Sie wollen lernen
29.10.2007 | 20:28 Uhr 2007-10-29T20:28:59+0100Nadia Karim berichtete über das Leben der Frauen in Afghanistan.Und die Zuhörer im Dietrich-Bonhoeffer-Haus durften schließlich das ferne Land ganz unmittelbar schmecken
Es wirkte ein wenig wie Urlaubsbilder präsentieren, als Nadia Karim im Bonhoeffer-Haus über ihre jüngste Reise nach Afghanistan sprach und ihre Fotos dazu zeigte. Karim ist Vorsitzende des Afghanischen Frauenvereins (AFV), der Kontakt nach Gladbeck kam über die Flüchtlingsberatung, und das, was sie berichtete, war ganz und gar nicht wie Urlaub: Die Situation, insbesondere der Frauen, in Afghanistan.
Es sind oft Fotos von Frauen. Frauen, die arbeiten, Mädchen, die zur Schule gehen, lernen, lachen. Karim erzählt ihre Geschichten. Das Leben dort ist kompliziert, schwierig, das lässt sie nicht aus - und doch, ihre Worte, die Bilder zeigen deutlich und überwiegend: Hoffnung.
"Bildung ist sehr, sehr wichtig", sagt Karim oft und eindringlich. Es ist ihr Leitmotiv. "Die Kinder wollen lernen." Deswegen engagiert sich der AFV, der prominent von Schriftsteller Roger Willemsen unterstützt wird, mit zahlreichen Projekten: Mädchenschulen, Hebammenausbildung, aber auch Brunnen für die so wichtige Wasserversorgung, um nur einige zu nennen. Und das erfolgreich. So besucht jedes fünfte Mädchen heute eine Schule, einige studieren sogar.
Nach all dem Gehörten durften die rund 70 Zuhörer das Land auch schmecken: Am afghanischen Buffet.
Sie saßen nun bei Kerzenlicht an mit Blumen geschmückten Tischen, unterhielten sich vor regenbogenfarbenen Friedensflaggen, die Bonhoeffer-Haus-Band spielte "Imagine" - alles beschaulich, friedlich.
Vielleicht ein erster Eindruck von dem, was Schirmherrin und Bürgermeister-Ehefrau Christa Roland als zentrales Ziel für Afghanistan formulierte: "Paradiesischen Frieden!"
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