Sandstraße keine illegale Rennbahn - aber es wird oft gerast

Zwei Fahrer haben sich Samstagabend auf der Sandstraße ein Rennen geliefert - und einen schweren Unfall verursacht.
Zwei Fahrer haben sich Samstagabend auf der Sandstraße ein Rennen geliefert - und einen schweren Unfall verursacht.
Foto: Kariger
Was wir bereits wissen
Der Unfall mit sieben Verletzten beschäftigt Stadt und Polizei. Es war wohl ein Kräftemesser der Fahrer. Doch wie verhindert man solche Rennen?

Gladbeck..  Können Auto-Wettrennen, die sich im Stadtgebiet ereignen, besser verhindert werden? Diese Frage stellt sich nach dem schweren Verkehrsunfall vor der Kreuzung Sandstraße/ Marcq-en-Baroeul-Straße mit sieben teils schwer verletzten Personen, der sich am Samstagabend ereignete (WAZ berichtete).

Denn wie Ramona Hörst von der Kreispolizeibehörde nach Zeugenaussagen bestätigt, „sollen zwei Autofahrer aus Richtung Stadtmitte kommend ihre Kräfte mit gegenseitigen Überholmanövern und überhöhter Geschwindigkeit gemessen haben, bevor es zum Zusammenstoß kam“.

Die Polizei spricht aber nicht von einer illegalen Rennstrecke. Die zweispurig gut ausgebaute Sandstraße im Bereich der Europabrücke sei aber als Abschnitt bekannt, „in dem häufiger mit überhöhter Geschwindigkeit gefahren wird“. Ramona Hörst: „Daher führt die Verkehrspolizei hier auch verstärkt Geschwindigkeitsüberwachungen durch.“ Der letzte Autounfall, „bei dem Kräftemessen als Ursache vermutet wurde“, habe sich auf der Sandstraße im Februar ereignet. Ähnliches gelte für einen Unfall auf der Brauckstraße im März 2014.

Bürger kritisieren, dass viele Ampeln in Gladbeck ab 22 Uhr abgestellt werden, was auf langen Geraden das Rasen begünstige. „In dem Abschnitt, wo sich der Unfall ereignete, betrifft das nur die beiden Anlagen am Bernskamp und an der Schultenstraße, die Ampeln an der Kreuzung zur Konrad-Adenauer-Allee und an der Marcq-en-Baroeul-Straße bleiben auch nachts an“, so Christiane Schmidt von der Pressestelle der Stadt.

Dass gut 80 Prozent der 42 Gladbecker Ampeln in der Nacht abgeschaltet werden, liege nicht primär am Spareffekt, sondern solle „in der verkehrsarmen Zeit die Abgas-Emissionen und die Lärmbelästigung durch anfahrende Fahrzeuge für schlafende Bürger gering halten“. Der Stadt sei dazu auch keine „illegale Rennstrecke“ bekannt.

Der WDR errechnete, dass eine Kommune pro abgeschalteter Ampel etwa 300 Euro jährlich einspart. Bei 35 Gladbecker Ampeln bedeutete dies eine Summe von 10 500 Euro. Der ADAC sieht das kritisch, da sich nach einer Studie der Versicherungswirtschaft das Unfallrisiko mit meist schwereren Fällen an „abgeschalteten“ Kreuzungen um 25 Prozent erhöhe

Die Verkehrsunfallkommissionen der Städte, mit Vertretern der Kommune und der Polizei, „haben Unfallschwerpunkte regelmäßig im Blick, um Gegenmaßnahmen einzuleiten“, kontert Ramona Hörst. Dies betreffe alle Stellen, „an denen sich innerhalb eines Jahres drei oder mehr Unfälle mit gleicher Ursache ereignen.“