Unsichere Mini-Jobs der Normalfall

Unsichere Jobs werden im Kreis Recklinghausen immer mehr zum „Normalfall“, darauf weist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten hin. Im vergangenen Jahr arbeiteten rund 44 Prozent der heimischen Beschäftigten in Teilzeit- und Mini-Jobs oder hatten ein Leiharbeitsverhältnis. Vor zehn Jahren lag der Anteil der sogenannten „atypisch Beschäftigten“ dagegen noch bei etwa 38 Prozent. Die NGG beruft sich dabei auf eine aktuelle Studie der Hans-Böckler-Stiftung. Demnach arbeiteten im vergangenen Jahr rund 87 000 Beschäftigte im Kreis in nicht-regulären Jobs.

Für die NGG ist diese Tendenz „alarmierend“: „Wenn mittlerweile so viele Menschen keinen stabilen Arbeitsplatz haben, zeigt das die Schieflage auf dem Arbeitsmarkt im Kreis Recklinghausen“, sagt Yvonne Sachtje von der NGG Ruhrgebiet. Gerade 450 Euro-Mini-Jobs hätten zugenommen, die nicht zum Leben reichen. Deshalb müssen viele Menschen mehrere Mini-Jobs machen“, so Sachtje. Im Bäckerhandwerk und in der Gastronomie seien diese besonders verbreitet – auf Kosten von regulärer Beschäftigung. Diese Jobs begünstigten „die Altersarmut von morgen.“ Die NGG fordert die Arbeitgeber auf, „mehr reguläre und tariflich bezahlte Jobs“ zu schaffen.