Skulptur von Bürgern für Bürger

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Was wir bereits wissen
Ein spannendes Projekt wartet auf die Gladbecker ab März. Dann werden 15 kreative Bürger gesucht, die Ideen für eine Skulptur fürs beliebte Appeltatenfest umsetzen wollen.

Gladbeck..  Beate Günther, Appeltatenmajestät von 2011: „Gladbeck hat viele Skulpturen, aber noch keine, die an dieses wichtige Fest erinnert.“ Deshalb ihr beherzter Appell an die Bürger: „Beteiligt euch aktiv an der Skulpturenentwicklung.“

Die Ex-Majestät ärgert sich in jedem Jahr, dass „nach dem September-Wochenende dann über 360 Tage nichts mehr an das Fest erinnert“. Das sei schade und deshalb müsse eine Skulptur her, die das Appeltatenfest symbolisiert. Sie soll im öffentlichen Raum aufgestellt und so ein dauerhaftes Zeichen für das historische Fest sein.

Erdacht, erarbeitet und gestaltet werden die Bürgermodelle in zwei Workshops. Das Siegermodell, das eine siebenköpfige Fachjury aussucht, ist dann die Grundlage für die Realisierung durch eine Fachfirma.

Steht für ein liebenswertes Gladbeck

Der Vorschlag zum Skulpturenwettbewerb kommt von Diplom-Designerin und Kunsttherapeutin Annette Dyba in Zusammenarbeit mit dem Stadtteilbüro Mitte. Sowohl für die Einwohner, als auch für Gäste der Stadt soll die Skulptur zu einem positiven Sinnbild für Gladbeck werden, sagt Dyba. Immerhin stehe das Appeltatenfest für ein äußerst liebenswertes Gladbeck – in Zukunft auch weit über die Stadtgrenzen hinaus. „Ich möchte davon weg, dass der Name Gladbeck oft noch immer im übrigen Deutschland mit dem Geiseldrama in Verbindung gebracht wird“, ärgert sich die Künstlerin.

Die beiden Workshops werden von Dyba geleitet, die sich auf viele mitmachende „Bürger von nebenan und deren Ideen“ freut. Im ersten Workshop geht es um die Auseinandersetzung mit dem Thema. „Wir werden bei Null anfangen, beschäftigen uns mit der Bedeutung des Festes, sprechen über Geselligkeit und Frische, bilden Assoziationsketten, suchen Symbole.“

Der Prozess verläuft dabei ganz offen, angstfrei und vor allem kreativ. Dyba: „Ich freue mich auf die Ideen und Ergebnisse. Ein einfacher Apfel ist mir aber viel zu wenig.“ Im zweiten Teil dann wird das Erarbeitete in die Praxis umgesetzt. Dann entstehen zehn bis 20 Zentimeter große Modelle aus Ton, Gips, Pappe oder Draht – gerne auch in Zusammenarbeit mehrerer Teilnehmer. Dyba unterstützt diese mit fachlichem Rat, gibt handwerkliche Hilfestellung.

Menschen erfreuen und begeistern

Ein möglicher Standort für die Skulptur, die eine Fachfirma nach dem Siegesmodell erstellt, gibt es noch nicht. Beate Günther: „Wir sind in Gesprächen mit dem Planungsamt so verblieben, dass dieser Punkt noch offen bleibt.“ Ob Fußgängerzone oder Skulpturenpark ist ihr egal. „Hauptsache ist, dass sie die Menschen erfreut und begeistert und an das Fest erinnert.“

Schwer begeistert von dem Vorhaben ist auch Königinnenbegleiterin Ulrike Rodewald, die das Wiederaufleben des Festes vor nunmehr 26 Jahren initiierte. Für sie war immer klar, dass das Fest, das aus dem 13. Jahrhundert stammt und als Markt zu Ehren des heiligen Lamberti stattfand, immer „ein Fest für Bürger aus Bürgern heraus ist“. Das einzige was noch fehlt, ist eben das Symbol. Ein Symbol, auf das auch die amtierende Majestät, Andrea Sommerfeld-Sdrzalek, dringend setzt: „Es ist angebracht, dass es endlich eine solche Skulptur gibt.“

Zwei Workshops im Stadtteilbüro Mitte

Vorgesehen ist der erste Workshop am 18. April von 10 bis 14 Uhr und der zweite Workshop am 25. April von 10 bis 16 Uhr. Die Workshops finden jeweils im Stadtteilbüro Mitte an der Goethestraße 44 statt. Bislang gibt es bereits acht Interessierte, bis zu 15 Gladbecker können an dem Projekt teilnehmen. Interessierte melden sich bei Annette Dyba unter 0177/8 79 83 99. Hier gibt es auch weitere Informationen. Die Teilnahme zu den Workshops ist kostenlos.

Die Workshops werden aus Mitteln des Verfügungsfonds im Rahmen des Projekts Stadtmitte Gladbeck und damit aus dem Städtebauförderungsprogramm „Soziale Stadt“ mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (ELFRE), des Bundes, der Landesregierung NRW sowie der Stadt Gladbeck kofinanziert.