Senior ärgert sich: Zwei-Cent-Marken nur im Zehnerblock?

Die Hauptpost Gladbeck an der Postallee/Humboldtstraße
Die Hauptpost Gladbeck an der Postallee/Humboldtstraße
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
80-Jähriger wollte nur zwei Zwei-Cent-Marken kaufen. Das ging angeblich nicht. Nachdem die WAZ nachgefragt hatte, war dann aber doch alles möglich.

Gladbeck..  Der vorletzte Tag des alten Jahres: Rudolf Köhler hat noch zwei 60-Cent-Briefmarken in der Börse, und weil die Post nach dem Jahreswechsel 62 Cent für einen Standardbrief verlangt, will der 80-Jährige in der Postbank-Filiale an der Barbarastraße nicht nur zehn 62er kaufen, sondern auch die fehlenden zwei Zwei-Cent-Briefmarken.

Die Dame hinter dem Tresen schüttelt den Kopf. Auch die Zwei-Cent-Marken seien nur im Zehnerblock zu haben, teilt sie dem verdutzten Senior mit. Was er denn mit den restlichen acht Marken machen solle, fragt er – und erhält als Antwort ein Schulterzucken. „Das darf doch nicht wahr sein“, empört sich Rudolf Köhler in der WAZ-Redaktion. Er hat den Zehnerblock nicht gekauft. „Es geht mir nicht um die paar Cent, sondern ums Prinzip“, sagt er. „So geht man nicht mit Kunden um.“

Das findet auch Tim Rehkopf. Der Pressesprecher der Postbank hat sich auf WAZ-Anfrage in der Gladbecker Filiale schlau gemacht. „Was da genau passiert ist, konnte ich nicht herausfinden“, sagt er. „Aber selbstverständlich werden die Zwei-Cent-Marken auch einzeln verkauft, wenn auch nicht an allen Schaltern, weil nicht jede Kasse darauf eingerichtet ist. Die Mitarbeiterin hätte den Kunden an den zuständigen Kollegen verweisen oder auf den Briefmarken-Automaten aufmerksam machen müssen. Wir können den Kunden nur um Entschuldigung bitten.“ Auf den Automaten ist Rudolf Köhler von allein gekommen, aber da gab’s keine Zwei-Cent-Marken, sagt er. Und außerdem: Wer den Betrag nicht passend hat, bekommt – ja richtig – das Rückgeld in Form kleiner Briefmarken.

Erster Arbeitstag 2015: Wir machen den Test, wollen eine Zwei-Cent-Marke kaufen. Der Anruf des Pressesprechers in der Filiale hat ganz offensichtlich Wirkung gezeigt: Die freundliche Mitarbeiterin reicht ein kleines Briefchen mit zwei Zwei-Cent-Marken über den Tresen: „Die schenke ich Ihnen.“