Siedler bringen jecke Stimmung zum Rosenhügel

Der Siedlerring Rosenhügel lud ein - und die Karnevalisten kamen gerne.
Der Siedlerring Rosenhügel lud ein - und die Karnevalisten kamen gerne.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Von den Wittringer Rittern bis zum Türmer - viele Gäste waren dabei, als der Siedlerring Rosenhügel am Wochenende zum Saalkarneval einlud.

Gladbeck..  Der Karneval gehört zu Rosenhügel wie die Jeckenmütze zum passenden Kostüm. Der Siedlerring in Rosenhügel lud für Samstagabend zur traditionellen närrischen Sitzung ins Pfarrzentrum neben der Petruskirche. Mit dabei: Der Karnevalsclub Wittringer Ritter samt Prinzenpaar, Bürgermeister Ulrich Roland als Türmer von der Gladebecke – und mehr als 100 Narren.

Die Wittringer Ritter sind am „Hügel“ angekommen: Die Prinzengarde marschiert ein, die Jugendgarde hinterher, das Prinzenpaar Olaf I. und Sabrina I. mit Chefadjutant Dieter und Hofdame Iris betreten unter großen Tohuwabohu den „Karnevalssaal“ an der Vehrenbergstraße. Es ist angerichtet: Man möchte meinen, ganz Rosenhügel ist jeck an diesem Abend.

Trotz Frohsinns ein paar ernste Worte

Der obligatorischen Ordenübergabe folgt endlich das große Programm. Die Garden tanzen und zelebrieren einen Spagat nach dem anderen. Die rollende Disco gibt indes mit Helene Fischer und Michael Wendler alles, die Tanzfläche bebt. Schlager und Karneval, das passt bekanntlich.

Dann ist es endlich soweit: Der mit Spannung erwartete erste Auftritt des Türmers in diesem Jahr steht auf dem Programm. Ulrich Roland kommt in die Bütt und zeigt wieder einmal, dass Karneval und Politik harmonieren und durchaus eine interessante und lustige Symbiose hervorbringen können. Zu seinen „Rosen von den Hügeln“ spricht er bekanntlich nur allzu gern. Vor ihm ist an diesem Abend niemand sicher. Weder die heimische Stadtverwaltung, „die Hundekot als ihr täglich Brot hinnehmen muss“, noch Tebartz van Elst, „der sich bekanntlich Bischof nennt, doch anscheinend die zehn Gebote nicht kennt“.

Und gerade beim Thema Kirche und Religion hält Türmer Roland ein wenig inne und nutzt seine Rede – in karnevalistischen Zeiten von Witzen, Kalauern und Satire – für ein paar ernste Worte: „Wir wollen keine Strenggläubigen, die den Rest der Welt verachten“, formuliert er mit Blick auf die Terror-Geschehnisse in der französischen Hauptstadt Paris. Witze und Satire sein wichtig, das sei bekanntlich gut so und dies werde auch so bleiben: „Je suis Charlie“, ruft der Türmer abschließend seinen „erlauchten Jecken“ zu. Dafür erntet er lauten und langen Applaus.

„Wie bei einer Pyramide baut bei uns alles aufein­ander auf“

In Rosenhügel greift beim närrischen Treiben ein Rädchen ins nächste. Das weiß auch der Vorsitzende des Siedlerrings Peter Schiering. „Unser Karneval wird einfach erwartet. Ein fester Termin eben“, sagt der Gladbecker. „Wie bei einer Pyramide baut bei uns alles aufein­ander auf“, erklärt Schiering, der damit auf den beliebten Schubkaren-Umzug im heimischen Süden abzielt. Der Siedlerring-Vorsitzende betont: „Es ist einfach ein perfektes Zusammenspiel in Rosenhügel.“

Und was sagen die Gäste an diesem Abend? „Wenn man hier ist, muss man einfach mitmachen. Es zieht einen einfach in seinen Bann“, findet Angela Rogowski (63), die mit Ehemann Otmar (64) in der Karnevalszeit „jeden Samstag auf der Piste ist“. Und mit Blick auf vergangene und zukünftige fünfte Jahreszeiten sagt sie: „Der Weg hierhin lohnt sich immer.“ Und „Zwergin“ Angela fügt hinzu: „Wir sind nicht zum ersten und bestimmt auch nicht zum letzten Mal hier.“