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Kulturhauptstadt

Singen mit Leib und Seele

28.01.2010 | 16:45 Uhr
Singen mit Leib und Seele

GladbeckDas Revier ist Kulturhauptstadt und nirgendwo erklingt ein Chanson? Für Maegie Koreen schier undenkbar. Seit 40 Jahren hat sich sich diesem Liedgut verschrieben. Ja, und für den Ruhrpott schlägt das Herz der gebürtigen Gelsenkirchenerin sowieso.

Nun, im Kulturhauptstadtjahr, lädt sie als Projektleiterin eines ganz besonderen Projektes Europa und die Welt zum Singen in das Ruhrgebiet ein.

„RUHRChansonnale“ heißt ihr musikalisches Twins-Projekt. Ein Partner an ihrer Seite dabei: Gladbeck. Koreens Chanson-Projekt soll Sängerinnen und Sänger, Musiker und Dichter des Ruhrgebiets und seiner weltweiten Partnerstädte zusammen führen. Neben Gladbeck machen noch Bottrop, Gelsenkirchen und Hagen nebst ihren Partnerstädten Schwechat (Österreich), Gliwice (Polen), Montlucon (Frankreich) und Nishnij Nowgorod (Russland) mit.

In allen vier Städten soll schon im März ein dreistündiges Festival der Chansons, Songs und Balladen Station machen.

Maegie Koreen besingt nicht nur mit ganz viel Herz das Revier - und zwar das von gestern, heute und übermorgen. Sie hat sich zudem auch mit Leidenschaft der Förderung des künstlerischen Nachwuchses verschrieben. Logisch, dass vor allem junge Sängerinnen und Sänger sie auf ihrer 2010-Tour begleiten. Besonders angetan hat es ihr dabei Thessa Habeler aus Gladbecks Partnerstadt Schwechat. „Da kommt eine junge, große Stimme nach Gladbeck“, schwärmt die Koreen, die extra nach Österreich reiste, um mit der 19-Jährigen das musikalische Programm zu besprechen. Begleitet, und das auch musikalisch, wird Thessa, die gerade mit ihrem Gesangsstudium an der Musikhochschule Linz begonnen hat, übrigens von ihrem Vater. Er ist Musik-Dozent und Gitarrist.

Die RUHRChansonnale sieht die Projektleiterin auch nicht als einmaliges Ereignis an. Vielmehr hofft sie so ein internationales Netzwerk knüpfen zu können, das immer wieder zu musikalischen Zusammenkünften führt. „Die Kontakte sollen lange halten“, wünscht sich Maegie Koreen. Ein Ansatz scheint gemacht zu sein, denn einige Künstler haben sie bereits gefragt, wann das Projekt auch einmal in ihrem Heimatland Station machen wird.

Doch nun steht erst einmal im Kulturhauptstadtjahr das Ruhrgebiet auf dem Spielplan. Am 12. März in Hagen, am 13. März dann im Lesecafe der Gladbecker Stadtbücherei, am 16. und 19. März in Gelsenkirchen und in Bottrop sollen Chansons in allen Facetten erklingen. Mal leise, mit leichten Anleihen im Pop, dann wieder ganz klassisch, oder auch hart rockig oder jazzig modern.

Für Maegie Koreen bedeutet ein Chanson zu singen, etwas „Selbstgedachtes auf die Bühne zu bringen“. Anders als Pop und Schlager sei ein Chanson die Idee von einem Lied, das etwas erzählen will, entstanden im dichten Geflecht zwischen Literaten, Komponisten und Sängern. Eine Kulturform, die nach Meinung von Maegie Koreen nur in der Großstadt richtig gedeihen kann - und die ihrem Empfinden nach unbedingt „unter Artenschutz gestellt gehört“.

Eine Chanson-Kultur, sagt Gladbecks Kulturhauptstadtbeauftrager Lothar Sikorski, „hatten wir bisher noch nicht in der Stadt.“ Das soll sich nun in 2010 ändern. Ein erster „Probelauf“ - Maegie Koreen trat in 2009 bereits in Gladbeck auf - hat gezeigt, die Gladbecker sind dem Chanson durchaus nicht abgeneigt.

Katrin Walger-Stolle

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