Schnelles Netz für Gewerbegebiete

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„Der Wirtschaft in NRW geht es gut.“ Das zeigen nicht nur die Zahlen im Jahresbericht für 2014, den die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen jetzt präsentierte. Diese Botschaft unterstrich auch IHK-Präsident Dr. Benedikt Hüffer bei seinem Rück- und Ausblick. Nach einem Wachstum von anderthalb Prozent im vergangenen Jahr hält er „in diesem Jahr zwei Prozent für möglich“. Die IHK rechnet im laufenden Jahr mit rund 15 000 neuen Arbeitsplätzen in der Emscher-Lippe-Region und im Münsterland.

„Leistungsfähige Verkehrswege sind eine unverzichtbare Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Region“, betonte der IHK-Präsident. Für ihn ist es deshalb unverständlich, dass die Verkehrsinfrastruktur in Deutschland „seit vielen Jahren auf Verschleiß gefahren wird“, kritisierte er angesichts gesperrter oder eingeschränkt nutzbarer Autobahnbrücken und Straßen. Dabei mahnte Hüffer die Bundes- und Landespolitik mit Nachdruck, „die erforderlichen Mittel und Planungsressourcen bereit zu stellen, um die unterlassenen Investitionen der letzten Jahrzehnte auszugleichen“. Notwendig sei eine nachhaltige Erhöhung der Haushaltsmittel und zwar sowohl für die Sanierung der bestehenden Verkehrsinfrastruktur als auch für gezielte Engpassbeseitigungen und Lückenschlüsse.

Eines der wichtigsten Projekte der IHK ist dabei der Ausbau der Bundesstraße 224 zur A 52 bei Gladbeck und Bottrop. Hierfür, das zeigt der Jahresbericht, hat sich die Gesamtinteressenvertretung der regionalen Wirtschaft besonders engagiert. Nicht nur in der Region, sondern auch in Berlin.

Um die Breitbandanbindung der Unternehmen in der Region zu verbessern, hat die IHK die derzeitige Qualität der Anbindung in den Gewerbegebieten analysiert – ein Projekt, über das die IHK schließlich den Gewerbeflächenbreitbandatlas auf Bundesebene mit initiiert hat. „Wenn wir nicht abgehängt werden wollen, dann brauchen wir gerade für kleine und mittelständische Unternehmen in Gewerbegebieten einen bezahlbaren Glasfaseranschluss“, forderte Hüffer.

Neben einer leistungsfähigen Infrastruktur benötigen die Unternehmen die richtigen Fachkräfte, weshalb sich die IHK für die berufliche Bildung stark macht. „Das ist und bleibt eine unserer Hauptaufgaben“, unterstrich der IHK-Präsident angesichts einer sinkenden Zahl von Ausbildungsplatzbewerbern und Schulabgängern bei gleichzeitig steigenden Studentenzahlen. In der Folge sank die Zahl der neu eingetragenen Ausbildungsverträge im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent auf 9764 ab. Zu einer Trendumkehr, so hofft die IHK, kann das neue Berufsorientierungssystem des Landes beitragen.