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St. Elisabethkirche

Übers Denkmal nochmal nachdenken?

21.02.2012 | 18:59 Uhr
Übers Denkmal nochmal nachdenken?
Die Kirche St. Elisabeth in Gladbeck Ellinghorst wurde am 20,. November 2010 geschlossen. Archiv-Foto: Dirk Bauer / WAZ FotoPool

Gladbeck.Die Kirche St. Elisabeth in Ellinghorst ist unwiderruflich geschlossen, aber sie steht trutzig wie eh und je im kleinsten Gladbecker Stadtteil an der Maria-Theresien-Straße. Und sie ist seit dem Schließungstag am 20. November 2010 häufiger im Gespräch als jemals zuvor. Denn noch immer ringen einige Mitglieder der Ellinghorster Kirchengemeinde und des Arbeitskreises Stadtbildpflege um den Erhalt dieser Kirche. Zuletzt, wie berichtet, mit dem Mittel des Denkmalschutzes. Gregor Collet hatte den Antrag beim LWL, Landschaftsverband Westfalen Lippe, im vergangenen Sommer gestellt. Und die Experten aus Münster bescheinigten der Kirche tatsächlich Denkmalwürdigkeit wegen ihrer in der Region einmaligen Bauweise mit Chorturm und Atrium/Kreuzgang.

Der Kulturausschuss, der laut Satzung als Untere Denkmalbehörde dazu eine Entscheidung treffen kann, lehnte dennoch ab. Einstimmig sprach sich das politische Gremium sogar gegen die recht offen formulierte Empfehlung der Verwaltung für eine Unterschutz-Stellung der Kirche aus. Anke Hein (CDU) nannte einen von mehreren Gründen: „Eine leere Hülle am Eingangstor zur Stadt, wollen wir das?“

Damit ging das Thema zurück an den LWL, der die Begründung für die Ablehnung noch einmal prüfen wollte. Das ist zwischenzeitlich erfolgt, so die LWL-Pressestelle, und die Gladbecker Stadtverwaltung sei erneut angeschrieben worden mit der Aufforderung, die ablehnende Entscheidung nochmals zu überdenken. Zwei neue Aspekte führen die LWL-Historiker an: Sie verweisen auf die Bedeutung des Architekten Otto Spengler und auf die Tatsache, dass die Kirche Ende der 50er Jahre unter dem Bistum Münster geplant wurde, nach der Neuaufteilung der Bistümer dann jedoch unter dem Essener Bistum gebaut wurde.

Kulturdezernent Dr. Thomas Wilk sieht darin jedoch keinen Grund, die Entscheidung zu revidieren. „Der Beschluss des Kulturausschusses steht.“ Es gebe für diese Entscheidung keine neuen Aspekte zu denen, die schon in der Vorlage zur Sitzung am 21. November genannt worden waren. „Das Verfahren ist abgeschlossen“, werde er dem LWL mitteilen.

So gut wie abgeschlossen ist übrigens auch die Leerräumung des Kirchengebäudes, teilt Norbert Aldejohann mit, der in der Großpfarrei St. Lamberti dafür zuständig ist. Nur noch das Kreuz, auch eine Arbeit des Bildhauers Gottfried Kappen, hängt noch. Ein neuer Platz sei dafür schon auf dem katholischen Teil des Friedhofs in Mitte gefunden worden. Auch ist die Kirche mittlerweile profaniert, also entweiht worden. und damit keine Kirche mehr. Dieser Akt, der sonst mit einem Gottesdienst begangen wird, wurde in St. Elisabeth eher still erledigt. Der Antrag lag dem Bischof vor, der Priesterrat hat im letzten Herbst darüber entschieden. Die Pläne eines Investors, der das Kirchengrundstück bebauen will, seien noch immer aktuell, so Aldejohann.

Maria Lüning

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Kommentare
22.02.2012
23:26
Übers Denkmal nochmal nachdenken?
von Westwind | #4

#3
Wen stören denn die gelegentlich vorbei fahrenden Züge des Industrieanschlusses? Es gibt Bedenkenträger, die finden immer ein Haar in der Suppe. Für sich selbst alles fordern, aber möglichst nichts geben. DARAN krankt unsere Gesellschaft. Unsere Kirchen werden stillgelegt, weil wir meinen, keine Religion und Werte mehr zu brauchen. Alles nur überholter Budenzauber, denken viele. Die türkisch-stämmigen Bürger sehen all das anders und zeigen uns bald wo´s entlang geht, während wir uns selbst ins Abseits stellen...

22.02.2012
08:38
Übers Denkmal nochmal nachdenken?
von gitbar | #3

Der mögliche "Investor" hat bestimmt schon ein Bodengutachten erstellen lassen; auch die regelmäßig dort unmittelbar entlang fahrenden Züge und eine Sparkassenfiliale ohne "Besetzung", an der ständig defekte und nicht aufgefüllte Automaten vorherrschen sind ihm sicher bekannt. Eine wahrhaftig günstige Lage, um junge Familien dort anzusiedeln. Ach ja, eine Kirche vor Ort gibt es auch, Richtung Bottrop zu Fuß.

21.02.2012
22:17
Übers Denkmal nochmal nachdenken?
von dokufilmer | #2

Sorry! Mit Schleuderpreis meine ich die ehemalige St. Pius Kirche!

21.02.2012
22:05
Übers Denkmal nochmal nachdenken?
von dokufilmer | #1

Ich halte nach wie vor die Entscheidung des Kulturausschusses und der Gremien der Pfarrei St. Lamberti für falsch! Die Zukunft wird beweisen,dass es ein Schnellschuss war - genau so wie der Verkauf der Immobilie samt Grundstück (ehemalige Elisabethkirche)zum, wie ich meine, Schleuderpreis. Meine Begründung ist bekannt.

1 Antwort
Übers Denkmal nochmal nachdenken?
von dokufilmer | #1-1

SORRY! mit Verkauf zum Scleuderpreis ist die St. Piuskirche in Brauck naturlich gemeint.

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