Tiffany-Glasarbeiten sind Rita Neugebauers große Leidenschaft

Rita Neugebauer macht mit beim „2. Markt der Gladbecker Talente“.
Rita Neugebauer macht mit beim „2. Markt der Gladbecker Talente“.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Bunte Papageien, pausbäckige Engel, Blumen, Schmetterlinge – Rita Neugebauer gehen bei ihren Tiffany-Glasarbeiten die Motive nicht aus.

Gladbeck..  Gebastelt hat Rita Neugebauer schon immer gern – als Kind mit dem Vater, als Erwachsene mit ihren Nichten und Neffen, und auch jetzt probiert sie noch gerne aus, was ihr vor allem in der Vorweihnachtszeit so an Bastelideen unterkommt. Vor 15 Jahren aber hat sie ihre Begeisterung für Tiffany-Glasarbeiten entdeckt, und dieses Hobby nimmt jetzt einen Großteil ihrer freien Zeit in Anspruch.

Bei ihrer Cousine fiel ihr eine Tiffany-Stehlampe ins Auge. „Die fand ich so schön, dass ich meine Cousine zu ihrem Kursus begleitet habe“, erzählt die 56-Jährige. Und, na klar, ihre erste Arbeit war eine Lampe. Die steht heute noch im Wohnzimmer der Eheleute Neugebauer an der Lützenkampstraße.

Von allen anderen Arbeiten hat sich Rita Neugebauer längst getrennt. „Die Tiffany-Dekoration in unserer Wohnung ändert sich ständig. Wenn ein Teil fertig ist und es mit besonders gut gefällt, hänge ich es ins Fenster, aber wenn dann der Adventsmarkt im Dietrich-Bonhoeffer-Haus ansteht, nehme ich die Sachen ab und verkaufe sie dort.“

Bis zum Frühjahr bleiben die eigenen Fenster dann ohne Deko, denn „wenn der Basar und ein oder zwei andere Veranstaltungen dieser Art in Altenheimen vorüber sind, mache ich erst einmal Pause“, sagt Rita Neugebauer. „Dann sind die Fingerspitzen kaputt und müssen erst mal regenerieren.“

Im September beteiligt sich die 56-Jährige am „2. Markt der Talente“ auf dem Gelände des Bildungs- und Begegnungszentrums Brauck. Bis dahin hat sie noch alle Hände voll zu tun, denn „auf Lager“ hat sie nur wenige Arbeiten. „100 Stücke will ich ungefähr mitnehmen“, sagt sie. Das bringt sie allerdings keineswegs aus der Ruhe: „Unter Zeitdruck arbeite ich am besten. Da mache ich auch schon mal eine Nacht durch. Kein Problem.“

Farbige Glasplatten kauft Rita Neugebauer in einem Spezialgeschäft in Oberhausen. Da hat sie die Wahl zwischen unzähligen Farbtönen. „Lila, meine Lieblingsfarbe, ist leider nicht so oft vertreten.“ Motive gibt es ungefähr genau so viele: Vögel, Blumen, Schmetterlinge, Kerzen, Katzen . . . Ihre persönlichen Favoriten sind zurzeit ein bunter Papagei und zwei pausbäckige Engel. Jedes Motiv hat sie x-mal auf Papier kopiert und in „handliche“ Stücke unterteilt.

Jedes einzelne wird nummeriert und ausgeschnitten. Die „Schnipsel“ legt Rita Neugebauer auf eine Glasplatte und zieht darauf mit einem wasserfesten Stift die Konturen nach, schneidet sie dann mit einem Glasschneider aus der Scheibe. „Die Schnittkanten werden anschließend mit Kupferfolie bandagiert, die Folie wird mit Lötwasser bepinselt. Dann werden die Einzelteile, wie bei einem Puzzle, aneinander gelegt und verlötet. Ganz zuletzt färbt sie die Lötnähte mit Patina schwarz, silbern oder kupferfarbig ein.

Zwei bis drei Stunden braucht Rita Neugebauer für ein kleines Fensterbild, „wenn nicht zwischendurch Einzelteile brechen“. Das kommt auch immer mal wieder vor. In Zukunft möchte sie sich auf größere Bilder spezialisieren. „Da sitze ich dann aber auch schon mal eine Woche dran“, weiß sie aus Erfahrung.

Lampen übrigens hat sie seit ihrem Erstlingswerk vor 15 Jahren nicht mehr gemacht. „Die Arbeit kann einem niemand bezahlen.“ Apropos bezahlen: Sieben bis acht Euro nimmt sie für eine 10 x 10 cm große Arbeit. „Ich will ja nicht reich werden davon. Es ist ja nur mein Hobby.“