Stadtmeisterschaft - Hochspannung in der Donnerhalle

Flagge und Fan-Schal zeigen: Adler-Ellinghorst-Fans in der Sporthalle in Rentfort-Nord.
Flagge und Fan-Schal zeigen: Adler-Ellinghorst-Fans in der Sporthalle in Rentfort-Nord.
Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
Zur Hallenstadtmeisterschaft in Rentfort-Nord kamen alles in allem rund 2000 Schlachtenbummler, um ihr Lieblingsteam zu unterstützen.

Gladbeck..  Einmal im Jahr gibt es echte Bundesliga-Atmosphäre in Gladbeck, einmal im Jahr verwandelt sich die Sporthalle Rentfort-Nord an der Enfieldstraße zur Donnerhalle. Am Wochenende suchten die Gladbecker Fußballvereine ihren Hallen-Stadtmeister. 28 Mannschaften kämpften in ihren Klassen um die Hallenkrone. Von der B-Jugend bis zu den Seniorenmannschaften.

Bereits am Freitagabend war die „Bude“ mit über 500 Zuschauern restlos ausverkauft. Während auf den Rängen der heimischen Sportanlagen unter freiem Himmel häufig Tristesse angesagt ist, geht auf den Rängen in der Halle sprichwörtlich die Post ab. Doch warum ist dieses Turnier so beliebt?

Es geht um Prestige, um Anerkennung in der heimischen Fußballwelt. Allein deswegen ist dieser Wettstreit so emotional. Eine Niederlage gleicht einer Schmach. Der Sieg gegen den benachbarten Verein ein beispielloser Triumph. „Bretter, die die Welt bedeuten“ - so lässt sich wohl, frei nach Schiller, das bunte Treiben auf den bandenumrandeten Parkett am ehesten für die zahlreichen Spieler beschreiben.

Schon bei der ersten Partie zwischen Preußen Gladbeck und BV Rentfort wird es laut. Fangesänge schallen durch die Sporthalle. Ein lautes „SG Preußen, olé!!!“ wird mit einem noch lauteren „Rentfort, Rentfort“ gekontert. Stimmungsvoll wird es auch immer dann, wenn Turnierfavorit SV Zweckel die Gegner zum Tanz bittet. „Oberliga, Oberliga. Hey, Hey!!!“, skandieren die „Ultras“ des SVZ. Bekanntlich hat man es als klassenhöchster Verein – umzingelt von einem Bezirksligisten und etlichen Kreisligisten – nicht ganz einfach.

Die Fans auf den Rängen, ganz gleich für welchen Verein das Herz auch sonst schlägt, verbrüdern sich schnell und entgegnen ein fieses: „Absteiger, Absteiger“. Dies hat jedoch weniger mit den Grünhemden des SVZ zu tun als mit dem Umstand, dass die Menge einen Außenseiter siegen sehen möchte. Und gegen Zweckel ist an diesem Wochenende jeder „Underdog“.

„Hallenfußball ist etwas ganz Besonderes“

Mehr als 2000 Zuschauer sind an diesem Wochenende mittendrin statt nur dabei. „Hallenfußball ist etwas ganz Besonderes“, beschreibt es Nils Gonska (23). „Ganz Gladbeck ist mit von der Partie“, untermauert auch Marco Przybyla (20). „Jedes Spiel ist ein Derby und die Stimmung ist bei diesen bekanntlich immer besonders.“ Marco Kroll (21) weiß, warum es auf dem Feld und den Rängen „so abgeht“, wie er selber sagt: „Alles ist sehr eng. Das Spiel ist komprimiert, unfassbar schnell und dadurch emotional. Davon lassen wir Fans uns gerne mitreißen.“

Wer übrigens denkt, dass der Amateurfußball auf den Rängen eine reine Männerdomäne ist, der wurde sichtbar eines Besseren belehrt: „Ich bin natürlich da, um meinen Freund anzufeuern“, erklärt Luisa Warschkull (21). Dieser steht übrigens bei Adler Ellinghorst im Tor (Rafael Schulz). Auch für Laura Cebula (20) ist das Spektakel ein Pflichttermin: „Die Hallenstadtmeisterschaft ist ein Highlight. Darauf freue ich mich jedes Jahr aufs Neue!“

Die unschönen Szenen am Samstagmittag und am Sonntagmorgen (siehe dazu auch die Lokalsport-Nachrichten) trübten den positiven Gesamteindruck allerdings erheblich.