Unbekannte sägten in Gladbeck Rohr der BP-Fernleitung an

Gutachter untersuchten am Montag den Boden in der Nähe der Sabotagestelle  nach weiteren Verunreinigungen.
Gutachter untersuchten am Montag den Boden in der Nähe der Sabotagestelle nach weiteren Verunreinigungen.
Foto: Thomas Schmidtke
Hochgiftiges und leicht entzündliches Methanol strömte aus. Ein Spaziergänger entdeckte das Leck zum Glück. Jetzt ermittelt der Staatsschutz.

Gladbeck.. Ein aufmerksamer Spaziergänger entdeckte am Sonntagmorgen in Ellinghorst ein Leck im Fernleitungsnetz der BP Ruhr Öl GmbH. Im Bereich der Autobahn-Unterführung des Spazier- und Radweges zwischen den Naturschutzgebieten Halde Ellinghorst und Halde Rheinbaben spritzte giftiges und leicht entzündliches Methanol aus der Pipeline.

Wie sich weiter herausstellte, ist das oberirdisch verlaufende Rohr angesägt worden. Wer für den Sabotage-Fall verantwortlich ist, steht noch nicht fest. „Die Staatsschutz-Abteilung der Polizei übernahm die weiteren Ermittlungen und prüft dabei auch, ob es sich um eine politisch motivierte Tat handeln könnte“, so Polizeisprecherin Ramona Hörst.

Die telefonische Leckage-Meldung ging bei der BP Ruhr Öl-Leitzentrale gegen 9.15 Uhr am Sonntag ein. „Der Anrufer wählte die Störungsnummer, die auf Hinweistafeln entlang unseres Fernleitungsnetzes angebracht ist, das vom Werk Scholven bis zum Hafen Bottrop verläuft“, so BP-Sprecherin Stefanie Hansen. Die Fernleitung sei sofort abgestellt worden.

Mit einem Anfangsdruck von 25 Bar fließen pro Stunde 35.000 Liter Methanol durch das Transportrohr, das einen Innendurchmesser von zehn Zentimetern hat. Ein kleiner Schnitt war in den 14 Millimeter starken Stahl gesägt worden. Die BP-Werksfeuerwehr rückte mit zwei Zügen zur Sabotagestelle aus, die wenige Meter hinter der Unterführung der A 2 liegt. Auch die Feuerwehr Gladbeck wurde alarmiert, die am Einsatzort aber nicht tätig werden musste, da die Werksfeuerwehr die Leckage bereits provisorisch abgedichtet hatte.

Etwas Ähnliches gab es regional noch nicht

Auch das zuständige Umweltamt des Kreises Recklinghausen sei informiert worden, so Stefanie Hansen. Wie viel Methanol ausfließen konnte, stehe nicht genau fest. „Insgesamt wurden an der Austrittstelle aber 35 Kubikmeter Boden ausgekoffert und in vier Containern abtransportiert.“ Ein Bodengutachter prüfe zudem, inwieweit Verunreinigungen erfolgt sind.

Dass eine ähnliche Tat schon einmal am regionalen Leitungsnetz ausgeübt wurde, sei ihr nicht bekannt, so die BP-Sprecherin. Bundesweit seien solche Vorfälle sicherlich schon vorgekommen, „die generell aber sehr selten sind.“

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