Spar-Ideen der Bürger sind gefragt
10.02.2011 | 18:33 Uhr 2011-02-10T18:33:00+0100
Gladbeck.Ein ausgeglichener Haushalt „wäre traumhaft“ sagt der Bürgermeister. Er weiß aber: Dieser Traum wird so schnell nicht wahr. Statt dessen wächst der Schuldenberg der Stadt stetig an, klafft auch im Haushaltssicherungskonzept 2011 eine große Lücke zwischen Ausgaben und Einnahmen:
199 Mio Euro muss die Stadt ausgeben, 165 Mio hat sie aber nur an Einnahmen. Bleibt ein Minus von 34 Mio Euro. Diese Rechnung präsentierte Kämmerer Jürgen Holzmann gestern bei der Vorstellung des Haushaltsentwurfs im Rat der Stadt. Er wies auch darauf hin, dass das städtische Eigenkapital Jahr für Jahr weiter schmilzt (in drei Jahren von 190 Mio auf jetzt 107 Mio Euro), und die Verschuldung mit Kassenkrediten dafür beständig ansteigt (von 75,1 Mio auf jetzt schon 156,4 Mio). In 2014 werden es 212,6 Mio Euro sein. Wenn das so weiter geht, wäre die Stadt im Jahr 2015 pleite, müsste, wenn sie eine Firma wäre, Insolvenz anmelden. Bei Kommunen übernimmt dann ein Sparkommissar das Finanz-Regiment.
Keine schönen Aussichten und das ist „ziemlich ungerecht“, findet Bürgermeister Ulrich Roland. Denn seit Jahren werde gespart an allen Ecken und Enden, ohne dass dies belohnt wird. Wegbrechende Einnahmen und steigende laufende Kosten machen jeden kleinen Erfolg sofort wieder zunichte.
Was also ist zu tun? Die Gemeindeprüfungsanstalt GPA macht (wie berichtet) Vorschläge, die ans Eingemachte gehen würden und besonders im Kultur- und Bildungsbereich tiefe Einschnitte bedeuten würden.
Und der Verwaltungsvorschlag vom letzten Jahr, die Vogelinsel in Wittringen einzusparen, hat deutlich gezeigt: Solche Sparideen finden keine Akzeptanz, bringen die Volksseele zum Kochen.
Also fragen Bürgermeister und Kämmerer jetzt ganz direkt das Volk: Wo sehen die Bürger Einsparmöglichkeiten? Auf welches Angebot können sie am ehesten verzichten? Wo könnten Einnahmen erhöht werden? Wer sich an der Ideendiskussion beteiligen will, kann dies schnell und unbürokratisch per Internet tun. Ab sofort findet sich auf der Homepage der Stadt www.stadt-gladbeck.de nicht nur der gesamte städtische Haushaltsentwurf im Detail, sondern unter dem Stichwort „Bürgerhaushalt“ die Möglichkeit zur Beteiligung.
Damit das Ganze tatsächlich zu einer seriösen und konstruktiven Angelegenheit wird, müssen die Teilnehmer Namen und Adresse angeben. „Und das wird auch überprüft“, versichert Stadtpressesprecher Peter Breßer-Barnebeck. Nur in besonders einsehbaren Fällen will man anonyme Vorschläge akzeptieren. Innerhalb von vier Werktagen wird die Idee von der Kämmerei geprüft und erhält der Vorschlagende eine Antwort.
„Das kann auch eine Erklärung sein, warum die Idee nicht umsetzbar ist“, sagt Bürgermeister Roland. Denn ein zweites Ziel der Aktion ist es, mehr Transparenz in die Haushaltsdebatte zu bringen. Roland: „Es geht auch um einen Diskurs.“ So mag ja der Vorschlag, die Straßenbeleuchtung nachts abzuschalten, Kosten sparen, würde aber das Sicherheitsgefühl besonders älterer Bürger stark beeinträchtigen.
Hoch willkommen sind auch Vorschläge für ein bürgerschaftliches Engagement. „Bürgerpaten fürs Straßengrün oder Sponsoring von Unternehmen für die Gestaltung der Kreisverkehre“, kann sich Kämmerer Holzmann vorstellen. Alle ernsthaften Vorschläge und Antworten werden veröffentlicht.
13:21
Die Frage, die sich mir stellt ist folgende :
Ist wirklich Sparwille vorhanden, oder handelt es sich nur um eine PR-Aktion ?
Ich bin mir echt nicht sicher.
17:06
Teeküchen im Rathaus? Sie heute nachträglich einzubauen würde einen hohen und auch finanziellen Aufwand bedeuten. Daher wird im Alten Rathaus die Benutzung von Elektrogeräten in einem stark reduzierten Umfang geduldet, dies bezieht sich aber nur auf kleinere Elektrogeräte.
Ich denke das Problem ist erkannt und stellt sich anders da.
Bei den gut verhandelten Verträgen mit HochTief haben Sie eine Strom-Flatrate, Glückwunsch.
