Sankt-Florian-Prinzip

Ärger ums Parken hat schon so manche gute nachbarschaftliche Beziehung vor den Baum gefahren. Da gibt’s rücksichtslose Leute, die ihren motorisierten Untersatz abstellen, wie es ihnen in den Kram passt. Ob ihre Zeitgenossen noch die Kurve zu ihren Grundstücken kriegen – egal! Besonders Einfallsreiche blockieren gar ihren favorisierten Platz, indem sie dort eine Mülltonne dauerparken oder den Zweitwagen sehr großzügig platzieren. Wen wundert’s da, dass es irgendwann mächtig kracht? Ein Ausweg aus der Bredouille wäre, dass Stadtplaner bei der Umsetzung neuer Baugebiete vor vornherein ausreichend Parkraum einkalkulieren. Die Selbstkritik von Mario Herrmann (Grüne), Fachausschuss und Politik hätten bei der Planung genauer hinsehen müssen, ist zwar löblich, aber kommt zu spät.


Andererseits: Wenn kein Platz zur Verfügung steht, müssen die Beteiligten das Beste aus der Situation machen, auch Anwohner. Mit dem Sankt-Florian-Prinzip, Veränderungen auf andere abzuschieben – in diesem Falle: „Parkplätze meinetwegen, aber nicht vor meiner Haustür“ – kommt niemand ans Ziel.