Tönnies beschwört die Liebe zum FC Schalke 04

Aufmerksam verfolgten die Gäste des 20. Aschermittwochs-Gesprächs den Ausführungen von Schalke-Aufsichtsratschef Clemens Tönnies.
Aufmerksam verfolgten die Gäste des 20. Aschermittwochs-Gesprächs den Ausführungen von Schalke-Aufsichtsratschef Clemens Tönnies.
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Was wir bereits wissen
S04-Aufsichtsratschef Clemens Tönnies beeindruckte mit einem Vortrag die Gäste des 20. Aschermittwochs-Gesprächs in der Volksbank Gladbeck.

Gladbeck..  Blau-weiß ein Leben lang – wenige Stunden vor dem Champions-League-Aufschlag in der Schalke-Arena versprühte S04-Patriarch Clemens Tönnies gestern Nachmittag beim 20. Gladbecker Aschermittwochsgespräch von Volksbank Ruhr Mitte und WAZ Gladbeck seinen Charme vor mehr als 100 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Hätte er in dieser Runde nicht ohnehin ein Heimspiel gehabt – der Ober-Schalker hätte nicht wenige mit dem blau-weißen Virus infiziert.

Gut gelaunt, wortgewandt und locker verstand es Tönnies, den Zuhörern die große, vielfältige aber auch so bodenständige Welt des FC Schalke 04 zu erklären. „Wir sind der Tradition und Emotionalität verhaftet, müssen uns aber den Anforderungen eines modernen Sportunternehmens stellen“, erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende des FC Schalke 04 – eine ständige Herausforderung. Der S04 setze dabei auf allen Ebenen auf Professionalität – daran ließ der starke Mann des Traditionsclubs keinen Zweifel. Nur auf einer wirtschaftlich soliden Basis lasse sich langfristig sportlicher Erfolg erzielen. Und da wolle der Verein die Zügel in eigener Hand behalten. „Mit mir wird es keinen Verkauf von Anteilen des Vereins an Kapitalanleger geben“, so Tönnies mit Nachdruck.

Im Gegenteil: Der Club stelle sich seiner historischen Verpflichtung als Revier-Verein und kenne seine soziale Verantwortung: „Die Karten in der Nordkurve müssen bezahlbar bleiben.“ Menschen, „die nur den S04 haben“, solle die Bindung zu Club und Stadion bleiben. Den VIP-Besuchern könne man im Gegenzug einiges mehr abverlangen. Als Eckpfeiler sieht Tönnies die Nachwuchsarbeit. „Geld schießt Tore, ja – aber nicht nur.“ Schalke investiere bewusst und intensiv in die Jugend. Er habe, so Tönnies, zur Auflage gemacht, zwei aus der eigenen Jugend sollten immer zum Kader der ersten Mannschaft gehören.

Tönnies wäre nicht S04-Chef, würde er nicht auch die Emotionalität bedienen: „Die Sehnsucht nach der Meisterschaft ist groß, ich habe versprochen, dass ich das noch erleben werde.“ Und: Schalke werde in den nächsten zehn, zwölf Jahren sicher auch einmal die Champions League gewinnen.

Gastgeber Dieter Blanck, Volksbankdirektor, hatte bereits zur Begrüßung die Werte des S04 – Tradition und Bodenhaftung – beschrieben. Tönnies stehe für diese Tugenden der Schalker Meile. WAZ-Lokalchefin Maria Lüning bescheinigte dem Gast am Ende, den Ton der Region zu treffen und die Menschen mitnehmen zu können. „Sie haben heute hier den 1501. Fanklub gefunden“, sagte sie in Anspielung auf Tönnies’ Hinweis, Schalke habe 1500 Fanclubs und 131 051 Mitglieder („einen hab’ ich gestern noch aufgenommen“). Bürgermeister Ulrich Roland hatte in einem Grußwort emotionale Schalker Episoden in Erinnerung gebracht – wie die 4-Minuten-Meisterschaft 2001. „Solche Momente kann nur der Mythos Schalke schreiben“, so S04-Fan Roland.