Kommentar

Schnellstmögliche Rückführung

Ohne Frage ist es sicherlich in Ausnahmefällen richtig und wichtig, bei schweren Störungen das Kind und seine Familie auch räumlich voneinander zu trennen, damit eine ungestörte Stabilisierung der kranken Kinderseele möglich ist. Generell sollten diese Intensivmaßnahmen in Deutschland möglich sein, denn einsame, abgelegene Ortschaften und aufnahmebereite Gasteltern gibt es sicherlich ebenso in unserem Land.

Fatal ist, wenn der Eindruck entsteht, dass wirtschaftliche Interessen der Maßnahmenträger im Ausland und der dortigen Gasteltern dazu beitragen könnten, dass intensivpädagogische Maßnahmen über mehr Jahre ausgeweitet werden als nötig. Hier ist umso wichtiger, dass die beteiligten deutschen Jugendämter die empfehlenden Aussagen der Gasteltern oder der Kooperationspartner genauestens mit Besuchen vor Ort überprüfen.

Verpasst werden darf auch nicht der Zeitpunkt einer rechtzeitigen Rückführung des stabilisierten Kindes nach Deutschland. Möglichst, bevor sich die Sozialisation gerade eines jungen Kindes im Ausland immer mehr verfestigt, so dass die Entfremdung zur deutschen Heimat, zum Bildungssystem und den Eltern umso schwerer reversibel ist.

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