Wichtiger scheint mir aber die vertane Zeit beim Tee trinken und Kaffeeklatsch!
Ebenso, wie die vielen Raucherpausen vor der Tür.
Diesen Zeitdiebstahl gilt es zu vermindern.
Bei vielen Unternehmen gibt es Cafeteria und Raucherbereiche. Wer dort hin will muss sich auf seinem PC ausloggen. Unbezahlte Zeit/Pause.
Rechnen Sie mit, das rechnet sich!
PS: Seit der Betrieb der Kantine wieder aufgenommen wurde, lassen sich die Mitarbeiter, die alle ohne so sehr gelitten haben, dort nicht sehen. schade.
Oft zu beobachten und immer wieder unverständlich.
Wenn städtische Mitarbeiter während der Dienstzeit einkaufen, ihre Gleitzeit überziehen oder stadtnahe Dienste wie Straßenreinigung/Abfallbeseitigung oft über eine Stund zusammen beim Metzger oder Bei Tchibo stehen, stimmt etwas in der Tourenplanung nicht.
Das gilt auch für den mittleren und gehobenen Dienst. Dienstwege und -Reisen kann man besser planen.
21:04
@ #3 von PeerBeck
Das Luther-Forum hat nicht ein paar 1.000 Euro an Steuergelder verschlungen, sondern inzwischen mehr als eine Millon Euro.
Das nennt man versteckte Kirchenfinanzierung.
Der größte Batzen kam vom Landschaftsverband und der gibt ja nun mal auch unsere Steuergelder aus.
19:32
Das größte Sparpotential in den kommenden Jahrzehnten liegt im Verzicht auf eine Transit-Autobahn durch die Stadt.
Selbst wenn ein Deckel subventioniert würde, müssten die Stadt hohe Kosten für einen Eigenanteil selber tragen.
18:01
An PeerBeck,
Nicht Deine Erkenntnis, das Unvermögen der Beteiligten ist mir unverständlich,
16:37
ach #6
ich gehe eigentlich davon aus, dass wir hier
lt. Artikel von der Finanzangelegenheit - Gladbecks- sprechen;
aber wenn Du die große Politik hier betreiben willst; voilà
14:27
Sind jetzt derausGladbeck und Zweckel1904 ein und derselbe oder warum meckert mich der Zweckeler wegen meines Kommentars in Richtung derausGladbeck aus?
Ich habe übrigens von ein paar 1000 geschrieben, auch um deutlich zu machen, dass das Geld für Martin Luther Forum im Vergleich zu all den anderen Ausgaben nun wirklich relativ wenig ist.
Zwangssoli sind jeweils über ´ne Million,
der Kreis kostet uns über 48 Millionen - da ist mir die Gegenleistung für die Gladbecker Bürgerschaft wirklich nicht so klar, oder weißt Du 2/4 da mehr?
Zu Anna: Das kostet jetzt unser Geld, und deshalb sind wir jetzt fast pleite.
-???-
Was ist daran nicht zu verstehen? Wenn wir das Geld nicht in den Osten schicken müssten, wenn wir nicht die ganzen fremdbestimmten Ausgaben hätten, dann wären wir jetzt nicht fast pleite.So sind die Steuereinnahmen u.a. deshalb eingebrochen, weil die Sparkasse mit dem in Gladbeck verdienten Geld die WéstLB stützen musste. Das Geld für dieses Mißmanagement in Düsseldorf fehlt uns in Gladbeck.
13:21
Das kostet jetzt unser Geld, und deshalb sind wir jetzt fast pleite.
-???-
Dieser Komentar macht mich fast sprachlos...
Fast!
Wenn die Wirtschaft nicht brummt muss auch der (genehmigte Haushalt gekürzt werden. es ist nicht verwunderlich wenn anschließend Gewerbesteuerausfälle ein Loch reißen. Das kann man im Jahresverlauf schon merken und wird dann nicht so überrascht.
Gestern sagte BM Roland wörtlich Ratschläge von außen, „wie wir das finanzpolitische Elend“ besser verwalten können, gibt es genug. Nur die Verantwortung dafür, gewachsene und bewährte Strukturen zu erhalten, nicht das „städtische Porzellan“ zu zerschlagen, tragen wir gemeinsam - und zwar
Sie, meine sehr geehrten Damen und Herren des Rates, und ich als Bürgermeister.
Auch im Jahre 2011 muss es darum gehen, nicht das zu zerstören, was wir gemeinsam in den vergangenen Jahren aufgebaut haben...
Nun frage ich mal...
1. Sind dies Vorschläge irgendwo öffentlich zu sehen?
2. Welches Porzellan, welche Werte sind gemeint?
Noch ein Zitat von gestern:
Personalkosten steigen ständig - dies ist im Wesentlichen fremdbestimmt.
