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Sparpläne gehen ans Eingemachte

24.01.2012 | 19:56 Uhr
Sparpläne gehen ans Eingemachte
Foto: Sebastian Konopka / WAZ FotoPool

Gladbeck.Die große Spardiskussion im Rahmen der Haushaltsberatungen hat noch nicht begonnen, doch die ersten Warnrufe werden schon laut. Der Personalrat der Stadtverwaltung machte die Sparpläne für den ZBG bei der Personalversammlung zum Thema und warnte vor einer Minderung der Lebensqualität bei Umsetzung. Es geht dabei ganz konkret um eine halbe Million Euro, die der ZBG ab 2012 weniger ausgeben soll für den Grünbereich. Das ist der einzige Bereich, in dem der sonst profitabel wirtschaftende stadteigene Betrieb überhaupt sparen kann. Alle anderen ZBG-Aufgaben sind weitestgehend gebührenfinanziert.

Gerade der Grünbereich ist aber besonders personalintensiv. Von den 190 ZBG-Beschäftigten sind allein 60 Mitarbeiter mit der Grünpflege, Instandhaltung der Anlagen, Sicherung der Straßenbäume, Säuberung von Wiesen und Spielplätzen etc. beschäftigt. Bereits im vergangenen Jahr mussten hier 220.000 Euro eingespart werden, was zur Folge hatte, dass vier frei gewordene Stellen nicht wieder besetzt wurden. Kommt es zu den vorgesehenen erneuten Einsparungen, würden künftig insgesamt 16 Stellen wegfallen. „Betriebsbedingte Kündigungen sind aber ausgeschlossen“, versichert Heinrich Vollmer, stellv. Leiter des ZBG.

Einsicht in die Finanznot der Stadt gebe es beim ZBG durchaus, so Vollmer. Doch er macht auch klar, dass die Folgen der Einsparungen deutlich sichtbar sein werden. Denn diese Arbeiten könnten von den verbleibenden Mitarbeitern nicht mit erledigt werden. „Die Fahnenstange der Belastbarkeit ist erreicht.“

Die Folgen, die Personalratschef Bertram Polenz als verminderte Lebensqualität beschreibt, erklärt Vollmer so: „Es wird nicht mehr so schön aussehen in Gladbeck, das als grüne Stadt mit diesem weichen Standortfaktor werben kann.“ Dabei gilt: Pflichtaufgaben wie die Verkehrssicherung der Spielplätze, die regelmäßige Überprüfung und Pflege der Straßenbäume, können schon aus Sicherheitsgründen gar nicht vernachlässigt werden. „Viele gehen nicht, die Vogelinsel soll nicht“, so Vollmer lapidar. So bleiben als Sparpotenzial nur die „freiwilligen“ Aufgaben übrig, wie die Pflege der Grünanlagen, der Parks, des Straßengrüns oder die Säuberung der Brunnen. „Wenn dass verkommt, sieht man das sehr schnell.“

Für Kämmerer Jürgen Holzmann gibt es angesichts der städtischen Finanznot keine Alternativen. „Wir werden uns an andere Standards gewöhnen müssen.“ Für ihn ist die halbe Million Euro Einsparung beim ZBG „schon gesetzt“. Zurzeit laufen Gespräche, wie dieses Ziel zu erreichen ist. Viele Möglichkeiten sieht er unter der Last des Schuldenbergs und einem Defizit von 30 Mio Euro, das in den nächsten zehn Jahren abgebaut werden muss, nicht. Alle Dezernenten der Stadt müssen ihre Bereiche derzeit auf Sparpotenziale hin durchleuchten.

Maria Lüning

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Kommentare
25.01.2012
22:47
Sparpläne gehen ans Eingemachte
von Gladebecker | #3

Was kostet eigentlich die Reinigung von so einem Brunnen ? Oder die Pflege eines Parks?
Wenn wir als Bürger nicht wissen, was so was kostet, dann kann ich auch nicht sagen, ob man mit so einer Standartreduzierung die veranschlagte Summe an Einsparungen hinbekommt. Also 3 x Spielwiese = xxxx, € , nur noch ein Schnitt im Jahr = xxx, € Einsparung.
Erst wenn ich das weiß, kann ich sagen, wieviel mir eine saubere Stadt wert ist.

