuser nach. Wohl wissend, dass der Wert der Immobilien mit dem Bau der Autobahn enorm sinken würde. Ein Augenblick, in dem der Ton im Empfangsraum schärfer wurde. Denn Bürgermeister Roland sprach sich eindringlich dagegen aus, solche „Endzeitstimmungen” zu schaffen. Grundsätzlich hege er eine Grundsympathie für die Argumente des Bürgerforums. Allerdings, fügte Roland auch nahtlos an, „ist die Heege-Lösung auch lokalpolitisch nicht mehrheitsfähig!”

Eine klare Position gegen die Forderung der Bürgerinitiative. Und eigentlich hätte man danach auch sofort auseinandergehen können. Doch die Diskussion dauerte dennoch noch über 30 Minuten. Minuten, in denen Roland die Abordnung von seinen Argumenten zu überzeugen suchte.

Eine Lösung müsse her, betonte er, die die Situation der Bürger in der Stadt deutlich verbessert. Von einem stadtverträglichen Autobahnnbau war erneut die Rede. Und von dem, was man in den Jahren bereits alles erreicht habe gegenüber Land und Bund. Schließlich sei nun schon von einem Tunnel von 1,1 Kilometer Länge die Rede. Der Anschluss des Gewerbeparks Brauck sowie konkrete Aussagen über die Bauzeit seien weitere Forderungen der Stadt. Die vom ehemaligen NRW-Bauminister Wittke propagierte Galerie-Lösung, erinnerte Röken, habe man schon vor Jahren als lächerlich verworfen. „Und die Tunnellänge von 1,1 Kilomter, die reicht auch noch nicht”, betonte Roland und verwies auf die erst vor kurzem gefasste Resolution der Bürgermeister der Region zum Autobahnausbau der B 224. Da ist ausdrücklich von einer durchgehenden Tunnellage auf Gladbecker Gebiet die Rede.

Und auch für Baurat Carsten Tum ist ein Ausbau mit Tunnel die einzige Möglichkeit für ein „Zusammenwachsen der Stadtteile”.

Katrin Walger-Stolle

Facebook
 
Kommentare
15.12.2009
11:01
Unterschriften gegen den Ausbau auf der Trasse der B 224 übergeben
von IHK hat keine Ahnung | #44

#35
Die IHK, so, so.
Ist das nicht die gleiche IHK, die für die Gewerbegebiete des NORDENS die gute Anbindung fordert und gleichzeitig auf die Gewerbegebiete in Gladbeck ein dickes Ei schlägt ?
Sind die etwa nicht in der IHK ?
Im Norden besteht nach wie vor die Möglichkeit bequem über die A 43 auszuweichen, da juckt es keinen. Außerdem hat die IHK glaube ich, nicht vernommen, das mit nahezu 10 Jahren Bauzeit, die jetzige Route der Wirtschaft im Prinzip nicht zur Verfügung stehen wird, also doch erstmal über die A 43 während der Bauzeit ausweichen. Nur haben die Gewerbebetreiber in Gladbeck das Problem in der Bauzeit um ihre Existenz zu kämpfen und danach schlechter angebunden zu sein als zum Zeitpunkt ihrer bewußten Standortwahl an der A 2. Dann bleibt nach wie vor die ungeklärte Frage, wie auf einer geplanten 4 spurigen A 52 die geschätzten 78.000 KFZ pro Tag mit einer dichten Abfolge von Autobahnanschlüssen auf Dauer funktionieren soll ? Der Dauerstau im Bereich Gladbeck ist doch für jeden normal denkenden Autofahrer damit schon vorhersehbar.

Ich verstehe ja die IHK, sie müssen den Lobbyisten zum Munde reden, aber von nachhaltiger Verkehrsplanung haben sie scheinbar überhaupt keine Ahnung, stattdessen muß sie sich mit kurz gedachten Leuchtturmprojekten vor den schwindenden Mitgliedern profilieren und ist es noch so schlecht vorbereitet und recherchiert.
Muß es der IHK schlecht gehen !
Die Wirtschaftskrise scheint in der IHK angekommen.
SIe soll lieber das tun, was sie am besten kann, verwalten.

14.12.2009
23:21
Unterschriften gegen den Ausbau auf der Trasse der B 224 übergeben
von Viele Köche | #43

Laut der WAZ von heute will sich jetzt die IHK vermittelnd zwischen Stadt, Land und Bund mit Einbringen. Vermutlich soll so ein möglicher Tunnel kurz und klein zusammen gestrichen werden damit die Autobahn so schnell wie möglich gebaut werden kann.

Das kann ja Eiter werden. Viele Köche verderben den Brei.

14.12.2009
14:06
Unterschriften gegen den Ausbau auf der Trasse der B 224 übergeben
von enttäuschter exrolandwähler | #42

Tut mir Leid Herr Bukowski, aber Privatinteressen kann man eigentlich vor allem denjenigen vorwerfen, die die Heege-Lösung immer noch blockieren.

