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„Und schon sind über 30 Jahre um . . .“

02.02.2012 | 17:50 Uhr
„Und schon sind über 30 Jahre um . . .“
Lehrerin Anna Suchanek (Foto)verabschiedete sich von Kindern, Eltern und Kolleginnen der Albert-Schweitzer-Grundschule in Ellinghorst. Foto: Dirk Bauer / WAZ FotoPool

Gladbeck.Wer wissen will, wo die Grundschulwelt noch in Ordnung ist, der muss Anna Suchanek (62) fragen. Für sie ist die Albert-Schweitzer-Schule und der kleine Stadtteil Ellinghorst „die beste Ecke der Welt, die sich eine Lehrerin für ihre Aufgabe wünschen kann“. Das weiß sie so genau, weil sie dort in den vergangenen 36 Jahren tausenden von Ellinghorster Kindern das ABC, Rechnen nach Adam Riese, katholische Religion und mehr beigebracht und sich „sehr, sehr wohl gefühlt hat. Ellinghorst ist mein zweites Zuhause geworden, ich kenne alle hier“, sagt die gebürtige Oberschlesierin.

Doch jetzt hat sich Anna Suchanek verabschiedet, begibt sich mit dem Beginn des zweiten Schulhalbjahres in die passive Phase der Altersteilzeit. Abschiedstränen flossen bei den Feierlichkeiten auf beiden Seiten. Der Lehrerin, ihren Schülern und deren Eltern fiel der Abschied schwer. Viele Briefe und Geschenke, vor allem aber „viele schöne Erinnerungen und Begegnungen“ nimmt die Pädagogin mit nach Dinslaken, wo sie wohnt.

Es sind Erinnerungen an eine „wirklich schöne Schulzeit“, vom ersten Lehrerschultag im Jahr 1976 bis zum letzten im Januar 2012. Denn im kleinen, beschaulichen Ellinghorst, da seien die Schulkinder nach wie vor unproblematisch, die Eltern sehr engagiert. „Sie waren immer da, wenn ich sie brauchte“, lobt die Lehrerin und schickt via Zeitung ein herzliches Dankeschön an die Elternschaft.

Minischule mit vier Lehrerinnen
Zweitstandort der Wilhelmschule

Die Nachfolgerin von Anna Suchanek übernimmt die 3. Klasse in der Albert-Schweitzer-Schule ab dem neuen Schulhalbjahr. „Eine junge, engagierte Lehrerin“ freut sich die Vorgängerin über die Nachfolgelösung. Die Ellinghorster Grundschule bleibt als Zweitstandort der Wilhelmschule mit vier Lehrerinnen weiterhin bestehen.

Die große Bereitschaft zur tätigen Mitarbeit am Schulleben hatte vielleicht auch damit zu tun, dass viele heutige Eltern vor Jahren selbst Schüler in der Klasse von Frau Suchanek waren. Und sich da schon anstecken ließen von der unkomplizierten Fröhlichkeit dieser Lehrerin, die ihren Spaß am Lehrberuf den Kindern vermittelt hat.

Einen anderen Beruf konnte sich die warmherzige Frau auch gar nicht vorstellen. „Ich werde Lehrerin“, das hatte sie als Sechsjährige in der ersten Klasse beschlossen. Dass es dann tatsächlich so gekommen ist, war einfach ein Glück. Dass die Albert-Schweitzer-Schule so ideale Lehrbedingungen biete, ein weiteres. „Wir sind so gut ausgestattet, haben viel Platz auf dem Schulhof, es gibt so viel Bewegungsfreiheit für die Kinder.“ Das wirke sich positiv auf die Stimmung in der Schule und die Lernmotivation aus, ist Anna Suchanek überzeugt.

Und jetzt? Wird Anna Suchanek ihren Ruhestand genießen, in den nächsten Tagen die Dankesbriefe der Eltern und Kinder wieder und wieder lesen und die liebevoll ausgesuchten Geschenke bewundern. Große Pläne für die Zeit nach dem Schulleben hat sie nicht. „Ich bin ein häuslicher Typ.“ Die Kolleginnen der Albert-Schweitzer-Schule, die zugleich ihre Freundinnen sind, wird sie häufiger einladen nach Dinslaken. Und gemeinsam mit ihnen darüber staunen, wie schnell 36 Jahre vergehen können. „Man macht den Unterricht, bereitet ihn vor, bereitet ihn nach, und schon sind mehr als 30 Jahre um.“

Maria Lüning

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