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100 Jahre Christuskirche

„Tut mir auf die schöne Pforte“

27.03.2011 | 13:44 Uhr
„Tut mir auf die schöne Pforte“
Viele Menschen kamen am Sonntag zum Festgottesdienst in die Christuskirche. Foto: D. Straßmeier

Gladbeck. „Tut mir auf die schöne Pforte“ - ein passendes Eröffnungslied zu einem Gottesdienst unter ganz besonderen Vorzeichen: In der voll besetzten Christuskirche feierte die ev. Gemeinde am Sonntag das 100-Jahre-Jubiläum des Gotteshauses.

Ja, es war ein Sonntag, der seinem Namen alle Ehre machte: Strahlender Sonnenschein und ebenso viele strahlende Gäste, die gegen 10 Uhr in dem Gotteshaus erschienen, darunter mit Bürgermeister Ulrich Roland und Superintendent Detlef Mucks-Büker Spitzen-Repräsentanten aus Stadt und Kirchenkreis.

Prof. Traugott Jähnichen hielt die Festpredigt. Foto: Dennis Straßmeier

Posaunenchor, Kammerorchester und Chor verzauberten diesen sonnigen Sonntag dann musikalisch - mit festlichen Gottesdienst-Klängen, zu denen manch’ ein Besucher die Augen schloss. Momente der Besinnung, Momente der sehr persönlichen Einkehr im Zuge dieses Jubiläums.

Die Festpredigt hielt ein ausgewiesener Kenner der regionalen Kirchengeschichte: Prof. Traugott Jähnichen (Bochum) fragte: „Wer steht eigentlich bei solch einem Jubiläum im Mittelpunkt?“

Und der Kirchenexperte kam zu einer (zunächst) verblüffend-ungewöhnlichen Antwort: Die Witwen sollten es sein! Die entsprechende Geschichte aus dem 12. Kapitel des Markus-Evangeliums schildert eine solche Begebenheit: Eine arme Witwe geht in den Tempel und spendet einen kleinen Betrag in den Opferkasten, um dabeizusein, um am Gemeindeleben teilzuhaben. Viele solcher Witwen hätten in 100 Jahren das Gemeindeleben geprägt und sich selbstlos engagiert, sagte Prof. Jähnichen. Dann nutzte er dieses Markus-Kapitel, um anhand des erzählten Witwen-Beispiels deutlich zu machen: „Eine Gemeinde ohne die Teilhabe von Armen, von Menschen, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt sind, ist keine Gemeinde im Sinne von Christus.“

APRIL, APRIL
Kirchen-Kabarett

Im Zuge des Kirchenjubiläums ist Kabarettist Okko Herlyn (im Hauptberuf Theologie-Professor in Bochum) am Freitag, 1. April, im Dietrich-Bonhoeffer-Haus zu Gast. Beginn: 20 Uhr. Der Vorverkauf läuft im Gemeindecafé im Dietrich-Bonhoeffer-Haus und in der Humboldt-Buchhandlung; Erwachsene: 8 Euro; Kinder und Jugendliche: 6 Euro.

Das gelte heutzutage etwa mit Blick auf junge Familien oder auch auf alleinerziehende Mütter. Die Kirche müsse sich stets fragen: „Wo sind solche Menschen in unserer Gemeinde? Wie stehen wir ihnen bei?“ Es gelte, Teilhabe und Dabeisein zu ermöglichen, denn auch die arme Witwe aus dem Markus-Evangelium sei in den Tempel gekommen, „um dabei zu sein, um teilzuhaben“.

Im Anschluss an den Festgottesdienst trafen sich die Gäste im Bonhoeffer-Haus zum Jubiläumsempfang.

Michael Bresgott


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