Stadt Gladbeck lädt im Juli zum Müllgipfel ein

Die Logistikkosten bei der Restmüllentsorgung durch den ZBG könnten durch den angestrebten „Müllmengentausch“ gesenkt worden.
Die Logistikkosten bei der Restmüllentsorgung durch den ZBG könnten durch den angestrebten „Müllmengentausch“ gesenkt worden.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Eine Konferenz soll den Weg ebnen für den schon länger geplanten Müllmengentausch mit Gelsenkirchen. Das helfe, Logistikkosten zu senken, heißt es.

Gladbeck..  Eine Art „Müllgipfel“ soll die angestrebte Zusammenarbeit der Städte Gladbeck und Gelsenkirchen bei der Müllentsorgung den Weg ebnen. Dazu hat die zuständige Dezernentin Nina Frense für Juli ins Gladbecker Rathaus eingeladen. Die Runde soll möglichst die bereits im vergangenen Jahr geborene Idee eines „Müllmengentauschs“ zwischen den beiden Kommunen zum Durchbruch verhelfen.

Die bisherigen Verhandlungen dazu liefen eher etwas zäh – die Zahl der beteiligten Behörden und Institutionen sei zu groß, um schneller voran zu kommen. Bislang sei stets bilateral verhandelt worden, nie in großer Runde. „Deshalb habe ich jetzt mal alle Beteiligten eingeladen, um den Knoten möglichst zu durchschlagen“, so Frense im Gespräch mit der WAZ. „Es lohnt sich, um jeden Euro zu kämpfen, der die Müllentsorgung für den Bürger kostengünstiger macht.“

Anlass für den angedachten Müllmengentausch ist der Ortswechsel für Gladbecks Restmüllverbrennung: Seit dem 1. Januar 2015 wird er – kreiseinheitlich – im RZR Herten statt im Müllheizkraftwerk Karnap verbrannt. Was ohnehin schon teurer ist, aber obendrein längere Wege (38 statt 15 Kilometer) und damit mehr Aufwand bedeutet, auch für Personal und Fuhrpark.

Weg nach Herten ist deutlich länger

Der Müllmengentausch würde die Transportkosten senken (für Gladbeck und für Gelsenkirchen), ohne die kreiseinheitliche Müllentsorgung in Zweifel zu ziehen. Nach diesem Modell würde Gelsenkirchen einen Teil seines Restmülls statt in Karnap im für Gelsenkirchen näheren RZR Herten entsorgen. Im Gegenzug könnte Gladbeck seinen Müll statt in Herten wieder ins nahe Karnap fahren. Angepeilt ist ein Müllmengentausch möglichst in Höhe der jährlichen Gladbecker Restmüllmenge von rund 19 000 Tonnen. Einsparungen von mehreren 100 000 Euro jährlich sind so nach Experten-Einschätzungen möglich, was sich positiv auf die Müllgebühren auswirken würde.

Die Entsorgung nach Herten laufe zwar gut, so Dezernentin Frense, und es gebe keinen Grund zur Beanstandung, doch lohne sich der Müllmengentausch allein wegen der Logistikkosten. „Wir halten an der Idee fest.“ Inzwischen, so Frense, liegen auch zwei Gutachten vor, deren Aussagen der Realisierung nicht entgegenstehen, zumindest enthielten sie „keine Totschlagargumente“. Bei der steuerlichen Betrachtung müsse man allerdings zur Ausräumung letzter Zweifel das Konzept noch der Finanzaufsichtsbehörde vorlegen, so die Dezernentin. Und alle Beteiligten müssen zustimmen.

Eine schnelle Einigung erwartet Frense trotz der geplanten Konferenz im nächsten Monat noch nicht. „Wir müssen das Jahr 2015 abwarten, das brauchen wir schon noch, um das Ganze umzusetzen.“