Unfreiwilliger Verzicht auf mehr als 200 Euro Lohn

Immer häufiger arbeiten Beschäftigte in Gladbecker Back-Filialen und Fast-Food-Restaurants länger, ohne dafür allerdings einen Cent Extra-Lohn zu bekommen. Das kritisiert Yvonne Sachtje von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Ruhrgebiet.

1 Worum geht es genau?

Es geht geht um die vielen Handgriffe, die nötig sind, bevor ein Backshop oder ein Fast-Food-Restaurant aufgeschlossen und der erste Kunde bedient wird. Die Zeit der Vorbereitungen und Nacharbeiten wird einfach nicht bezahlt.

2 Wieviel Zeit geht dabei drauf?

Oft ist es eine Stunde. Der Start in den Backfilialen ist ein Stress-Programm. In den Fast-Food-Filialen sieht das genauso aus. Dass die Beschäftigten hierfür keinen einzigen Euro bekommen, ist unverschämt. Aber immer mehr Arbeitgeber in Gladbeck fordern Extra-Arbeiten zum Null-Tarif. Gerade in Backfilialen sparen sich Arbeitgeber oft sogar die Reinigungskräfte. Dann müssen Verkäuferinnen abends sogar noch die Toilette sauber machen.

3 Was macht das in Euro und Cent aus?

Unterm Strich werden Beschäftigte in Backshops und Fast-Food-Restaurants so dazu gezwungen, auf mehr als 200 Euro Lohn pro Monat zu verzichten. Die Arbeitgeber sparen durch diese extreme Geiz-Praxis enorme Lohnausgaben, auf dem Rücken der Beschäftigten. Diese Missständen herrschen übrigens insbesondere in Betrieben, in denen es keinen Betriebsrat gibt.