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US-Austausch

Über den großen Teich gekommen

18.09.2012 | 19:35 Uhr
Über den großen Teich gekommen
Elijah Michaletz (links) und Jillian Plum sind als US-Austauschschüler an der Waldorf-Schule in Gladbeck.Foto: Michael Korte

Gladbeck. Zwei Gäste aus den Vereinigten Staaten konnten Lehrer und Schüler der Freien Waldorfschule Gladbeck nach den Sommerferien begrüßen. Während Jillian Plum nur bis zu den Herbstferien am Unterricht teilnimmt, bleibt Elijah Michaletz ein ganzes Jahr an der Schule.

Beide jungen US-Bürger kamen über Partnerprogramme nach Deutschland. Jillian Plum nimmt am Parlamentarischen Partnerprogramm teil, das der Deutsche Bundestag gemeinsam mit dem Kongress der USA ins Leben rief. In der Heimat hat die 18-Jährige ihre Schulzeit bereits beendet. Allerdings, ohne dort jemals auch nur ein Wort Deutsch gelernt zu haben. „Ich bin hier her gekommen, um eine andere Sprache zu lernen. Bei uns ist die Fremdsprache Spanisch die Nummer Eins. Und ich dachte: Warum nicht einmal etwas anderes machen.“

Kinderbücher und -sendungen

Zumal die junge Frau ins Hotelgewerbe will. „Da kann das nur von Vorteil sein.“ Nach ihrer Zeit an der Waldorfschule hofft sie, einen Praktikumsplatz zu finden. Denn in Deutschland und bei ihrer Gastfamilie bleibt sie noch zehn Monate. Schon viel früher will sie übrigens der deutschen Sprache mächtig sein. „Im Januar“, mutmaßt sie heute, könne sie recht gut sprechen. Dafür tut sie auch einiges. „Ich lese Kinderbücher. Und ich sehe mir Kindersendungen im Fernsehen an. Gestern war da so eine Sendung mit einer Maus. Man hat mir gesagt, wenn ich das erste Mal deutsch träume, dann ist es geschafft – den Moment kann ich nicht erwarten.“ Überhaupt ist alles für die junge Frau aufregend. Und sie überrascht mit Begeisterung über ganz banale Dinge. So wie das öffentliche Nahverkerhrssystem. „Es ist toll, wie hier alles verfügbar ist.“

Von Waldorfschulen wusste die junge Frau vor ihrer Ankunft nicht viel. „Ich hatte überhaupt keine Ahnung“, lacht sie. Jetzt aber ist sie angetan. „Was mich zum Lachen gebracht hat, war der Eurythmie-Unterricht. Aber ich habe es ausprobiert und mag es eigentlich. Grundsätzlich ist diese Schule ganz anders als meine High School. Die Kinder hier haben mehr Vorstellungskraft.“

Das Essen ist ganz anders

Auch Elijah Michaletz wusste im Vorhinein nicht so recht, was ihn erwarten würde. Jetzt hat er erfahren: „Man macht hier viel Handarbeit.“ Der 17-Jährige besucht die zehnte Klasse der Waldorfschule und absolviert hier sein letztes Schuljahr. Immerhin, er kam mit etwas Vorbildung in Sachen Deutsch. „Ich hatte das zwei Jahre lang in der Schule. Mein Deutsch ist nicht das Beste. Aber es hilft durch kleine Konversationen.“

Für Deutschland interessierte sich der junge Mann, weil in seiner Heimat in Minnesota viele Menschen mit deutschem Migrationshintergrund leben. „Viele haben deutschsprachige Großeltern.“ Und bei solch guter Einstimmung erstaunt es kaum, dass sich Elijah Michaletz in seiner Heimat auf Zeit sichtlich wohl fühlt. „Es ist hier ganz ähnlich wie in meiner Heimat. Nur das Essen ist ganz anders“, lacht der Schüler, der später einmal Geografie studieren will. „Bisher hatte ich aber keine Probleme. Ich habe alles ausprobiert, und bisher hat alles gut geschmeckt.“

Von Kira Schmidt



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