Tolle Musiker und eine herausragende Sängerin im Mundart

Toller Jazzabend zu Ehren von Billie Holiday im „Mundart“.
Toller Jazzabend zu Ehren von Billie Holiday im „Mundart“.
Foto: FUNKE FotoServices
Was wir bereits wissen
Das Martin-Greif-Quartett und die Sängerin Maike Lindemann widmeten ihren Auftritt im Restaurant Mundart der Jazz-Ikone Billie Holiday.

Gladbeck..  „Drei Frauen stehen im Mittelpunkt des Konzerts“, erklärte Alfred Zavodnik, der stellvertretende Vorsitzende des Vereins JiM (Jazz & improvisierte Musik). „Zum einen Frauke El Meshai, die neue Vorsitzende, die diesen Abend organisiert hat, dann Maike Lindemann, die Gladbecker Sängerin, die mittlerweile am Anfang einer internationalen Karriere steht, und natürlich Billie Holiday, die bedeutende Jazzsängerin, deren 100. Geburtstag in diesem Jahr gewesen wäre.“

Gefühlvolle Interpretation

Rund 60 Gäste hatten sich im Restaurant Mundart im Rathauspark eingefunden, um dem Martin-Greif- Quartett mit dem Namensgeber am Saxophon, Martin Lelgemann am Piano, Jürgen Koopmann am Bass und Alexander Greif am Schlagzeug sowie der mittlerweile in Leipzig lebenden Gladbecker Ausnahmesängerin Maike Lindemann, die unter anderem schon mit Bobby McFerrin gesungen hat, zu lauschen. Sie waren hellauf begeistert.

Der Abend, der tragischen Jazz-Ikone Billie Holiday gewidmet, begann mit „There will never be another you“ von Harry Warren als Instrumental.

Mit „Ain’t nobodys Business“, einem Bluesstandard von Porter Grainger und Everett Robbins, der unter anderem von Billie Holiday adaptiert wurde, zeigte Maike Lindemann zum ersten Mal die erstaunliche Präzision ihrer Stimme, der es gelang, trotz aller Klarheit, die notwendige Wärme des Liebeslieds zu vermitteln.

Im Jahr 1944 nahm Billie Holiday „Embraceable You“ auf. George Gershwin hatte den Titel 1930 komponiert und sein Bruder Ira den Text dazu verfasst. Maike Lindemann überzeugte bei diesem Stück mit einer gefühlvollen, verletzlich wirkenden Interpretation, wobei sie der Emotionalität des Refrains „Come to me, come to me do, my sweet embraceable you“ nicht nur mit ihrer wundervollen und Stimme, sondern auch mit dem Spiel ihrer Hände Ausdruck verlieh.

Insbesondere auch in den Instrumentals zeigten die Mitglieder des Martin-Greif-Quartetts ihr Können. Immer wieder gab es Zwischenapplaus für die Soli und Improvisationen, die nach unterschiedlichen Arabesken immer wieder auf den Punkt zurückkamen. Mit „Turn around“ widmeten sie dem vor wenigen Tagen verstorbenen Saxophonisten Ornette Coleman, der als Erfinder des Freejazz gilt, ein Stück, bei dem Jürgen Koopmann am Bass immer wieder Geschichten auf den Saiten seines Instrumentes erzählte. Mit „God bless the child“ als Zugabe wurde vielleicht eines der persönlichsten Stücke Billie Holidays auf die Bühne gebracht.