Gladbeck

Sturm „Niklas“ drückt in Gladbeck viele Bäume um

Die stürmischen Windböen brachten eine Tanne in einem Privatgelände an der Gartenstraße zu Fall, der eine stabile Begrenzungsmauer mit umriss. Eine Privatfirma beseitigte anschließend den Schaden.
Die stürmischen Windböen brachten eine Tanne in einem Privatgelände an der Gartenstraße zu Fall, der eine stabile Begrenzungsmauer mit umriss. Eine Privatfirma beseitigte anschließend den Schaden.
Foto: FUNKE FotoServices
Was wir bereits wissen
Auch mächtige Buchen im Wittringer Wald hielten den Böen nicht stand. Die Feuerwehr war im ganzen Stadtgebiet im Einsatz. Zugstrecken betroffen.

Gladbeck.  Am Sonntag hatte Sturmtief „Mike“ quasi als Vorbote angekündigt, was sein großer Bruder am Dienstag fortsetze. Tief „Niklas“ fegte mit Böen bis 110 km/h durchs Stadtgebiet, so dass die Feuerwehr wieder zu vielen Sturmschäden ausrücken musste.

Um 8.28 Uhr wurden umgepustete Bäume gemeldet, die vom Betriebsgelände der Firma Rockwool auf die Beisenstraße gestürzt waren. Bei Eintreffen der Feuerwehr hatten Arbeiter des Steinwolle-Herstellers bereits damit begonnen, die etwa zehn Meter hohen Bäume zu zerkleinern und von der Fahrbahn zu räumen.

15 Bäume auf Wittringen geknickt

Die Grünabteilung des ZBG meldete bis zum Nachmittag fünf Bäume im Stadtgebiet und 15 Waldbäume, die auf Wittringen umgedrückt wurden, darunter auch mächtige Buchen. „Bei orkanartigen Böen zur eigenen Sicherheit auf keinen Fall die Waldwege betreten“, bittet Abteilungsleiter Bernhard Schregel. Am Jovypark in Stadtmitte waren ZBG-Grün-Teams auch im Einsatz, um hier umgestürzte Bäume zu beseitigen.

Natürlich macht „Niklas“ auch vor Privatgärten nicht Halt. An der Feldhauser Straße kippte zum Beispiel ein Privatbaum auf die Fahrbahn, und an der Gartenstraße riss eine stürzende Tanne eine stabile Begrenzungsmauer mit um.

Im Bereich des Oberhofes hatten kräftige Böen an der Grabenstraße eine etwa 3x4 Meter große Werbetafel gelöst, die gefährlich im Wind hin und her schlug. Feuerwehrkräfte rückten aus, montierten die Tafel ab, um die Gefahr zu beseitigen.

Nasse Füße holten sich auch Passanten, die vor zehn Uhr am Morgen versuchten die Bahnunterführung im Bereich Bottroper-/Gildenstraße zu durchqueren. Da herab gepustetes Laub die Abflüsse verstopften, hatte sich in der Senke eine große Pfütze gebildet. An der tiefsten Stelle stand das Wasser gut 30 Zentimeter hoch, so dass auch einige Autofahrer die Durchfahrt scheuten. Die Feuerwehr räumte die Abflüsse frei, wonach die Überschwemmung sich rasch auflöste.

Am Nachmittag musste die Wehr mit der Drehleiter auch gelöste Dachziegel von Hausdächern an der Klarastraße und Am Haarbach bergen. An der Konrad-Adenauer-Allee drohten gebrochene Äste auf Fahrbahn und Gehweg zu stürzen, die abgesägt wurden.

Auswirkung hatte Niklas auch auf ein Exkursionsangebot der VHS, die eine Tour zum Schulmuseum nach Dortmund geplant hatte. Durch die Zugausfälle konnte die Exkursion in die Westfalenmetropole nicht stattfinden.

Züge fielen an Gladbecker Haltepunkten aus

Aufgrund der vielen Sturmschäden in den Streckenbereichen stellte die Deutsche Bahn am Dienstag ab 11 Uhr den kompletten Nahverkehr ein, wodurch Gladbeck mit der S 9 betroffen war. Die NordWestBahn bediente indes auch in den Gladbecker Streckenabschnitten ihren Regio-Verkehr weiter. Da in die Gleise gestürzte Bäume beseitigt werden mussten, kam es aber am Morgen zu mehreren Zugausfällen.

Der RE 14 „Borkener“ sowie der RB 45 „Coesfelder“ hatten zunächst zwischen 9 und 10 Uhr Ausfälle, da Bäume zwischen Feldhausen und Dorsten auf den Gleisen lagen, wodurch auch die RB 43 „Emschertal-Bahn“ Dorsten nicht anfahren konnte. Zu sturmbedingten Ausfällen kam es bei dieser Verbindung auch von 10 bis 11 Uhr im Abschnitt Gelsenkirchen Zoo - Dorsten. Gleiches galt für die RB 44 im Abschnitt Gladbeck West - Dorsten, so dass ein Busnotverkehr eingerichtet wurde.

Die Deutsche Bahn kündigte am Nachmittag an, dass wieder einzelne Züge im Nahverkehr eingesetzt werden sollen, sobald es die Streckenverhältnisse zulassen. Am späten nachmittag fuhr die S 9 den Halt Gladbeck-West dann wieder an.