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Sicherheitsdienst schützt Jobcenter

20.03.2015 | 19:00 Uhr
Sicherheitsdienst schützt Jobcenter
In sechs Bezirksstellen des Jobcenters Recklinghausen, darunter Gladbeck, sorgt die Anwesenheit von Security-Fachkräften für mehr Sicherheit.Foto: M. Graben

Gladbeck.  „Null Toleranz gegenüber Gewalt“ lautet das Motto des umfangreichen Sicherheitskonzeptes, das auch für die Bezirksstellen erarbeitet wurde.

Wenn das Geld knapp ist, liegen schon mal die Nerven blank. Zu spüren bekommen das die für die Grundsicherung zuständigen Mitarbeiter des Jobcenters durch Pöbeleien, Beleidigungen bis hin zu akuten Drohungen der Besucher, die finanziell unterstützt werden. In den vergangenen Monaten wurde aus diesem Grund ein umfangreiches Präventionskonzept zum Schutz der Beschäftigten wie auch der Kunden erarbeitet, das jetzt von Landrat Cay Süberkrüb vorgestellt wurde. Mit dem Motto: „Null Toleranz gegenüber Gewalt – Sicherheit im Jobcenter“.

Im Vorjahr wurden insgesamt aus den elf Jobcenter-Anlaufstellen mit Kundenverkehr in den Kreisstädten 172 sicherheitsrelevante Vorfälle gemeldet, wobei 28 Mal die Polizei zur Unterstützung angefordert werden musste.

Info
Vorbild ist das „Aachener Modell“

Zu einem tödlichen Vorfall kam es, als 2012 eine Mann (52) in Neuss eine Jobcenter-Mitarbeiterin angriff.

An dem mit der Polizei entwickelten „Aachener Modell“ orientiert sich das Jobcenter im Kreis Recklinghausen. Ziel: Bedrohungen und Übergriffe an Arbeitsplätzen mit Publikumsverkehr zu reduzieren.

Zu Schaden kam in den Bezirksstellen glücklicherweise niemand. Bei insgesamt kreisweit rund 600 000 Kundenkontakten pro Jahr bilden Pöbeleien eine Ausnahme. Noch seltener sind massive Vorfälle wie die Morddrohung via Telefon im Vorjahr gegen einen Sachbearbeiter durch einen Recklinghäuser (43), die als haltlos geklärt werden konnten. Das Jobcenter Herten öffnete auch nach kurzer Zeit wieder die Pforten, die nach einer Bedrohung zur Sicherheit im November verriegelt wurden. Ein aufgebrachter Kunde hatte gesagt, er hole jetzt Zuhause eine Pistole und komme dann zurück. In seiner Wohnung konnte die alarmierte Polizei den aufgebrachten Mann ansprechen und die Lage deeskalieren.

In der Gladbecker Bezirksstelle blieb es bei ‘harmloseren’ verbalen Attacken. Eine Fachkraft eines beauftragten Sicherheitsunternehmens ist seit etwa einem Jahr im Jobcenter an der Wilhelmstraße präsent (sowie in fünf weiteren Niederlassungen). Der Standort wird zudem technisch weiter aufgerüstet, mit einem Alarmierungssystem in den Büros und zum Beispiel mit einfachem Austausch der Türklinken gegen -knaufe, damit der Zugang kontrollierter erfolgen kann.

Bereits 500 der kreisweit rund 1000 Jobcenter-Mitarbeiter wurden im Vorjahr in Konfliktvermeidung und Deeskalation für Ausnahmesituationen geschult, weitere werden folgen. Neu sind zudem für besondere Gefährdungslagen ausgebildete Notfallmanager und interne Ansprechpartner nach erlebten Krisensituationen.

Das Null-Toleranz-Sicherheitskonzept des Jobcenters soll generell eine klare Botschaft gegen den Trend sinkender Hemmschwellen sein, die sich auch in Gewalt gegen Polizisten, Feuerwehrleute und selbst Notärzte ausdrückt.

Marcus Esser

Kommentare
11.08.2015
21:10
Sicherheitsdienst schützt Jobcenter
von vocansmortuos | #6

Gladbeck ist doch auch bekannt für ungerechtfertigte Sanktionen, die ich einst mit meiner Ex Frau Anfang 2008 erleben durfte.......Falschberatung,...
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2015-03-20 19:00
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