„Sie nehmen ein Grundrecht wahr“

Wenn ab dem kommenden Montag die Erzieherinnen und Erzieher in den kommunalen Kitas streiken, nehmen diese Beschäftgten „ein wichtiges und garantiertes Grundrecht“ wahr. Darauf weist die Stadtverwaltung in einer aktuellen Mitteilung ausdrücklich hin.

In Gladbeck sei dieser Berufszweig - anders als vielen anderen Städten - gewerkschaftlich sehr gut organisiert, heißt es weiter.

„Historisch betrachtet verfügen frauentypische Berufe eher über einen geringen Organisationsgrad in den Gewerkschaften. In Gladbeck sieht die Situation dagegen positiv aus“, ergänzt Barbara Richter, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Gladbeck. „Ich begrüße es sehr, dass diese Berufsgruppen endlich in den Fokus gerückt werden.“

Von ihrem Streikrecht machen in Gladbeck ab Montag, 11. Mai, alle gewerkschaftlichen organisierten Erzieherinnen und Erzieher der städtischen Kindertageseinrichtungen Gebrauch. Dies führe dazu, dass während des Streiks in den Kindertagesstätten durch das wenige übrige Personal nur einige Notdienstgruppen eingerichtet werden können. Von den rund insgesamt 660 betroffenen Kindern würde dadurch für 86 Mädchen und Jungen ein Betreuungsangebot eingerichtet.

Die Stadt Gladbeck habe die Gewerkschaft ver.di im Vorfeld ausdrücklich um den Abschluss einer Notdienstvereinbarung gebeten. Dieser Wunsch sei jedoch abgelehnt worden. Damit seien der Stadt „die Hände gebunden“, heißt es in der aktuellen Mitteilung. Denn aufgrund der gesetzlichen Verpflichtungen könne niemand zum Notdienst in den einzelnen Einrichtungen gezwungen werden.

Wie die WAZ am Freitag berichtete, herrscht bei den Eltern in den Kitas weitgehend Verständnis für die Tarif-Forderungen der Erzieherinnen; viele Eltern hätten mehr Notgruppen zugleich aber begrüßt.