Sicherlich haben die Leute, die Eigentum in der Stadtmitte haben auch Angst um die Werte ihrer Immobilien, aber Sie sollten die negativen Auswirkungen auf das Stadtbild nicht vergessen. Herrn Roland zu beglückwünschen mag ja okay sein, aber beglückwünschen sie ihn nicht für seine Beharrlichkeit, sondern für seinen Stumpfsinn und sein Desinteresse für die Stadt.

14.12.2009
13:31
Unterschriften gegen den Ausbau auf der Trasse der B 224 übergeben
von Daniel Bukowki | #41

Wenn die Bahn komplett im Tunnel verschwindet, sind die Wohnlagen geschont, das LSG bleibt erhalten und der Dauerstau ist abgewendet. Roland hat doch schon eine Menge in diese Richtung vorbereitet. Hier im Forum werden doch wieder nur private Interessen gegeneinandergehalten. Wer in Butendorf-Ost wohnt, wird wohl kaum begeistert sein, wenn die A52 dort in vollkommen offener Lage entlanggeführt wird. Es wird 2 BAB-Kreuze geben, auch nicht so toll.
Ich beglückwünsche Herrn Roland zu seiner Beharrlichkeit und zu seinem Realitätssinn.

14.12.2009
10:21
Unterschriften gegen den Ausbau auf der Trasse der B 224 übergeben
von enttäuschter exrolandwähler | #40

Wenn ich mir so einen Unsinn durchlesen muss, stockt mir der Atem!

Die Heege ist ein Landschaftsschutzgebiet, die Heege ist einer der wenigen grünen Flecken unserer Stadt... Das ist doch wohl nicht euer Ernst, oder?

Zählt so ein dämliches Gebiet (dessen landschaftlicher Wert mehr als zweifelhaft ist) tatsächlich mehr, als die Menschen, die im Bereich der Alt-Trasse wohnen? Ist Lärmschutz nicht auch Umweltschutz? Aber diese Ökoheinis, die gegen die Heege argumentieren, haben den Umweltschutz eben nicht begriffen. Was übrigens die Grünen betrifft, geht es nicht um Umweltschutz, die Grünen Gladbecks sind inzwischen in Sachen Ökologie und Vernunft jenseits von gut und böse, wenn man die Herren Herrmann nd Lehmann so hört, fragt man sich ja, was die noch mit den Grünen zu tun haben.

Langer Rede kurzer Sinn:
Die Gladbecker Lokalpolitik muss sich entscheiden, ob sie ein Landschaftsschutzgebiet mit einer Autobahn beglücken will, oder ob sie lieber auf dem Rücken der Menschen, die in Stadtmitte wohnen die Stadt Gladbeck durch die Autobahn mitten durchs Stadtgebiet nicht nur verschandeln sondern ob sie auch gewillt sind, einen nicht unerheblichen Teil der Bevölkerung Lärm und Feinstaub zuzumuten, nur um wirren Ideen der Grünen nach dem Munde zu reden.

Pfui, Herr Bürgermeister! Sie verkaufen die Stadt aus persönlichen machtpolitischen Interessen. Ihr Credo, Schaden von der Stadt abzuwenden und zum Wohl der Stadt zu handeln, haben Sie also bereits so kurz nach den Kommunalwahlen wieder verkauft. Was bieten Ihnen die Grünen dafür?

12.12.2009
15:51
Unterschriften gegen den Ausbau auf der Trasse der B 224 übergeben
von Deutscher Michel | #39

Toller Prachtbau für Stuttgart für
derzeit geschätzte 4.800.000.000 Euro (4,8 Mrd.)
und für die Deppen aus dem Kohlenpott ist 08/15 angesagt, weil die ja Dreck gewohnt sind. Liebe Stuttgarter, ohne Ruhrgebiet könntet Ihr euch nicht so einen tollen Leuchtturm als Prestigeobjekt leisten, denn nach dem 2. Weltkrieg hat das Ruhrgebiet die junge BRD aufgebaut, scheinbar haben das aber alle lange vergessen.
Der Moor hat seine Dienst getan, der Moor kann gehen
Danke für die schreiende Ungerechtigkeit im Lande.
Der Essener HBF, der für ein Handvoll Dollar ein Facelifting (keinen wirklichen Umbau) erhält, steht vielleicht exemplarisch dafür, welchen Stellenwert das Ruhrgebiet in der BRD hat, da nützt uns auch nicht der Titel KULTURHAUPTSTADT.
Der Kulturhauptstadts HBF in Essen ist eher als kosmetischer Witz zu verstehen im Vergleich zu Stuttgart und dem in Berlin, der auch 2 Mrd. EURO gekostet hat.
Ich denke, wir müssten mal als Ruhrgebiet aufbegehren und das Geld fordern, was hier erwirtschaftet wird und wurde. Ich glaube, da würden sich so manche wundern, was hier alles für hochwertige Projekte plötzlich möglich würden.
Durch unsere Ruhrgebietstädte wollen sie alle gerne schnell fahren, aber dafür zahlen will keiner.
Hauptsache in ihren ländlichen Regionen verschwindet alles in tollen Tunneln oder mit weitläufigen Umgehungsstraßen.
Leben wir wirklich in ein und dem selben Land ???
Ziemlich Widersinnig, nicht war ?

