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Neue Galerie eröffnet

Und so etwas in Gladbeck!

15.11.2009 | 17:25 Uhr
Und so etwas in Gladbeck!

Gladbeck. Gäste staunten und lobten am Eröffnungsabend die Neue Galerie. Staatssekretär Große-Brockhoff zeigte sich beeindruckt.

Keine rechten Winkel, meterhohe Wände ohne Fenster, und doch ist das nicht einfach nur eine (Kunst-)Halle. Sondern ein Raum für die Kunst, der selbst schon ein Kunst-Werk ist. Die Neue Galerie hinter dem Rathaus ist ein Kubus, dessen graue Betonwände von nichts ablenken sollen, schon gar nicht von der Kunst.

Zum ersten Mal gezeigt wird hier Kunst seit Freitag, zum ersten Mal öffneten sich die Türen der Neuen Galerie für Besucher an dem Abend. Ein bewegter Gerd Weggel stand draußen vor dem Eingang, um die vielen Gäste zu begrüßen, und war sichtbar überwältigt von diesem Moment, auf den er so viele Jahre hingearbeitet hat. Die Idee einer „richtigen" Galerie und das Bemühen des „Vereins der Freunde und Förderer der Galerie” darum ist schließlich schon zehn Jahre alt. So ist es ein bisschen auch das Haus des Gerd Weggel, das da entstanden ist. Ohne ihn, der schon in den vergangenen Jahren die Künstler der Moderne nach Gladbeck holte und der Stadt damit einen Namen in der Kunstszene gemacht hat, wäre das alles wohl nicht möglich gewesen. Hätte sich kein Verein der Freunde und Förderer der Gladbecker Kunst gegründet, wäre der Traum von einem herausragenden Ausstellungsraum für zeitgenössische Kunst, das ein jahrelanges Provisorium ersetzt, nie verwirklicht worden. Dass die Künstler in den Vorjahren überhaupt in Gladbeck ausstellten obwohl der alte Galerieraum mehr als ungeeignet war, war auch dem unermüdlichen Promoter für die Kunst persönlich geschuldet.

Gerd Weggel Austellungsplaner und Vorsitzender des Galerie-Trägervereins. Foto: Christoph Wojtyczka / WAZ FotoPool

Was sagt nun Gerd Weggel über dieses Bauwerk für die Kunst? „Der Raum entzieht sich postmoderner Beliebigkeit. Er öffnet der Kunst große Freiheiten, wehrt sich gegen jede Verbindlichkeit, ist wie geschaffen für zeitgenössische Kunst. Er wird sich auszahlen."

„Einfach toll." „Und so etwas hier in Gladbeck!" Die zahlreichen Gäste guckten, staunten, lobten. „Damit sichert sich Gladbeck einen Platz in der internationalen Kunstszene und kann sich 2010 einreihen in die Metropole Ruhr." Bürgermeister Ulrich Roland betonte den Mut des Vereins und das große bürgerschaftliche, auch finanzielle Engagement, das zum Entstehen dieses „Kunst-Werks" beigetragen hat. Die neue Galerie sei ein Ort des Lernens, Verstehens und der Bildung, sei Nahrung für die Seele. „Orte wie dieser lehren, den Blick zu öffnen, bieten Freiräume jenseits nüchterner Fakten."

13.11.09 Eršffnung der ãGalerieÒ im Rathauspark in Gladbeck Maria Seifert und rechts KulturstaatssekretŠr Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff. Foto: Christoph Wojtyczka / WAZ FotoPool

Das bürgerschaftliche Engagement war es wohl auch, das den Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Große-Brockhoff von dem Projekt überzeugte und den beachtlichen Zuschuss (eine Viertelmillion Euro) aus der Landeskasse möglich machte. Mag sein, dass die Weihnachtsmusik in der Soester Wiesenkirche im Advent 2007 das ihrige dazu beigetragen hat. Denn den Anlass dieses gemeinsam besuchten Konzerts hatte Vereinsgründerin Maria Seifert vor zwei Jahren gewählt, um den Staatssekretär vom Anliegen der Gladbecker zu überzeugen. Der versprach, sich kümmern zu wollen. Dass dann alles in nur zwei Jahren „schwupp di wupp", so Große Brockhoff wörtlich, fertig geworden ist, das hat ihn mehr als erstaunt. „Das bin ich gar nicht gewöhnt, Schuhmacher in Hagen dauerte acht Jahre." Aber das sei ja auch keine private Initiative, sondern ein Akt der Bürokratie gewesen. Das hohe Niveau des persönlichen Engagements, der Kunstanspruch und die Mitwirkenden, die das Zeug hatten, ihn umzusetzen, habe den schnellen Erfolg in Gladbeck gebracht.

Dieses Niveau übrigens, darüber könne man sich nur verwundert die Augen reiben, lobte der Staatssekretär beeindruckt. Ein ganz spontanes „das kann doch nicht wahr sein" sei ihm beim Betreten des Ausstellungsraums entfahren. Denn wie phantastisch der sei, das werde einem schlagartig angesichts der ausgestellten Werke des Künstlers Werner Pokorny bewusst. Große-Brockhoff: „Hinter diesem stimmigen Gesamtbild steckt ein Geist, der es in sich hat und den ich von Anfang gespürt habe. Das imponiert mir. Ich empfinde Respekt und Hochachtung vor den Mitwirkenden. Da sollte so manche Kulturmetropole mal nicht auf zu hohem Ross sitzen." Das war, sicher, Labsal für Gladbecker Kulturseelen.

Wie auch das nächste Versprechen des Staatssekretärs. „Es wird einen Zuschuss geben, um die kulturelle Arbeit mit Kindern und Jugendlichen anzustoßen." An dem Projekt werde er mit Gerd Weggel noch „etwas arbeiten”. Der „Hausherr" hatte das wohl geahnt, denn er beendete seine Rede zuvor mit einem Zitat Karl Valentins, der auf die andere, prosaische Seite der Kunst hinweist. „Kunst ist schön. Macht viel Arbeit."

Maria Lüning

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Kommentare
22.11.2009
17:04
Blockierter Kommentar.
von udo.michel | #2

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

15.11.2009
18:36
Und so etwas in Gladbeck!
von Frager | #1

Der Raum ist wie geschaffen für zeitgenössische Kunst
Warum lediglich wie geschaffen?
Ist er nicht gerade extra dafür geschaffen worden?

Das muss ich mir ansehen.
Wer kommt eigentlich für die Unterhaltungskosten auf?
Schafft das der Trägerverein oder fließen da auch städtische Mittel?

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