Servicewohnen – eine Antwort auf manche Frage im Alter

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So lange wie möglich selbstbestimmt und eigenverantwortlich leben. Das wünscht sich jeder. Was aber, wenn man allein lebt, fürs Seniorenheim noch deutlich zu fit ist, keine Pflege, hin und wieder aber mal praktische Hilfe oder einen Ansprechpartner braucht? In Gladbeck hieß die Antwort vor mehr als 20 Jahren Servicewohnen: Leben in den eigenen vier Wänden mit Hausnotruf, einem Hausmeister, einer Ansprechpartnerin vor Ort, Gemeinschaftsveranstaltungen, und der Möglichkeit, im benachbarten Seniorenheim zu essen.

„Das war eine revolutionäre Idee damals, eine zukunftsweisende Entscheidung“, erinnert sich Bodo Dehmel. Als Leiter der städtischen Seniorenberatung war er dabei, als 1995 die Wohnanlage der GWG an der Hermannstraße ihrer Bestimmung übergeben wurde. Und auch gestern gehörte er zu den zahlreichen Gästen, die, natürlich mit den Mieterinnen und Mietern, im großen hellen Gemeinschaftsraum das 20-jährige Bestehen feierten.

Die erste Servicewohnanlage gab es schon, als die Senioren ihre Wohnungen an der Hermannstraße bezogen. Wenige Jahre zuvor hatte die GWG am August-Wessendorf-Weg das erste Haus dieser Art gebaut. Eine Erfolgsgeschichte haben beide Einrichtungen geschrieben. Nie steht eine Wohnung leer, immer gibt es Wartelisten.

Anna Rosengart, Mitarbeiterin im städtischen Amt für Soziales und Wohnen, ist seit 2008 der „gute Geist“ des Hauses. Sie ist halbtags im Haus, Ansprechpartnerin für alle Fälle, organisiert die wöchentliche Kaffeestunde, richtet regelmäßig Feste aus. Und sie versprüht gute Laune. „Man spürt, welch gute Atmosphäre hier herrscht“, stellte Bürgermeister Ulrich Roland bei der Feier zum 20-jährigen Bestehen fest.

Die war an diesem Tag besonders gut: Der Feier am Morgen schloss sich das Sommerfest, gemeinsam mit Bewohnern des Marthaheims, im Park an, mit dem Duo Albatros, Trommelkids aus dem benachbarten Kindergarten, DJ Ötzi und ganz viel Spaß. Doris Jost vom Seniorenbeirat brachte es auf den Punkt: „Es müsste mehr solcher Einrichtungen geben.“