Schwierige Situation für die Ex-Opelaner im Kreis

40 Mitarbeiter aus dem Kreis Recklinghausen verloren bei Opel in Bochum ihren Arbeitsplatz.
40 Mitarbeiter aus dem Kreis Recklinghausen verloren bei Opel in Bochum ihren Arbeitsplatz.
Foto: MHBauer
Was wir bereits wissen
Der Arbeitsmarkt im Kreis hat nur begrenzte Aufnahmemöglichkeiten.Das Aus für das Opel-Werk geht zudem mit einem Arbeitsplatzabbau im Bergbau einher.

Recklinghausen/Gladbeck..  400 Opelaner aus dem Kreis Recklinghausen stehen vor einer ungewissen Zukunft. Der regionale Arbeitsmarkt hält für sie nur begrenzte Aufnahmemöglichkeiten bereit. Am 5. Dezember lief im Bochumer Opel-Werk das letzte Fahrzeug vom Band. 40 Beschäftigte aus dem Kreis Recklinghausen haben nach Angaben der Recklinghäuser Arbeitsagentur bereits eine neue Stelle gefunden.

400 Männer und Frauen, die in den Städten des Kreises leben, wechseln in eine Transfergesellschaft, in der sie erst einmal auf den Arbeitsmarkt „draußen“ vorbereitet und danach vermittelt werden sollen. Seit dem 1. Januar werden sie von der Recklinghäuser Arbeitsagentur betreut.

Schleichender Rückzug der Industrie

Zur Euphorie besteht allerdings kein Anlass. Die Bochumer Opelaner sind im Schnitt 50 Jahre alt und waren über 20 Jahre am Band oder im Betrieb. Ihre Qualifikationen seien sehr auf die Automobilproduktion zugeschnitten, sagt Cordula Cebulla, Sprecherin der Recklinghäuser Arbeitsagentur. Deshalb seien Umschulungen notwendig. Aber in welche Richtung soll qualifiziert werden? Der Arbeitsmarkt im Kreis verlangt stark nach Pflegekräften. Auch im Handel gibt es viele Stellen zu besetzen. Dass jemand, der jahrelang Autos zusammengeschraubt hat, auf Altenpfleger umsatteln möchte, dürfte die Ausnahme bleiben, meint die Agentur-Sprecherin.

Der schleichende Rückzug der Industrie im Vest wird jetzt auch für die Opelaner zum beruflichen Hindernis. Für Industriebeschäftigte gebe der heimische Arbeitsmarkt nicht viel her, erklärt der Geschäftsführer der DGB-Region Emscher-Lippe, Dr. Josef Hülsdünker. Vermittlungschancen sieht er für jüngere Opel-Mitarbeiter, die eine gute Facharbeiterausbildung haben. „Aber nur dann, wenn sie mobil sind und notfalls einen Tagespendlerradius in Kauf nehmen“, betont Hülsdünker.

Problematisch ist, dass das Aus für das Opel-Werk mit einem Arbeitsplatzabbau im Bergbau einhergeht. Ende 2015 wird mit Auguste Victoria (Marl) das letzte Bergwerk im Kreis Recklinghausen stillgelegt. Für 150 Bergleute, die nicht in den Vorruhestand gehen oder zur Zeche Prosper Haniel in Bottrop wechseln können, sucht das Mitarbeiterentwicklungscenter der RAG externe Arbeitsplätze. Für die Opelaner sind das Konkurrenten.

Bis 2018, wenn die Steinkohleförderung in Deutschland endgültig eingestellt wird, werden noch viele Bergleute auf den regionalen Arbeitsmarkt drängen.