Stadt im Wandel - Wir kennen das

Gladbeck ist das allerbeste Beispiel für eine Kommune, die über die Jahrzehnte hinweg ihre Identität fortlaufend verändert hat. Von der jungen Stadt der 20-er Jahre des vorigen Jahrhunderts, die vor allem durch die Einwanderung aus damals ostdeutschen Gebieten geprägt war, bis hin zur Kommune der 60-er Jahre, die in großem Stil vor allem türkischstämmige Migranten aufgenommen hat.

Dadurch hat sich auch das lokale Leben und Lebensumfeld verändert, denn soziale (und auch nationale) Identität ist kein unveränderlicher Ideal-Zustand (wie vielleicht manch’ ein Pegida-Anhänger meint), sondern ein Prozess steter dynamischer Veränderungen.

Insofern liegt Sozialdezernent Rainer Weichelt mit seiner Einschätzung hoffentlich richtig, dass allzu simpel gestrickte Pegida-Parolen im Schmelztiegel Gladbeck vielleicht nicht ganz so leicht verfangen wie etwa in Dresden, wo ein Migrant beinahe so selten ist wie ein hochdeutsch sprechender Sachse. Wer seit über 100 Jahren Einwanderung tagtäglich lebt und erlebt wie die Gladbecker, ist hoffentlich in der Lage, besonnen und differenziert Position zu beziehen.