Stadt Gladbeck verteilt deutlich mehr Knöllchen

25 987 mal steckten Politessen im vergangenen Jahr ein Knöllchen hinter den Scheibenwischer eines falsch geparkten Autos – 4520 mal häufiger als im Jahr zuvor.
25 987 mal steckten Politessen im vergangenen Jahr ein Knöllchen hinter den Scheibenwischer eines falsch geparkten Autos – 4520 mal häufiger als im Jahr zuvor.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Fast 26000 Parksünder wurden 2014 erwischt. Die Einnahmen stiegen um mehr als 20 Prozent. Immerhin: In Sachen Tempo wurde weniger geblitzt.

Gladbeck..  Die Stadt hat vergangenes Jahr deutlich mehr „Knöllchen“ an Falschparker verteilt und damit auch entsprechend höhere Einnahmen erzielt als 2013. Insgesamt stellte das Ordnungsamt 25 987 Verwarnungen bei „Verstößen im ruhenden Verkehr“ aus – 4520 oder 17,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Einnahmen stiegen gar um 20,1 Prozent oder 86 000 Euro auf 427 600 Euro.

Ordnungsamtsleiter Gregor Wirgs führt das Plus in erster Linie auf eine größere Zahl von Kontrollen zurück, da im vergangenen Jahr eine Vollzeitkraft zusätzlich vornehmlich in der City unterwegs war, um Falschparker aufzustöbern. „Wir sind beim Personal ganz gut aufgestellt“, so Wirgs: Vier Personen teilen sich zweieinhalb Stellen.

Die höheren Geldeinnahmen aus den Knöllchen gehen allerdings, betont Wirgs, auch auf eine Erhöhung des Verwarngeldes (von fünf auf zehn Euro) zurück, die erst im Laufe des Jahres 2013 umgesetzt wurde und im vergangenen Jahr erstmals voll durchschlug. Übrigens zahlten 5137 der 25 987 Falschparker ihr Knöllchen nicht oder legten Widerspruch ein, weshalb es zu einem Bußgeldverfahren kam. Auch hier kann die Stadt seit 2013 mehr „Gebühren und Auslagen“ abrechnen – 28,50 statt 23 Euro. Keines der Verfahren wurde eingestellt.

Übrigens trieb die Stadt vergangenes Jahr auch in 120 Fällen ein Bußgeld von je 80 € bei Verstößen gegen die Umweltplakettenpflicht ein. Das gilt seit dem 1. April 2014.

Erfreulich die Entwicklung bei Geschwindigkeitskontrollen der Stadt mit dem mobilen Radargerät: Bei 91 123 Kontrollen wurden 6397 Verstöße gegen das Tempolimit festgestellt – 150 (oder 2,3 %) weniger als im Vorjahr, in dem es aber auch knapp 700 Kontrollen mehr gab. „Wir stellen durchaus fest, dass sich die Disziplin der Autofahrer ge- bessert hat“, kommentiert Amtsleiter Wirgs. Besonders deutlich werde dies im Vergleich zu 2004: Bei 94 000 Kontrollen wurden damals 10 300 „zu schnelle“ Autofahrer geblitzt. Die Einnahmen aus Tempoverstößen gingen allerdings kaum zurück, da die Bußgelder 2014 „angepasst“ wurden: Temposünder überwiesen 121 271 Euro an die Stadt - 0,5 Prozent weniger als 2013.

In den meisten Fällen, so Wirgs, waren es marginale Verstöße. Nur neunmal wurde ein Fahrverbot ausgesprochen. In diesen Fällen lag das Tempo um 31 km/h über dem Limit. Dafür gab’s ein Bußgeld von 160 Euro und einen Monat Fahrverbot. Der Spitzenreiter war ein Autofahrer, der auf der Beisenstraße mit 102 km/h geblitzt wurde – 52 km/h zu schnell. Folge: 240 € Bußgeld, zwei Punkte,zwei Monate Fahrverbot.