Schüsse auf Katzen in Gladbeck und Bottrop

Der Tierschutzverein rät: Wenn bekannt ist, das ein Tierhasser unterwegs ist, sollten die Besitzer ihre Katzen lieber nicht nach darußen lassen, bis die gefahr gebannt ist.
Der Tierschutzverein rät: Wenn bekannt ist, das ein Tierhasser unterwegs ist, sollten die Besitzer ihre Katzen lieber nicht nach darußen lassen, bis die gefahr gebannt ist.
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
In Gladbeck passierte es Anfang April. Die Fälle in Bottrop geschahen in den letzten Tagen. Polizei rät: Bei Verdacht sofort die 110 anrufen.

Gladbeck/Bottrop. Die kleine grau-getigerte Katze ist schwer verletzt. Ein Unbekannter hat mit dem Luftgewehr auf sie geschossen. Ihr musste das rechte Auge entfernt werden. Immerhin hat sie überlebt. Eine andere Katze soll ebenfalls beschossen und an den Verletzungen gestorben sein.

So geschehen vor einigen Tagen an der Beckstraße in Bottrop. Zwei ähnliche Fälle ereigneten sich Anfang April auch in Gladbeck. An der Kiebitzheidestraße soll eine Katze angeschossen, eine andere vergiftet worden sein.

Wohl zwei Tierhasser am Werk

Die Polizei weiß von den Fällen. „In der Sache an der Beckstraße wird auch noch ermittelt“, sagt Polizeisprecher Michael Franz vom Polizeipräsidium Recklinghausen. Einen Tatzusammenhang zwischen den Fällen in Gladbeck und Bottrop sieht er aber nicht. Auch Tanja Zimmer vom Tierschutzverein in Gladbeck – sie ist auch über die Tat in Bottrop informiert worden – geht nicht davon aus, dass es sich um ein und den selben Tierhasser handelt. Vielmehr sei es wohl so, dass in beiden Fällen nicht jeder in der unmittelbaren Nachbarschaft ein Katzenfan sei, wie sie es vorsichtig formuliert.

Werden solche Vorfälle bekannt, kann die Tierschützerin den Tierbesitzern im Umfeld nur raten, ihre Katzen erst einmal nicht mehr nach draußen zu lassen, vor allem nicht nachts. „Und es muss natürlich auch sofort Anzeige bei der Polizei erstattet werden“, sagt Tanja Zimmer.

Das kann auch Michael Franz nur dringend empfehlen. „In einer solchen Situation sollte man mit der Anzeige auch nicht bis zum nächsten Morgen warten“, ergänzt er, „sondern auch nachts sofort die 110 anwählen. Die Polizei kommt dann und nimmt das nähere Umfeld in Augenschein.“ Nur so bestehe eine Chance, den Tätern auf die Spur zu kommen. Für den Mann von der Polizei sind die Vorfälle keine Lappalie, sondern vielmehr etwas, was die Polizei in sehr ernst nimmt. „Knallgeräusche in der Nacht, diese Alarmierung haben wir häufiger und wir gehen der Sache immer nach.“

An der Beckstraße in Bottrop ist es zudem zu einem weiteren Vorfall gekommen, wie die Polizei jetzt gegenüber der WAZ bestätigt. Gegen 20.45 Uhr am 11. Mai hatte ein Anwohner die Polizei alarmiert. Der Mann hatte in seinem Garten gesessen, als er ein leises Plopp-Geräusch wie von einem Luftgewehr vernahm, und dann auch tastsächlich kurz darauf ein Bleikügelchen aus einem solchen Gewehr fand.

„In der Nähe soll auch eine Katze gelegen haben, die aber nicht getroffen wurde“, erklärt Michael Franz. Zwar sei nicht zu ermitteln gewesen, ob wirklich das Tier das Ziel des unbekannten Schützen gewesen sei. Franz: „Das ist aber auch unabhängig von unseren weiteren Ermittlungen.“