Tempo 30 in Gladbeck in der Diskussion

Tempo 30-Zonen
Tempo 30-Zonen
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Was wir bereits wissen
Minister diskutieren über neues, generelles Limit in geschlossener Ortschaft. Für Experten der Stadtverwaltung ist das nicht zwingend notwendig.

Gladbeck..  Ab heute berät die Verkehrsministerkonferenz der Länder in Rostock über eine mögliche Änderung der Straßenverkehrsordnung, wonach Tempo 30 in geschlossenen Ortschaften zur Regel werden könnte. Entschieden werden soll auch über eine generelle 30er-Regelung vor Schulen, Kitas, Altenheimen und Krankenhäusern sowie Tempo 30 auf Durchgangsstraßen mit hoher Lärmbelästigung festzusetzen. Was halten die Experten in der Gladbecker Stadtverwaltung von diesen Plänen?

„Das Thema Tempo 30-Zonen ist in Gladbeck bereits von 1987 bis 1994 stadtweit umgesetzt worden“, sagt Thomas Wedke, zuständiger Abteilungsleiter „Sicherheit, Ordnung, Verkehr“ im Amt für Öffentliche Ordnung. Nach der damaligen gesetzlichen Vorgabe, die seit 2001 gelockert wurde, seien die Eingangsbereiche zu den Tempo 30-Zonen auch besonders kenntlich gemacht worden, „zum Beispiel durch Einengungen mit Baumpflanzungen, großer Markierung auf der Fahrbahn und gut sichtbaren Hinweisschildern“. In allen Wohnquartieren gilt seitdem Fuß vom Gas und „rechts vor links“-Regelung. Die unbestrittenen Vorteile: Erhöhung der Verkehrssicherheit, Reduzierung von Emissionen wie Abgasen und Lärm, wodurch sich die Wohn- und Aufenthaltsqualität verbessert.

Längst gängige Praxis

Die Geschwindigkeitsreduzierung vor Kindergärten, Schulen, Altenheimen oder Spielplätzen sei längst gängige Praxis in Gladbeck wie auch in anderen Städten. „Und in unseren neuen Wohngebieten gilt in der Regel Schrittgeschwindigkeit.“ Eine generelles Tempo 30 in geschlossenen Ortschaften vorzuschreiben, hält Experte Wedke so für nicht unbedingt notwendig. Denn gerade auf den großen Verbindungsachsen in Nord-Süd oder West-Ost-Richtung innerhalb der Stadt sei zur zügigen Durchquerung ein möglichst ungehinderter Verkehrsfluss sinnvoll.

Diese Abwägung zu treffen, „obwohl generelles Tempo 30 nachweislich Lärm und Emissionen senkt“, befürwortet auch der Referatsleiter Umwelt, Dr. Dieter Briese. Denn es sei bei den Durchfahrtstraßen ja auch mit anderen Mitteln möglich – und in Gladbeck beispielsweise auf der Horster Straße gut gelungen -- „das Verkehrstempo durch Einbauten, Straßenverengungen oder Kreisverkehre herauszunehmen“.

Sein Standpunkt zur B224 als verkehrsbelasteter Stadtdurchquerung sei bekannt, so Briese. „Dem Anliegen, hier Tempo 50 einzuführen, ist die Bezirksregierung bekanntlich nicht gefolgt.“