Taktgranaten rocken das Musik-Pub

Konzert im Musik-Pub mit The Beatgrenades am Samstag, 09. Mai 2015 in Gladbeck. Foto: Heinrich Jung / FUNKE Foto Services
Konzert im Musik-Pub mit The Beatgrenades am Samstag, 09. Mai 2015 in Gladbeck. Foto: Heinrich Jung / FUNKE Foto Services
Foto: FUNKE FotoServices
Was wir bereits wissen
Liveband „The Beatgrenades“ versprach nicht weniger als eine musikalische Reise durch „das Beste aus 150 Jahren Rock und Alternative“.

Gladbeck..  Einen stilvollen Abend mit Schlips und Kragen versprachen The Beatgrenades vor ihrem Auftritt im Musik-Pub am Samstagabend. Dies war das erste Versprechen, das die vier Jungs aus dem Pott an diesem Abend einlösten. Um 20 Uhr betraten die Taktgranaten die Bühne im Musik-Pub, das beinahe aus allen Nähten platzte – rund 90 zahlende Gäste waren gekommen – und siehe an, die Herren hatten sich tatsächlich fein herausgeputzt. Mit gebügelten Hemden, gebundenen Krawatten und gestimmten Saiten machten sich Lui, Sauer, Chris und Kopi auf der Stelle daran, ihr zweites Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Nichts Geringeres als das Beste aus 150 Jahren Rock und Alternative, komprimiert auf einen Abend, wurden prophezeit. Und wie gesagt, so getan. Ob ihr Repertoire tatsächlich anderthalb Jahrhunderte umfasste, bleibt zu bezweifeln, doch The Beatgreanades spielten einen Hit nach dem anderen.

Neben Poprock-Klassikern wie Green Days „Basket Case“ oder Mitgröhl-Hymnen wie „Hier kommt Alex“ von den Toten Hosen fand sich auch ein selbstgeschriebener Song auf der Setlist wieder. Er trug den unflätigen Titel „Scheiße bauen“, der jedoch selbstverständlich in keiner Weise zum Konzept der Show passte.

Zu Beginn noch recht verhalten, akklimatisierte sich die Band von Song zu Song und spielte sich und das Publikum allmählich warm. Lead-Gitarrist Sebastian „Lui“ Hönes fragte passenderweise: „Wie ist die Temperatur dort hinten?“ Vermutlich ahnte er, dass es inzwischen heiß geworden war inmitten des Publikums, das fleißig mitklatschte, -tanzte und -sang.

Die Jungs auf der Bühne rockten indes weiter und gaben unter anderem „Tainted Love“ von Soft Cell in einer Swing-Version zum Besten und fragten wie einst Marius Müller-Westernhagen Sexy: „Was hast du bloß mit diesem Mann gemacht?“ Um die nötige Publikumsbindung während der Show war insbesondere Bassist Christian „Chris“ Kulik bemüht.

Immer wieder machte er Ausflüge in die Menge. Mal spielte er einen Song von der Bar aus, mal posierte er lässig für Selfies mit Fans der ersten Reihe. Als der letzte Song gespielt war, machte es der Tieftöner dem Publikum einfach. „Wir kürzen das Ganze jetzt ab. Ich zähl bis drei und ihr ruft ‚Zugabe‘“, schlug der Bassist vor, „1, 2, 3…“

Die Antwort kam prompt und so lautstark zurück, dass The Beatgrenades noch lange spielen mussten ehe sie die Bühne verließen.