Tolle Sängerinnen und virtuose Musiker beim Forumskonzert

Dimitra Kalaitzki-Tilkidou (Alt) eröffnete einen brillanten Konzertabend.
Dimitra Kalaitzki-Tilkidou (Alt) eröffnete einen brillanten Konzertabend.
Foto: FUNKE Foto Services
Mit wunderbaren Stimmen und großer Virtuosität bezauberten junge Künstler der Musikhochschule für Musik und Tanz die Besucher des Forumskonzertes.

Gladbeck..  Heftiges Schneetreiben eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn lässt Heinz Ilaender, den künstlerischen Leiter der Forumskonzerte, grundlos bangen – über 200 Musikliebhaber lassen sich am Dienstagabend vom schlechten Wetter nicht abhalten und warten gespannt auf die Studenten der Hochschule für Musik und Tanz aus Köln.

Mit wohlig-warmer Altstimme eröffnet Dimitra Kalaitzi-Tilkidou den Reigen der jungen Künstler. „Geistliches Wiegenlied“ und „Gestillte Sehnsucht“ heißen die beiden zauberhaften Werke von Johannes Brahms. Im Zwiegespräch mit der ernsten, schweren Viola von Elisa Becker-Foß singt die 28-jährige Griechin zart das imaginäre Kind in den Schlaf, schützt es vor dem zornigen Windbrausen des Klaviers. Ihr perfektes Gespür für Dramatik, ihre unglaubliche Ausdruckskraft in der tiefen Stimme und ihre leidenschaftliche Interpretation der Werke wird Kalaitzi-Tilkidou im Laufe des Abends noch mit den Arien „Venga Pur“ von Mozart und „Pensa alla Patria“ von Rossini beweisen.

Musikalischer Genuss

Doch zunächst gibt es Duette für Sopran und Alt von Brahms. Die Choreografie ihrer Professorin Mechthild Georg stellt der Altistin die glockenklare Stimme von Katharina Borsch zur Seite. Eine ideale Konstellation. Spannungsgeladen treiben die „Wege der Liebe“ über Täler und Flüsse, kokett augenklimpernd präsentieren sich „Die Schwestern“ – ein musikalischer Genuss.

Die erst 23-jährige Sopranistin glänzt anschließend mit „Der Hirt auf dem Felsen“ von Franz Schubert, Meister des romantischen Liedes. Ihre Stimme ist leicht wie die Bergluft in höchsten Höhen, feenhaft wie der besungene Frühling und schöpft aus einem unglaublichen Tonumfang.

Makellos auch die Abstimmung mit dem Klavier und mit der Klarinette von Federico Kurtz. Die Virtuosität des 25-Jährigen erfreut das Publikum bei Rossinis „Introduktion, Thema und Variation“. Er kann von verträumten Klängen bis zu kecken Einwürfen voller Spielwitz das gesamte Repertoire des Holzblasinstruments abrufen, profitiert auch von der starken Interpretation der Pianistin Eleni Anastasiadou, Korrepetitorin und Musikpädagogin an der Hochschule. Beeindruckend ihre Solo-Partien und die exzellente Führung des Duett-Partners.

Denselben Dienst erweist sie Elisa Becker-Foß in der Sonate für Viola und Klavier von Robert Fuchs. Ein kammermusikalisches Kleinod der erst 20-jährigen Bratschistin.

Begleitet am Klavier von Georg Leisse, Lehrbeauftragter der Hochschule, wendet sich das Konzert wieder dem Gesang zu. Bestechend die Duette „Notturno“ und „La Regata Veneziana“ von Rossini, in denen beide Sängerinnen mit einer sehr guten Diktion der italienischen Sprache auffallen. Für den stürmischen Schlussapplaus bedankten sich die jungen Künstler mit der „Barcarole“ von Jacques Offenbach als Zugabe.