Gladbeck

Selbst Genähtes liegt auch in Gladbeck wieder voll im Trend

Die Kinder finden den Nähkurs spitze.
Die Kinder finden den Nähkurs spitze.
Foto: Michael Korte
Monika Wienkötter bringt seit mehr als 15 Jahren Interessierten das Nähen und Schneidern bei. Derzeit der Renner sind kleine „Sorgenfresser“.

Gladbeck.  . Schneiden, Nähen, Bügeln – in „Monis Stoffparadies“ wuselt an jedem Freitag eine kleine Horde von Kindern zwischen Stoffrollen und Nadelkissen an den Nähmaschinen. Sie nähen sprichwörtlich um die Wette und lassen im Nachwuchs-Kurs mit Inhaberin und Dozentin Monika Wienkötter (48) ihrer Kreativität freien Lauf.

Nähen ist wieder in Mode. Alle Kinderkurse bei Wienkötter an der Voßstraße sind ausgebucht: „Wir hatten ein starkes Jahr und die Nachfrage ist ungebrochen“, erklärt die gelernte Damenschneiderin, die schon seit dem Jahr 1999 ihr Wissen an die Näh-Neulinge weitergibt und festgestellt hat: „Es gibt zwischen Kindern und Erwachsenen kaum Unterschiede. Vielleicht sind die jüngeren Teilnehmer etwas angstfreier.“

Das merkt man auch an diesem Freitag: Ohne Hemmungen geht es ‘ran an die Nähmaschine. Leonie Traud (12) näht sich gerade eine Mütze für die kalten Wintertage: „Grün und pink sind meine Lieblingsfarben“, erklärt die junge Kursteilnehmerin. „Ich habe auch schon einen Kissenbezug und ein Kosmetiktäschchen genäht und zuletzt ein Portemonnaie als Weihnachtsgeschenk.“

Der absolute Renner bei den Kids sind derzeit die „Sorgenfresser“ – kleine Stofftiere mit einem charakteristischen Reißverschluss-Lächeln: „So einen habe ich mir auch schon gemacht“, zeigt Amelie Höhle (12) stolz. Ihr Repertoire kann sich mittlerweile gut sehen lassen: Schlüsselanhänger, Kultur- und Handtasche. „Ich komme seit einem Jahr, immer direkt nach der Schule.“ Übrigens: Freitags ist Wienkötters Laden fest in Frauenhand. „Ab und zu nehmen auch ‘mal ein paar Jungs teil, aber das ist eher selten“, so die Inhaberin.

Modedesignstudium in Berlin

Wenn der inzwischen erfahrene Schneider-Nachwuchs aber doch mal Fragen hat, zeigen Kursleiterinnen Monika Wienkötter und Jutta Berlinger (50) am großen Arbeitstisch wie es richtig geht. Denn ein bisschen ‘was gibt es schließlich zu beachten: Das Schneiden des Stoffes muss ebenso gelernt sein wie das Anzeichnen und das Ausmessen. Da muss etwa der Stoff glatt auf dem Tisch liegen, vorher geschaut werden, wie eng die Naht gezogen werden muss.

Schon länger betreut auch Michelle Siepert (17) die Näh-Lehrlinge: „Nähen macht einfach Spaß, weil man sich etwas ganz Eigenes machen kann“, so die junge Dozentin,. „Meine Großtante fing einst an und begeisterte meine Mama. Und so kam ich dann auch irgendwann zum Nähen.“

Bald muss sie das kleine Gladbecker Paradies für Näh-Verrückte allerdings verlassen - wegen ihrer Stoffleidenschaft: „Ich werde Modedesign studieren“, sagt sie. Und dafür geht es nach Berlin.

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