Umwelt
Teure Bodensanierung mitten im Garten
07.09.2010 | 07:14 Uhr 2010-09-07T07:14:00+0200
Gladbeck.Eine teure Bodensanierung vier Jahrzehnte nach der entsprechenden Betriebsschließung: Auf dem Grundstück Postallee beginnt im Herbst eine über eine Million Euro teure Bodensanierung mitten im Garten der Wohnungsanlage.
Altlasten der ehemaligen Reinigung Raupach erfordern in der Postallee Bodensanierungsarbeiten, die in diesem Herbst starten. In der Gesamtanlage befinden sich über 30 Eigentumswohnungen. Bis 1970 lag hier die chemische Großreinigung Raupach; 1976 entstanden hier die neuen Wohngebäude; in einer Zeit also, als das Wissen über die Risiken von Altlasten gerade erst in den Anfängen steckte. 1988 wurde das 3500-qm-Grundstück in das Altlasten-Kataster der Stadt aufgenommen; im September 2003 wurden in Regie des Kreises die ersten so genannten Bodenluftproben auf der Fläche entnommen. Und dabei zeigten sich stark erhöhte Werte von leichtflüchtigen halogenierten Kohlenwasserstoffen (LHKW). Diese Messsungen machen eine Sanierung des Geländes unumgänglich.
Die Besitzer oder Erben der ehemaligen Firma Alfred Raupauch können dafür finanziell nicht mehr zur Kasse gebeten werden, so die Stadt in der Vorlage zur gestrigen Umweltauschuss-Sitzung. Sie seien verstorben oder nicht mehr auffindbar. Auch die 32 Miteigentümer an der Wohnanlage wären überfordert, die teure Sanierung zu bezahlen, wobei sie ihr Eigentum seinerzeit natürlich erworben haben, ohne über die Altlasten-Situation informiert zu sein.
Kreis Recklinghausen übernimmt 20 Prozent der Kosten
Vor dem Hintergrund dieser Situation übernimmt nun der Altlastensanierungs- und Altlastenaufbereitungsverband (AAV) die Kosten der Maßnahme zu 80 Prozent; der Kreis Recklinghausen als untere Bodenschutz- und Altlastenbehörde beteiligt sich mit dem restlichen 20%-Anteil. Mit erheblichen Lärm- und Staubbelästigungen haben die Anwohner an der Postallee ab Herbst zu rechnen, wenn die Bodensanierung startet. Für die Grundwassersanierung in diesem Bereich wird noch ein Konzept erarbeitet, so die Stadt in der Ausschussvorlage.
Der Ausschuss befasste sich am Montag auch mit dem bekannten Altlastengrundstück der ehemaligen Reinigung und Färberei Malorny an der Sandstraße. Hier lief fast ein Jahrzehnt eine Sanierungsanlage, die das Grundwasser abpumpte und reinigte. Nun läuft die Ausschreibung für eine neue Sanierungsanlage, die zwei Jahre lang an der Aloysiusschule ihren Platz finden soll. In diesem Fall geht es um leichtflüchtige chlorierte Kohlenwasserstoffe (LCKW), wobei auch das ehemalige Grundstück van Beusekom (heute Lidl) an der Sandstraße eine Rolle spielt (die WAZ berichtet noch in der Mittwochausgabe).
12:22
Bild oben ist nicht Postallee!
Vielleicht Marthaheim/Hermannstr.?
Gruß
Amos Burke