Das aktuelle Wetter Gladbeck 11°C
Eduard-Michelis-Heim

Schöner wohnen im Heim kostet mehr

05.08.2012 | 15:18 Uhr
Schöner wohnen im Heim kostet mehr
Von außen wirken die Gebäude des Eduard-Michelis-Hauses nun hell und freundlich, innen gelten jetzt Standards moderner Altenheimunterbringung. Foto: Dirk Bauer

Gladbeck. Schöner wohnen im Altenheim --das erleben 120 Senioren im nun fast fertig umgebauten Eduard-Michelis-Haus. Viele Angehörige betreten das aufwändig umgebaute Seniorenheim an der Gildenstraße seit einigen Tagen allerdings mit gemischten Gefühlen. Denn schöner wohnen gibt’s nicht zum Nulltarif. Der Preis für ein Einzelzimmer – derzeit bei rund 840 Euro — steigt ab September um 274 Euro auf über 1100 Euro. Der Heimträger kann nämlich wie jeder Hauseigentümer Kosten für Investitionen in das Gebäude auf die Unterkunftskosten der Altenheim-Bewohner umlegen. Das ist alles rechtens, und mit einer Erhöhung hatte Helga P. (Name von der Red. geändert) auch gerechnet. „Mit so viel aber nicht. Das ist ja fast 100 Prozent mehr“, empört sich die Tochter einer Bewohnerin (92). Konkret: Die bisher ausgewiesene Investitonskostenumlage (die jeder Träger auch für Instandhaltungskosten erheben kann) steigt von bisher 10,39 Euro täglich auf 19,50 Euro täglich.

So kündigt es der Träger, der Orden der Schwestern der Göttlichen Vorsehung, in einem Schreiben an die Bewohner, bzw. deren Angehörige, Ende Juli an. Stichtag für die Erhöhung soll der 1. September sein.

„Fünf bis sechs Euro mehr, das hätte ich noch verstanden“, so Helga P., deren Mutter seit sieben Jahren im Eduard-Michelis-Haus lebt und Selbstzahlerin ist. Irritiert hat die Tochter auch der Hinweis in dem Schreiben, dass der Landschaftsverband LWL dieser Kostenerhöhung noch zustimmen muss. „Es gibt noch keine Genehmigung, der Träger will aber schon mehr Geld.“

Das aber ist durchaus üblich, so das Ergebnis der Nachfrage beim Landschaftsverband Westfalen Lippe, LWL. Der Landschaftsverband wurde vom Land NRW damit beauftragt, sich um Investitionen und Aufwendungen im Rahmen des Landespflegegesetzes zu kümmern. Vier bis sechs Wochen vorher müsse der Träger den Bewohnern die Erhöhung ankündigen, sagt LWL-Pressesprecher Frank Tafertshofer. Etwa zeitgleich erhält auch der Landschaftsverband den Antrag dazu und prüft diesen. „Kosten für goldene Wasserhähne werden natürlich nicht anerkannt.“ Die fast 100-prozentige Erhöhung im Michelis-Haus sei aber durchaus im Rahmen und „im normalen Bereich“, so der LWL-Sprecher.

Dennoch ist auch Aurel Bongers, Geschäftsführer des Trägers, von den Klagen der Bewohner bzw. ihrer Angehörigen nicht überrascht. Helga P. ist nicht die einzige, die auf sein Schreiben reagiert hat. „Ich kann die Leute verstehen, denn es ist ja viel Geld. Es wird wohl auch Kündigungen geben“, sagt Bongers. Er gibt aber zu bedenken, dass es eben ein Unterschied sei, ob man in einem Altbau oder in einem Heim wohne, das modernen Ansprüchen und Pflegestandards genüge. Außerdem: „Für die Kosten, die wir auf die Bewohner umlegen dürfen, gibt es klare Spielregeln“, sagt Bongers. Und so hat auch der Orden nicht auf den blauen Dunst hin für 13 Mio Euro umgebaut, sondern zuvor mit dem Kreis und dem Landschaftsverband die Kostenumlage-Möglichkeiten geklärt. Bongers geht daher von einer Zustimmung aus.

Helga P. indes will den Preis nicht akzeptieren, sie sucht zurzeit ein anderes Heim für ihre Mutter. Dabei hat sie aber schon erfahren, dass moderne, umgebaute Heime alle in der Preisklasse des Eduard-Michelis-Hauses - manche sogar drüber – sind.

Maria Lüning

Kommentare
06.08.2012
08:50
Schöner wohnen im Heim kostet mehr
von ichliebekoenigsblau | #1


mit öffentlichen Mittel gefördert

mit öffentlichen Mittel , die Unterbringung dann auch !

Heißt doch : alles Steuergelder ! des Bürgers !!! Und profit für den Kunden = Null ,
außer man beachtet die Moderne Ausstattung ;
Der/Die Betroffene, deren Angehörigen müssen zahlen,
falls sie das Geld - frei machen können - , aber müssen !
DAS ist auch System;

DAS hätten man , Geschäftsleitung, wenn man Freundlich gesinnt -Wäre- , den Kunden auch vorher mitteilen müssen ! !

HIER geht es auch nur um Abzocke ! Aber die vielen Ehrenamtlichen werden weiterhin gefordert !

1 Antwort
Schöner wohnen im Heim kostet mehr
von KAIL | #1-1

Christliches hört sich anders an,wenn dir einer den Mantel weg nimmt gib ihm auch dein Hemd,und so wird auch verfahren.

Funktionen
Aus dem Ressort
Trecker-Anhänger kippte um - Mulch auf Bürgersteig gelandet
Unfall
An der viel befahrenen Horster-/Roßheidestraße in Gladbeck-Brauck. Wie durch ein Wunder wurden keine Passanten oder Radler verletzt.
Wohnen für Behinderte auf Ex-Kirchengelände in Gladbeck
Soziales
Gemeinnützige Jugend- und Behindertenhilfe möchte in Gladbeck-Brauck Ambulant-Betreutes-Wohnen für junge behinderte Menschen realisieren.
Raith: „Den Autobahnfreunden gehen die Argumente aus“
B 224 / A 52
Gewählte Politiker würden Bürger mit Beschimpfungen brüskieren. Das sagt das Bürgerforum zu jüngsten Äußerungen von Mario Herrmann und Michael Gerdes.
Jugendrat Gladbeck sprüht die Zukunft aufs alte Citypflaster
Innenstadt
Wo kommt die runde Sitzbank hin? Welche Lage hat der künftige Mittelstreifen? Der Jugendrat sprühte die Zukunft der Horster Straße aufs Pflaster.
Einbrüche - Polizei sucht rechtmäßige Besitzer von Diebesgut
Diebesgut
Die Einbrüche wurden im Zeitraum von Juli 2014 bis Februar 2015 begangen. Tatorte waren Städte im Kreis Recklinghausen und Bottrop.
Fotos und Videos
Wer erkennt diese Diebesbeute?
Bildgalerie
Einbruchserie
Markt der Aktionen
Bildgalerie
16. Ostermarkt
Von der Sofi war in Gladbeck nicht viel zu sehen
Bildgalerie
Sonnenfinsternis in...
60 Jahre "Andreas Hofer"
Bildgalerie
Schützenbrüder feiern
article
6948328
Schöner wohnen im Heim kostet mehr
Schöner wohnen im Heim kostet mehr
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/gladbeck/schoener-wohnen-im-heim-kostet-mehr-id6948328.html
2012-08-05 15:18
Gladbeck