25.01.2012
08:13
Alte Herren
von derTom | #2

das widerspricht aber den alten Herren im Rat. Wir kämpfen seitdem wir in GLA wohnen darum ein kleines Grundstück dass direkt an unser Haus grenzt (2x3m) zu übernehmen damit wir es pflegen können.
Aber nein, das ist das Baumtor (aber ohne Baum) zur Siedlung.
Da soll lieber weiter das Unkraut wuchern und die Köter draufscheißen. Muss ja schließlich zur Müllhalde ääh ich meine Baubrache gegenüber passen.
Es soll ja der Allgemeinheit gefallen und der ZBG kümmert sich ja darum. Wenn bei denen nun noch mehr gekürzt wird wird sich für uns ja nix ändern: Denn noch weniger als nie können die ja eh nicht kommen um das Grundstück zu pflegen.

und nein: Das ist eindeutig keine Kritik am ZBG, sondern ausschließlich am Stadtrat. Der ZBG hat wie im Pressetext angegeben genug Aufgaben und muss schon so haushalten, da ist es klar das Prioritäten anders gesetzt werden. Aber wenn man als Bürger was gutes tun will....

24.01.2012
21:52
Sparpläne gehen ans Eingemachte
von festus04 | #1

Die gute Nachricht ist schon die, dass Betriebsbdingte Kündigungen ausgeschlossen sind. Die Folge wird aber auch sein, dass durch weniger Personal die Arbeitsverdichtung, wenn man von einem minus von 16 Arbeitsplätzen spricht enorm zunimmt und Krankheitsbedingte Ausfälle rapide ansteigen werden. Ein weiterer Wehrmutstropfen ist natürlich, dass durch die Unterbesetzung von Personal, in der Zukunft damit zu rechnen ist, das einige Grünflächen sich wieder in ungeflegte unkrautflächen verwandeln werden. Es ist schon fatal, wie sich die Zeiten so schnell ändern können. Vor wenigen Monaten hat man die ZBG als das Unternehmen hingestellt, das alle anderen in die Ecke gestellt hat. Am Tag der offenen Tür wurde die Beschäftigten der ZBG den Besuchern als effizient, und als verlässlich dargestellt die alle Arbeiten mit Bravur meistern. Auch die Zahlen der Einahmen waren recht erfolgreich, so dass die Haushaltskasse der Stadt Gladbeck gut von der ZBG provitiert hat. Und nun will man aus der ZBG noch mehr Geld ziehen und die Sauberkeit der Anlagen und Grünflächen wird dabei wohl auf der Strecke bleiben. Das es soweit kommen kann, haben die Verantwortlichen und die Beschäftigten der ZBG nicht verdient.
Sicherlich haben es die Kommunen im Revier immer schwieriger, dass durch die Sparpolitik die im Bund und Land stattfindet einen ordentlichen Haushaltsplan zu erstellen.
Aber ich denke, dass die Stadt auch andere möglichkeiten hat den Haushalt richtig aufzustellen. Und da kann ich mich auch nicht mehr zurück halten, wenn der Kämmerer H.Holzmann sagt, dass es keine Alternativen gibt. Ich frage mich wenn es ja keine Alternativen gibt, wie die Stadt Gladbeck für den Autobahntunnel 2 Mill. Euro aus dem Stadtsäckel bezahlt. Die 2 Mill. hätte der Bund bei den 100 Mill. Euro doch gut und gerne auch dazu zahlen können. Aus meiner Sicht war es auch nicht notwendig, dass 90000 Euro für einen Bürgerentscheid ausgegeben werden und zudem noch ein guter Verhandlungsstand aufgegeben wurde, denn nach dem Kompromiss hatte man in den Verhandlungen zu einer Verwaltungsvereinbarung, die Klausel einer Garantie für den Tunnel einfügen können.
Die 90000 Euro waren verdammt viel Geld. Für das Geld hätte man zum Beipiel 3 -4 Wirtschaftshelferinnen für die Kitas für ein Jahr einstellen können. Ich hoffe nur, dass sich noch alles zum guten wendet, und die Beschäftigten der Verwaltung und der ZBG einen guten Abschluss bei den anstehenden Tarifverhandlungen erreichen.

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