Schüler fragen - EU-Politikerin antwortet

Am Europatag diskutierte  die EU-Abgeordnete Jutta Haug (SPD) mit Schülern des Riesener Gymnasiums über Europa.  Foto: Michael Korte / WAZ FotoPool
Am Europatag diskutierte die EU-Abgeordnete Jutta Haug (SPD) mit Schülern des Riesener Gymnasiums über Europa. Foto: Michael Korte / WAZ FotoPool

‘Gladbeck.. Einen ganz besonderen Gast konnte die Stufe EF des Riesener-Gymnasiums am Freitagvormittag begrüßen: Die Europaabgeordnete Jutta Haug (SPD) stellte sich den Fragen der Schüler. Eine gute Stunde erzählte die Sozialdemokratin von ihren Erfahrungen aus dem Parlament, über den Aufbau der EU und ihre ganz persönlichen Eindrücke, die sie gesammelt hat, seit sie 1994 zum ersten Mal ins Europäische Parlament gewählt worden ist.

Wie wird man Europaabgeordnete?

Vielseitig waren dabei die Themen, die die Jugendlichen ansprachen. „Wie wird man Europaabgeordnete?“, „Wie sieht der Alltag einer Politikerin aus?“ oder „Braucht man bestimmte Sprachkenntnisse dafür?“ sind nur einige der Fragen, die die Schülerinnen und Schüler vorbereitet hatten.

Und natürlich war auch bei dieser Veranstaltung die Eurokrise das alles bestimmende Thema. Vor allem die Frage, wieso die EU nicht früher bemerkt habe, wie schlecht es finanziell mit Griechenland steht und wie man nun mit dieser Situation umgehen soll, beschäftigte die Gymnasiasten. Dabei antwortete Haug stets direkt und verständlich: „Project Bonds ja, Eurobonds nein!“ Die direkte Art der Politikerin kommt gut an. So sagt sie zur Griechenlandrettung: „Einen bockigen Sohn schickt man auch nicht irgendwo hin, sondern versucht ihm zu helfen, den richtigen Weg zu finden!“

Die Europaabgeordnete für die Emscher-Lippe-Region, die sich selbst als „Frau des Ruhrgebiets“ bezeichnet, muss dann durchaus auch konkretere Fragen beantworten. Welche Rolle es spiele, dass sie eine Frau sei und ob es da immer noch Unterschiede im politischen Geschäft gäbe, möchte eine Schülerin wissen. Die ehrliche Antwort erstaunt viele der Anwesenden. „Ja“, meint die Politikerin, „als Frau hat man es schwerer in der Politik“. Frauen würden meist weniger Kenntnisse zugesprochen und müssten das durch mehr Engagement ausgleichen. Gerade bei Finanzthemen sei es für Frauen nicht einfach sich gegen Männer durchzusetzen. Sie appelliert deswegen auch an die eigene Partei: „Wir dürfen die Quote bloß nicht abschaffen.“

Auf dem Weg zur Europaschule

Die Fragestunde zum Thema „Europa“ wurde von der Lehrerin Silvia Ott organisiert. Das Riesener-Gymnasium führt am Ende des Schuljahres Projekttage zu Europa durch und möchte in nächster Zeit auch Europaschule werden.

Die Veranstaltung sollte auch dazu dienen, die Jugendlichen für das Thema Europa zu interessieren und Wissen aufzubauen. Denn im Unterricht wurde es bisher noch nicht besprochen. Bei so einem anschaulichen Einstieg ins Thema dürfte das Interesse der Jugendlichen aber geweckt sein.