12.12.2009
12:18
Unterschriften gegen den Ausbau auf der Trasse der B 224 übergeben
von Geradeausdenker | #38

#29 .. es muss BAUWERK heißen...

12.12.2009
12:17
Unterschriften gegen den Ausbau auf der Trasse der B 224 übergeben
von Geradeausdenker | #37

Wenn der Bund für das Projekt Stuttgart 21 -Verlegung des Hbf unter die Erde und das unsinnigste Baumwerk seit des Turmbaus zu Babel- Milliarden vergeudet, sollte für Gladbeck der weit preiswertere Tunnel finanziell möglich sein. Tretet dem Verkehrsminister Ramsauer auf die Füße!! Entweder den Tunnel für Gladbeck bauen oder Stuttgart 21 wird auch nicht realisiert. Finger weg von der Heege und der Stadtautobahn durch Gladbeck !

12.12.2009
00:30
Unterschriften gegen den Ausbau auf der Trasse der B 224 übergeben
von mad | #36

@22 von Keine neue Autobahntrasse

Richtig erkannt! Das war ein starker Auftritt des Bürgerforums A52. Damit haben viele nicht gerechnet. Aber warum so sparsam an der A2? Warum nicht 12 oder 16 Spuren? Wenn dort überhaupt Gebäude fallen müssen, dann muss man schon sehr großzügig Planen.

@23 von ich habs geahnt

Kurz und bündig auf den Punkt gebracht. Die FDP hat in der Vergangenheit Lärmschutzwände für erforderlich gehalten. Aber bei dem Umfang des gesamten Projektes ist es verständlich so etwas unter egal zu Verzeichnen.

11.12.2009
22:55
Unterschriften gegen den Ausbau auf der Trasse der B 224 übergeben
von nicht das weite Tor | #35

Leute, Leute,
hört doch mal mit den überholten festgesetzten Schlagwörtern und jederzeit widerlegbaren politisch verbreiteten Floskeln, Lanschaftsschutzgebiet, A 2 wird Achtspurig, Mehrbelastung für Butendorf und Wielandgarten unbezahlbar usw. auf. Erkundigt euch erst einmal, was es noch für Möglichkeiten und Alternativen gibt. Eine Umgehungsautobahn muss keine weiteren Naturräume zerstören, wenn die alte Trasse der B 224 danach rückgebaut und renaturiert würde. Ein Tunnel unter der Heege macht nichts kaputt, ist um über die Hälfte der Strecke kürzer und billiger, als alles bisher angebotene auf der vorhandenen Trasse. Der Eingriff, der im Tunnelvortiebsverfahren erfolgen müsste, passiert nahezu unbemerkt. Im Gegenteil, es wären nachher sogar mehr Freiflächen als vorher vorhanden und sie wären ökologisch hochwertiger als eine Ackerlandschaft, wo jeder weiß, das die mit Pestiziden, Herbiziden, Nitriden und allerlei Düngemittel überfrachtet sind. Was meint ihr, warum Nordpark, Schloss- und Brillenteiche immer so eine schone grüne Farbe haben und technisch entalgt werden müssen ?. Apropos grün, ich verstehe in diesem Zusammenhang die Haltung der Gladbecker Grünen gar nicht mehr. Soweit ich im Bilde bin findet in der Heege kein Ökologischer Anbau statt und irgendwelchen nenneswerte Pipmätze oder Lurchis würden mich bei dem Durchgangsverkehr dort auch verwundern. Wenn, wie beschrieben, der Flächenverbrauch weniger wird, dann haben die Grünen in Gladbeck scheinbar noch nicht den Vorher- Nachhereingriff einer solchen technisch machbaren Lösung berechnet. Hört endlich auf der mit der Heilig Sprechung der Heege, wenn ihr gleichzeitig das Großraum-Schutzgebiet Stadt mit Menschen für entwertbar haltet. Gelsenkirchen pfeifft doch im Grunde auf die Heege, warum sollten sie denn sonst dort eine große Fachhochschule einschließlich großzügiger Infrastruktur errichten, die sich im laufe der letzten Jahre extrem in Richtung Westen erweitert hatte ???
Was ist euch alles wird gut - Prediger wirklich wichtiger ?
Scheinbar die einfachste Lösung, wo man nicht soviel denken muss ?

@Keine neue Autobahntrasse
war euer Slogan nicht
Wir wollen keine Autobahn ? ;-)

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/2240203/create

Aktuelle Fotos und Videos
Wittringer Sommer
Bildgalerie
Sonnige Pfingsten
Nacht der offenen Kirchen
Bildgalerie
Kirchen
Über 500 Sportler beim Borsig-Meeting
Bildgalerie
Leichtathleten
Rund um den Job
Bildgalerie
Berufsinfobörse
Aus dem Ressort
Rote Karte für die Vuvuzela
Public Viewing
Beim Public Viewing in der Stadthalle ist die Vuvuzela tabu.
Peter und Lucy bringen Swing
Extraschicht
Die Extraschicht zeigt am 30. Juni den Zweckelern und ihren Gästen die Welt des Swings.
Foto