Tafel: Milchprodukte sind knapp

„Noch schaffen wir das“, sagt Gisela Schmitz (73). „So eben“, fügt die zweite Vorsitzende des Gladbecker Tafelvereins leise mit sorgenvollem Unterton hinzu. Denn der Kundenstamm der Tafel wächst zurzeit wieder, was auch mit der zunehmenden Zahl von Flüchtlingen zu tun hat. Vor allem Bulgaren und Rumänen zählen mittlerweile an den drei Ausgabetagen der Woche zu regelmäßigen Kunden der Tafel an der Bülserstraße.

Freitags ist Großfamilientag

Insgesamt sind aktuell 400 Personen in der Kartei des Vereins. Allein am vergangenen Donnerstag gab es jedoch 28 Neuzugänge, die sich erstmals registriert haben. Das sind mehr als sonst. Und versorgt werden weit mehr Menschen, denn die Kunden „kaufen“ häufig nicht nur für sich allein für einen Euro ein, sondern versorgen meist eine ganze Familie mit den Lebensmitteln. Für die besonders zahlreichen Großfamilien gibt es sogar einen Extra-Ausgabetag am Freitag.

Die Menge der von allen Gladbecker Lebensmittelgeschäften gespendeten Lebensmittel -- in der Regel Restbestände kurz vor dem Verfallsdatum – allerdings steigt nicht im gleichen Maße. Und es gibt Schwankungen, nicht nur saisonaler Art, was bei Gemüse und Obst ja üblich ist.

Auffällig ist seit einiger Zeit, dass vor allem Milchprodukte kaum noch zu haben sind. Es mangelt an „Milch, Joghurt, Käse“, sagt Gisela Schmitz. Auch Wurst gibt es viel seltener als sonst. Ihre Vermutung: Das sind die Waren, die in den Geschäften wegen des nahenden Verfallsdatums seit einiger Zeit preisgünstiger angeboten und von den Kunden dort gern auch gekauft werden. Für die Tafelkunden bleibt so weniger übrig. „Die meckern schon ‘mal, und wir müssen ihnen erklären, dass wir ja nichts dazu kaufen können“, sagt Gisela Schmitz. Nicht immer verstehen die Menschen das, vor allem wenn es, wie bei den Flüchtlingen häufig, Sprachschwierigkeiten gibt.

Andererseits gibt es auch ‘mal Ware im Überfluss: In dieser Woche erhalten die Kunden Eier im Dutzend – das sind Restbestände aus dem Ostergeschäft. Und gestern waren „die Männer auf dem Weg nach Herne, um Brot abzuholen“, sagt Frau Schmidt. Das sind Sonderaktionen, bei denen der Gladbecker Tafelverein außerhalb der Stadt Ware holt. Ansonsten gelten klare Reviergrenzen, was heißt: Jeder Tafelverein versorgt sich nur in der eigenen Stadt, wildert nicht in der Nachbarschaft. Denn dort, wie beispielsweise in Bottrop, gibt es auch Tafeln, die ebenso auf die gespendeten Lebensmittel angewiesen sind und ebenfalls zunehmend Engpässe haben.