Nach der Planung werden im laufenden Jahr Aufwendungen von rund 46,3 Mio. € für Personal- und Versorgungsaufwendungen erwartet. Davon entfallen 45,6 Mio. € auf das Stammpersonal. Aufgrund z.B. von Erstattungen und Landeszuschüssen ist diese Bruttosumme um rund 2 Mio. € zu reduzieren.
Im Vergleich zum Vorjahr erhöhen sich die Personalaufwendungen um rund 1,1 Mio. € = 2,4%. Dies ist keine geringe Steigerung. Allerdings lag die Steigerung von 2009 nach 2010 bei 3 Mio. € = 6,7%.
Wichtig auch dies: In den Folgejahren ab 2012 erwarten wir eine Steigerung unter den Orientierungsvorgaben des Innenministeriums von 1 %.
Die Ursachen des Anstiegs sind begründet durch:
* Tariferhöhungen
* Übernahme weiterer katholischer Kin-dertageseinrichtungen
* Einsatz zusätzlicher Erzieherinnen als Auswirkungen des Kinderbildungsgesetzes
* Erhöhung der Versorgungszahlungen.
Nicht berücksichtigt sind mögliche Besoldungserhöhungen bei den Beamten und mögliche Mehrkosten durch den Stellenplan.
Erinnern Sie sich aber bitte auch daran, dass wir in den letzten 20 Jahren über 300 Stellen bei der Stadt abgebaut haben.
Auch dazu meine Fragen:
1. 300 Stellen abgebaut, wo genau?
2. Wer ist wirklich notwendig und wer bezieht nur Geld fürs Da sein und Kaffee trinken?
3. Wie viele MA werden nur aus Sentimentalität oder Imagegründen gehalten?
4. Wo kann man durch neues Personal Mehrerlöse erzielen?
5. Wenn die Wirtschaftsförderung funktioniert, warum stehen dann so viele Flächen leer? Die Verantwortlichen sind oft tagelang Du (Dauernd unterwegs) Gibt es Erfolgsberichte und wenn ja, wo?
Wenn in einem Betrieb, z.B. Müllabfuhr, Busbetrieb, oder Post... Mitarbeiter stundenlang Pause machen, gibt es ganz schnell eine neue Tourenplanung! Beim mittleren und gehobenen Dienst gibt es keine Kontrolle. Ist das ein Fehler?
Wo bleibt der Stolz und die Verantwortung?
Füttern wir zu viele Frühstücksdirektoren durch?
Soweit meine Fragen....
Auf die Antworten bin ich nun echt gespannt...
13:21
wer lesen kann #3
ist klar im Vorteil:
hier sieht man doch dass Du nicht verstehen willst
und die 90.000 € , als 1.000 bezeichnest !
UND sind die ,für Gladbeck , Lebenswichtig ?
hätte man diese neunzigtausend Euro nicht in Soziales,
in Alles mögliche stecken können,
als in ein Objekt für wenige;
ob ich oder P B etwas gut finden darum gehts?
ich dachte es geht darum dass k e i n Geld
da ist,
da ginge es drum !
in Ri. Kreisverw. : Tipp
beschäftige Dich mal nicht nur mit bla bla außer Kneipe,
sondern mit dem Leben drumrum,
dann lernste auch aus dieser Zeitung , was die Kreisverw. alles so macht;
( wir leben nun mal in diesem Kreis )
ruf mal online den Kreis RE auf, aber nur wenn Du interessiert bist)
11:27
@2
Ganz platt - natürlich haben wir Bürger den Zustand des städtischen Haushaltes mitzuverantworten.
Die Probleme, die wir in Gladbeck und den meisten anderen Städten haben, sind nämlich verursacht durch Beschlüsse in Bund und Land von Menschen, die wir gewählt haben.
Ein paar Beispiele:
der Zwangssoli, die Mehrwertsteuersenkung für Hoteliers, die Hilfen für Pleitebanker, der völlig unzureichende Bundeszuschuss zu den Unterkunftskosten für Hartz-IV-Empfänger
und, und, und
All das wurde demokratisch beschlossen und bestätigt. Fast immer im Bund und Land, fast immer von Schwarz-Gelb!
Das kostet jetzt unser Geld, und deshalb sind wir jetzt fast pleite.
Nicht wegen ein paar 1000 Euro für das Martin Luther Forum, das ich übrigens richtig toll finde.
Sparvorschläge im Sinne von weniger ausgeben habe ich an anderer Stelle übrigens schon gemacht.
Ganz knapp: Geld für Gemeindeprüfungsamt einsparen, das Geld ist für einen neuen Bücherbus sinnvoller angelegt.
Kreisverwaltung einsparen - da weiß ich bis heute nicht, was die eigentlich machen. Ich habe mit denen noch nie was zu tun gehabt.
Ach doch, die haben die Bäume an der Zweckeler Straße gepflanzt.
Zwangssoli einsparen - im Osten ist mittlerweile alles bellabest.
Wenn wir in Gladbeck das Geld dafür hätten, ging´s uns schon richtig gut!